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Die Ausbildung geschmissen, das Studienfach schon wieder gewechselt: Wie lange müssen Eltern da noch ihrem Nachwuchs Unterhalt zahlen?

Berufsausbildung & Co.

Wie lange muss ich mein volljähriges Kind noch finanzieren?

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Viele Eltern sorgen finanziell für ihre Kinder - sogar, wenn sie bereits aus dem Haus oder in Ausbildung sind. Doch wie lange muss ich mein Kind unterstützen?

Unterhalt – ein Wort, das bei manch einer Familie schon für heftige Streitereien gesorgt hat. Vor allem dann, wenn das Kind bereits volljährig ist – und selbst schon Geld verdient. Sei es während einer Ausbildung oder im Nebenjob. Doch bis wann müssen Eltern ihr Kind noch mit finanzieren? Und wie viel darf es verlangen?

Grundsätzlich haben Kinder ein Recht darauf, von ihren Eltern finanziell unterstützt zu werden, wie Sandra Voigt von "anwalt.de" bestätigt. Eltern sind also gesetzlich dazu verpflichtet – allerdings nur solange das Kind nicht selbst für sich sorgen kann. Das ist meist der Fall, wenn das Kind noch minderjährig ist oder zur Schule geht.

Erste Berufsausbildung: Eltern müssen an Kinder Unterhalt zahlen

Schwieriger wird es allerdings, wenn das Kind zum wiederholten Male das Studienfach wechselt oder einen lukrativen Nebenjob hat. Bei ersterem ist die Sache klar: Die Eltern müssen laut dem Bürgerlichen Gesetzbuch dafür Sorge tragen, dass das Kind eine angemessene erste Berufsausbildung erhält und diese auch abschließt. Schließlich ist erst dann gewährleistet, dass es für seinen Lebensunterhalt selber aufkommen kann und die besten Karriere- und Verdienstchancen hat.

Dafür muss allerdings das Kind auch seinen Eltern vorweisen können, dass es sich mit bestem Gewissen auf sein Studium oder seine Ausbildung konzentriert und es schließlich auch absolvieren möchte. Wenn die Eltern allerdings nicht dazu in der Lage sind, für den Unterhalt des Kindes aufzukommen, müssen Studenten zum Beispiel Studienfinanzierungen wie Bafög beantragen.

Müssen Eltern zahlen, wenn der Nachwuchs den Ausbildungsplatz ständig wechselt?

Und auch wenn der Sprössling das Studienfach oder den Ausbildungsplatz wechseln sollte, können Eltern nicht einfach Unterhaltszahlungen kürzen oder gar aussetzen. Doch sie dürfen die Gründe dafür einfordern (eine Erklärung wäre zum Beispiel, wenn das Kind für längere Zeit krank war) und der Wechsel auch finanziell noch zu stemmen ist.

Außerdem gilt laut dem Rechtsportal, dass sich das Kind zumindest bis zum Ende des zweiten Semesters, der sogenannten "Orientierungsphase", für ein Studium entschieden haben muss. Bricht das Kind allerdings das Studium oder Ausbildung ohne triftigen Grund einfach ab und bemüht sich auch nicht um eine Alternative, dürfen die Eltern einschreiten. Ihre Unterhaltspflicht verfällt dann.

Doch was tun, wenn der Nachwuchs ewig in der ersten Ausbildung hängt oder gar Langzeitstudent ist? Auch dann dürfen Eltern den Geldhahn zudrehen – allerdings erst dann, wenn die Regelstudienzeit des Studienfachs erreicht ist. Kann das Kind aber weiterhin Geld verlangen, wenn es eine Zweitausbildung, zum Beispiel einen Master-Abschluss, anstrebt?

Gesetzlich hat es dazu eigentlich kein Recht darauf. Sobald das Kind die erste Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen hat, ist es dazu verpflichtet, sich eine Arbeit zu suchen. Wenn es dennoch eine zweite Ausbildung machen möchte, muss es selbst für seinen Lebensunterhalt aufkommen.

Unterhalt für Bachelor, Master, Zweitausbildung: Das müssen Eltern wissen

Das gilt allerdings nicht, wenn das Kind nach einem Bachelorstudiengang im selben Fach noch einen Master-Abschluss dranhängen möchte. Dann müssen die Eltern ihrem Kind auch dieses Studium weiter finanzieren.

Das ist auch der Fall, wenn der Nachwuchs nach dem Abitur erst eine Ausbildung absolviert und anschließend noch ein Studium beginnen möchte. Und zwar dann, wenn beide kurz nacheinander erfolgen und sachlich zusammenpassen – wie zum Beispiel bei einer Ausbildung zum Elektriker und einem darauf folgenden Bachelor-Studium in Elektrotechnik.

Auch, wenn das Kind einen Minijob ausübt, dürfen die Eltern nicht einfach so den Unterhalt kürzen. Das ist schließlich erst dann erlaubt, wenn das Kind in einem Nebenjob (zum Beispiel in einer Werkstudententätigkeit) so gut verdient, dass es auf alle Fälle keine finanzielle Unterstützung mehr durch die Familie benötigt.

Von Jasmin Pospiech

Drei Optionen für ein Orientierungsjahr

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