+
Wer gerne am Smartphone shoppt, könnte am Ende mehr Geld los sein.

Dynamic Pricing

Sie shoppen gerne übers Smartphone bei Amazon? Dann geben Sie vermutlich mehr Geld aus als andere

  • schließen

Sie shoppen gerne am Smartphone oder Tablet? Vielleicht sollten Sie sich das in Zukunft anders überlegen - die Preise könnten nämlich höher sein.

  • Am Smartphone und Tablet sind Preise oft höher als am PC.
  • Besonders Amazon scheint Preise anhand bestimmter Faktoren anzupassen.
  • So bekommen Sie trotzdem den günstigsten Preis.

Wer beim Online-Shopping Preise vergleicht, ist vermutlich schon einmal auf die Unterschiede aufmerksam geworden: Am Smartphone kostet das Hotel plötzlich mehr als am PC, wo Sie am Morgen erst das Angebot entdeckt haben. Die preislichen Unterschiede hängen nicht nur mit der Uhrzeit zusammen - was möglich sein könnte  , sondern auch mit den Geräten, die Sie für die Suche benutzen.

"Dynamic Pricing": Verschiedene Faktoren beeinflussen den Preis, den Kunden angezeigt bekommen

Dahinter steckt etwas, dass sich im Fachjargon "Dynamic Pricing" nennt. Damit ist ein spezieller Prozess gemeint, bei dem ein Algorithmus, der Kunden je nach Uhrzeit, Standort und Endgerät auf Buchungsportalen oder Online-Shops verschiedene Preise anzeigt.

"Dynamic Pricing kann ganz unterschiedliche Dinge bedeuten. Preise werden von Online-Händlern situationsbezogen angepasst", erklärt Prof. Dr. Jan-Paul Lüdtke, der derzeit an der Fachhochschule in Wedel bei Hamburg im Bereich E-Commerce und "Dynamic Pricing" forscht, dem Online-Portal Express. So werden Flugpreise teurer je näher das Abflugdatum rückt. Aber auch der Standort der Kunden hat seiner Einschätzung nach einen Einfluss auf den Preis: So spiele es eine Rolle, ob Sie sich in einem wohlhabenden Stadtteil oder einer einkommensschwachen Gegend befinden. Teilweise bekommen Sie je nach Aufenthaltsort ein komplett anderes Sortiment angezeigt.

Video: Für das Shopping der Zukunft braucht man keine Geldbörse

"Dynamic Pricing" bei Amazon? Wahrscheinlichkeit sehr hoch

Amazon ist nach Experteneinschätzung Spitzenreiter in Sachen "Dynamic Pricing". Der Versandriese hätte demnach viele Möglichkeiten, Kunden zu beobachten und zu analysieren und danach die Preise anzupassen. Ein vergleichbares Netzwerk hätten ansonsten nur Zalando oder Otto, aber selbst die kämen bei Weitem nicht an Amazon heran. Die flexible Preispolitik bringt den Kunden dabei manchmal Vorteile und manchmal Nachteile. "Dass Stammkunden in bestimmten Situationen preislich benachteiligt werden, kann schon vorkommen", will Lüdtke wissen. Günstige Angebote würden diesen gar nicht angezeigt werden - sie dienen nur dazu, Neukunden oder inaktive Kunden zu locken.

Welchen Unterschied das Endgerät macht, stellte auch schon die Verbraucherzentrale NRW bei Testkäufen mit PC und Tablet fest: Bei Letzterem waren Preise oft höher. "Ich buche Reisen am PC und niemals am Smartphone oder dem Tablet", bestätigt auch Lüdtke. "Wir haben noch keine gesicherten empirischen Daten dazu, aber es gibt gute Argumente für die Hypothese, dass Kunden auf Desktop-Geräten günstigere Preise angeboten werden, als auf dem Smartphone." Trotzdem müssen Kunden nicht den Kopf in den Sand stecken: Wer Preise vergleicht, habe laut Experten immer die Chance auch den günstigsten zu finden.

Auch interessant: Mann (22) prellt Amazon um 330.000 Euro - wie er es getan hat, ist einfach ungeheuerlich.

Online-Shopping: Wie finde ich die günstigsten Preise?

Wie Sie dabei vorgehen müssen, erklären Experte Lüdtke und die Verbraucherzentrale:

  • Wenn Sie sich einen Artikel mehrfach anschauen, könnte der Händler mit dem Preis hochgehen, weil er das Interesse bemerkt. Nutzen Sie also auch einmal einen anderen Browser und löschen Sie regelmäßig Cookies, mit denen Händler Informationen über Sie speichern.
  • Nutzen Sie verschiedene Vergleichsportale und prüfen Sie dort die Angebote.
  • Besonders bei Otto, Zalando und Amazon vermuten die Experten "Dynamic Pricing". Seien Sie hier also besonders aufmerksam.
  • Vergleichen Sie Preise zwischen Browser und App.
  • Am Smartphone auch weiter nach unten scrollen - dort verstecken sich oft die günstigsten Preise.
  • Durchsuchen Sie Online-Shops nicht im eingeloggten Zustand, sondern melden Sie sich erst an der Kasse an. So hat der Händler weniger Gelegenheit Ihr Kaufverhalten zu analysieren und Preise anzupassen.
  • Überprüfen Sie Preise, die Ihnen am Smartphone oder Tablet angezeigt werden, nochmal am PC - oft sind sie dort günstiger.

Lesen Sie auch: "Amazon wird insolvent gehen": Darum soll der Niedergang des Unternehmens bevor stehen.

Fotostrecke

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Rundfunkbeitrag 2019: Warum Sie ihn besser nicht bar bezahlen
Dass die Deutschen dazu verpflichtet sind, eine allgemeine Rundfunkgebühr zu zahlen, gefällt nicht jedem. Manche wehren sich – mit teils kuriosen Ideen.
Rundfunkbeitrag 2019: Warum Sie ihn besser nicht bar bezahlen
Zwei-Euro-Münze im Umlauf, die Geld im sechsstelligen Bereich bringt
Fehlprägungen können Euro-Münzen zu echten Goldschätzen machen. Vorsicht sollten Sie allerdings bei dubiosen Angeboten im Internet walten lassen
Zwei-Euro-Münze im Umlauf, die Geld im sechsstelligen Bereich bringt
Dschungelcamp 2020: So viel kassiert das Moderatorenduo Sonja Zietlow und Daniel Hartwich
Während die Gagen der Bewohner bekannt sind, sind die Gehälter der Moderatoren streng geheim. Dennoch hat die Redaktion nun das Geheimnis lüften können.
Dschungelcamp 2020: So viel kassiert das Moderatorenduo Sonja Zietlow und Daniel Hartwich
"Bares für Rares": Händler sorgt für Schreckensmoment - dann macht Verkäufer dummen Fehler
Kuriose Fundstücke sorgen in "Bares für Rares" bei Händlern und Zuschauern. Doch diesmal sorgte nicht eine Rarität für Furore, sondern das (Fehl-)Verhalten einer der …
"Bares für Rares": Händler sorgt für Schreckensmoment - dann macht Verkäufer dummen Fehler

Kommentare