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CSU-Politiker fordert 1.000 Euro Homeoffice-Pauschale – was Kritikern an bisheriger Regelung nicht gefällt

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Von: Anne Hund

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Zahlreiche Euro-Banknoten liegen auf einem Haufen.
Der Bundestag hatte im vergangenen Jahr beschlossen, dass jeder Steuerpflichtige, der zu Hause arbeitet, pro Jahr 600 Euro steuerlich geltend machen kann. © Daniel Reinhardt/dpa/Symbolbild

Der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Alexander Dobrindt, will das Arbeiten im Homeoffice stärker steuerlich fördern. Bisher können Arbeitnehmer 600 Euro pro Jahr geltend machen.

Der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Alexander Dobrindt, setzt sich dafür ein, das Arbeiten im Homeoffice* stärker steuerlich zu fördern. Darüber berichtete die Deutsche Presse-Agentur (dpa), die sich auf ein Interview des Deutschlandfunks mit dem CSU-Politiker bezieht. Im Deutschlandfunk schlug Dobrindt demnach eine Pauschale von 1.000 Euro pro Jahr vor - als „Signal an eine sich modernisierende Arbeitswelt“. Dobrindt wolle diese Forderung nach eigenen Worten in das Wahlprogramm der CSU aufnehmen, das es neben dem gemeinsamen Programm mit der CDU geben soll, schrieb dpa anlässlich des Interviews.

Corona-Pandemie: Homeoffice-Pauschale von maximal 600 Euro pro Jahr

Pro Homeoffice-Tag kann man nach der aktuellen Regelung fünf Euro geltend machen, maximal 600 Euro pro Jahr. Wer bereits im Vorjahr im Homeoffice tätig war, kann daher jetzt bei der Einkommensteuererklärung für das Jahr 2020 also pro Tag im Homeoffice 5 Euro, maximal 600 Euro im Jahr, ansetzen.

Homeoffice-Pauschale zählt zu Werbungskosten - was Kritiker sagen

Der Einwand von Kritikern an der bisherigen Regelung: Die Pauschale zählt zu den Werbungskosten. Daher würden davon nur jene Steuerzahler profitieren, die über die ohnehin geltende Werbekostenpauschale von 1.000 Euro kommen. Oder anders gesagt: Die maximal 600 Euro rentieren sich nur dann, wenn der Arbeitnehmer noch weitere Werbungskosten hat. Denn erst, wenn alle beruflichen Ausgaben zusammen den Betrag von 1.000 Euro im Jahr überschreiten, wirke sich dies steuermindernd aus. Zu den Werbungskosten zählen zum Beispiel selbst gezahlte Fortbildungskosten, Ausgaben für Berufsbekleidung oder Fachliteratur.

Lesen Sie dazu: Geld zurück nach Homeoffice: Was Sie bei der Steuererklärung angeben können

Verband schlägt Mobile-Arbeit-Pauschale von 1.000 Euro vor

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft schlug dpa zufolge vor, aus der Homeoffice-Pauschale von maximal 600 Euro pro Jahr eine Mobile-Arbeit-Pauschale von 1.000 Euro zu machen, „und zwar ohne aufwendige Einzelnachweise in der Steuererklärung“. Zudem sollte die steuerliche Sofortabschreibung für die Büroausstattung von bisher 1.000 auf mindestens 1.500 Euro aufgestockt werden, sagte Bundesgeschäftsführer Markus Jerger der dpa.

Nach Corona: SPD fordert Recht auf Homeoffice für Teil der jährlichen Arbeitszeit

Die SPD dringt für die Zeit nach der Corona-Pandemie derweil auch auf einen Rechtsanspruch für Arbeitnehmer auf Homeoffice für einen Teil der jährlichen Arbeitszeit. „Grundsätzlich sollen Beschäftigte bei einer Fünf-Tage-Woche mindestens 24 Tage im Jahr mobil oder im Homeoffice arbeiten können, wenn es die Tätigkeit erlaubt“, sagte die Partei-Vorsitzende Saskia Esken laut dpa der „Augsburger Allgemeinen“ (2. Juli). Homeoffice habe während der Corona-Pandemie enorm an Bedeutung gewonnen und die Arbeitswelt vieler Menschen verändert. (ahu) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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