Ein Optiker hält eine Brille in der Hand.
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Brillen werden von Krankenkassen kaum noch gezahlt.

Aktuelle Regelung

Wann zahlt die Krankenkasse eine neue Brille?

  • Franziska Kaindl
    VonFranziska Kaindl
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Die Krankenkasse übernimmt nur in seltenen Fällen die Kosten für eine neue Brille. Welche Voraussetzungen vorhanden sein müssen, können Sie hier nachlesen.

Bis zum Jahr 2003 zahlte die Krankenkasse noch jede gesundheitlich notwendige Brille. Heutzutage müssen jedoch besondere Voraussetzungen vorliegen, um Kosten für eine Sehhilfe erstattet zu bekommen. Zum Beispiel muss die Sehleistung so stark eingeschränkt sein, dass der Alltag für die jeweilige Person nicht mehr gefahrlos zu meistern ist.

Neue Brille: Ab wann Krankenkassen die Kosten übernehmen

Wann die Kosten für eine Brille von der Krankenkasse* übernommen werden, ist im § 33 Abs. 2 Nr. 2 des 5. Sozialgesetzbuch (SGB V) festgelegt:

  • bei Kurz- oder Weitsichtigkeit mit Korrektionswerten von mehr als 6,00 Dioptrien 
  • bei einer Hornhautverkrümmung mit Korrektionswerten von mehr als 4,00 Dioptrien 
  • bei einer starken Sehbeeinträchtigung, die selbst mit Brille oder Kontaktlinsen nur eine Sehfähigkeit von maximal 30 Prozent möglich macht

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Um einen Teil der Kosten von der Krankenkasse zurückzuerhalten, müssen Sie ein Rezept des Augenarztes vorlegen können. Eine Messung durch einen Optiker ist nicht ausreichend, wie die Verbraucherzentrale informiert. Eine Ausnahme hiervon besteht für Jugendliche ab 15 Jahren bis zum 18. Geburtstag. Sie dürfen Ihre Brillengläser direkt beim Optiker beziehen.

Insgesamt ist zu beachten: Die Krankenkasse kommt nur für die Gläser auf, nicht für die Brillenfassung. Es werden nur Festbeträge für Standardgläser gezahlt. Sobald höherwertige oder entspiegelte Gläser gekauft werden, muss der Versicherte die Kosten meistens selbst übernehmen.

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Wie viel der Brillenkosten übernimmt die Krankenkasse?

Krankenkassen haben Verträge mit verschiedenen Optikern, die direkt mit der Kasse abrechnen. Auf dieser Grundlage werden die Kosten in der Regel bis zur Höhe des vereinbarten Preises beziehungsweise des Festbetrags übernommen. Die Festbeträge für Brillengläser liegen laut Verbraucherzentrale zwischen 10 und 114 Euro. Für Versicherte wird aber immer noch eine Zuzahlung in Höhe von zehn Prozent des Kaufpreises fällig – es werden mindestens fünf und höchstens zehn Euro fällig. (fk) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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