1. Startseite
  2. Leben
  3. Geld

Fitnessstudio wegen Corona geschlossen? So fordern Sie Ihre Beiträge zurück

Erstellt:

Von: Andrea Stettner

Kommentare

Fitnessstudio-Mitglieder beim Training. Bleibt das Fitnessstudio wegen Corona-Maßnahmen geschlossen, können Kunden ihre Beiträge zurückfordern.
Blieb das Fitnessstudio wegen Corona-Maßnahmen geschlossen, können Mitglieder ihre Beiträge zurückfordern. © Shotshop/Imago

Haben Sie während der Corona-Pandemie Mitgliedsbeiträge gezahlt, obwohl das Fitnessstudio geschlossen war? Dann können Sie Ihr Geld zurückfordern.

Die Corona-Pandemie ging auch an den Fitnessstudios nicht spurlos vorbei. Die meisten Studios mussten aufgrund der Corona-Maßnahmen über Monate schließen. Viele Betreiber erhoben jedoch weiterhin Mitgliedsbeiträge, obwohl den Kunden gar nicht möglich war, zu trainieren. In diesem Fall können Sie Ihr Geld zurückverlangen.

Neues Gerichtsurteil: Fitnessstudio-Kette Superfit muss Beiträge zurückzahlen

Seit einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) im Mai 2022 (Aktenzeichen XII ZR 64/21 ) steht bereits fest, dass Fitnessstudios keine Mitgliedsbeiträge vom Konto abbuchen dürfen, wenn es aufgrund der Corona-Pandemie schließen musste. Der Vertragszweck konnte schlichtweg nicht erfüllt werden. Kunden, die dennoch zur Kasse gebeten wurden, dürfen ihr Geld zurückverlangen.

Noch einfacher wird dies nun für Kunden der SuperFit-Kette in Berlin und Potsdam: Der Verbraucherzentrale Bundes­verband hat gegen die Betreiber eine Muster­fest­stellungs­klage erhoben – und gewonnen. Diese hatten während ihrer 9-monatigen Schließzeit weiterhin 29,90 Euro pro Monat kassiert. Die rund 1.200 SuperFit-Kunden, die ihre Rechte zum Klage­verfahren angemeldet haben, bekommen nun ihr Geld zurück bzw. sind vor Forderungen des Unternehmens sicher, wenn sie die Beiträge einbehalten hatten. Kunden, die ihre Rechte nicht beim Bundes­justiz­amt nicht angemeldet haben, können sich dennoch auf das Urteil berufen und sind laut Einschätzung von Stiftung Warentest gegen Forderungen relativ sicher.

Was müssen Betroffene tun, um jetzt ihr Geld zurück zu bekommen?

SuperFit-Kundinnen und Kunden können mit Verweis auf das Kammergericht-Urteil ihre zu viel gezahlten Beiträge per Musterbrief der Verbraucherzentrale zurückfordern, sollte die Kette nicht von sich aus das Geld überweisen. Auch fällige Mahngebühren oder Inkassokosten zählen laut Verbraucherzentrale dazu. Mitglieder anderer Studios, die ähnlich Erfahrungen machen mussten, sollten ihr Geld ebenfalls mit einem Musterbrief zurückfordern, der sich auf das BGH-Urteil beruft. Setzen Sie in beiden Fällen eine Frist von 14 Tagen. Danach werden Verzugszinsen von 4,12 % fällig und Sie sind berechtigt, einen Rechtsanwalt auf Kosten des Unternehmens einzuschalten, um Ihre Forderungen durchzusetzen. Gutscheine über Trainingszeiten müssen Sie übrigens nicht akzeptieren. Verträge von Fitnesstudios können jetzt übrigens viel schneller gekündigt werden.

Auch interessant

Kommentare