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Nebenjob im Rentenalter: Wer als Frührentner ab Juli 2017 nicht mehr als 6300 Euro im Jahr verdient, dem bleibt sowohl die volle Rente als auch das volle Gehalt.

Rentenplus

Flexi-Rente: So kriegen Sie mehr Geld im Alter

Ein Rentenplus durch Sonderzahlungen – das ist einer von drei Wegen, wie viele Menschen seit 2017 zu einer höheren gesetzlichen Rente kommen können.

Viele Deutsche machen sich Sorgen, ob sie im Alter finanziell gut genug versorgt sind. In ihrer Februar-Ausgabe erklärt die Zeitschrift Finanztest, was sich durch die neue Flexi-Rente ändert - und wie sie diese zu Ihrem Vorteil nutzen können.

Möglichkeit 1: Freiwillige Beiträge

Freiwillige Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung können sich lohnen. Für Pflichtversicherte gibt es allerdings engere Grenzen als für freiwillig Versicherte.

Viel Freiheit beim Einzahlen haben Freiberufler und Selbstständige, die nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind, Hausfrauen und -männer, Beamte und vor 1955 geborene Mütter, die trotz Kindererziehungszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung nicht auf die für eine Regelaltersrente nötige Mindestversicherungszeit von fünf Jahren kommen. Sie können die bis dahin fehlenden Monate mit freiwilligen Beiträgen auffüllen, wenn sie das Rentenalter erreicht haben.

Pflichtversicherte dagegen haben nur zwei Chancen auf ein freiwilliges Rentenplus: Sie können für Zeiten ihrer Schul- und Hochschulausbildung Beiträge nachzahlen und Rentenabschläge für einen vorzeitigen Rentenbeginn erst ausgleichen, dann aber doch bis zur Regelaltersgrenze arbeiten. Sie bekommen ab dann für den gezahlten Ausgleichsbetrag Monat für Monat mehr Rente.

Wer Rentenabschläge ausgleichen möchte, muss derzeit mindestens 55 Jahre alt sein. Ab 1. Juli 2017 ist dies schon ab 50 Jahren möglich. So steht es im Flexi-Renten-Gesetz. Interessenten haben also fünf Jahre länger Zeit, Beiträge zu "strecken" und müssen nicht so viel Geld auf einmal in die Hand nehmen.

Teilzahlungen sind auch steuerlich sinnvoll. Ledige können als Altersvorsorgeaufwendungen derzeit insgesamt Beträge bis 22 767 Euro im Jahr geltend machen, Verheiratete bis 45 534 Euro. Alle Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zählen hierbei mit.

Jeder Monat vorgezogene Rente kostet 0,3 Prozent Abschlag. Wer 1954 geboren ist und mit 63 Jahren in Ruhestand gehen will, bekommt 9,6 Prozent Rente weniger. Beim Jahrgang 1964, der regulär mit 67 Jahren in Rente geht, sind es 14,4 Prozent Abschlag.

Beispiel: Ein 1958 geborener Mann kann mit 66 Jahren regulär in Rente gehen. Seine Rente läge dann bei 1309 Euro. Bis zu seinem 63. Geburtstag kommt der Arbeitnehmer nach heutigem Stand auf eine monatliche Bruttorente von 1218 Euro, wenn er in den alten Bundesländern bis dahin 40 Jahre lang durchschnittlich verdient hat. Der Abschlag beträgt 10,8 Prozent (36 Monate x 0,3). Das ergibt knapp 132 Euro, sodass 1086 Euro übrig bleiben. Davon gehen Steuern und Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrag ab.

Um den Abschlag für die Frührente mit 63 auszugleichen und auf die vollen 1218 Euro Bruttorente zu kommen, muss der Versicherte 33 602 Euro aufwenden. Geht er doch regulär mit 66 Jahren in den Ruhestand und zahlt drei weitere Jahre Beiträge wie bisher, wird aus dem Abschlagsausgleich ein Rentenplus. Die Bruttorente vor Steuern und Abgaben beträgt voraussichtlich 1441 Euro. Zur ursprünglichen Rente von 1309 Euro sind 132 Euro aus dem Ausgleich hinzugekommen.

Möglichkeit 2: Länger arbeiten

Viele Menschen können sich vorstellen, trotz Rentenalter weiterzuarbeiten. Durch das Flexi-Renten-Gesetz können sie wählen: Regulär Rente bekommen und zusätzlich zur vollen Rente weiterarbeiten. Dabei gibt es die Wahl: Trotz Rente weiterhin in die Rentenkasse einzahlen oder nicht. Die Rente vorerst nicht beantragen und vom Gehalt leben.

Bei der Option Rente plus Gehalt hat der Ruheständler sofort höhere Einnahmen. Er bekäme seine Rente und hätte zusätzlich sein Einkommen. Er zahlt dann keine Rentenbeiträge mehr, wenn er sich nicht aktiv dazu entscheidet. Seine Rente steigt durch die Arbeit nicht mehr. Von den jährlichen Rentenerhöhungen abgesehen, würde sie auf diesem Niveau bleiben.

Wenn der Arbeitnehmer die Rente später beantragt, steigt sie. Für jeden Monat, den er später in Rente geht, erhöht sich seine Rente um 0,5 Prozentpunkte. Beantragt er seine Rente zwölf Monate nach seinem regulären Renteneintritt, würde sich die Rente um sechs Prozent erhöhen. Davon unabhängig würde er noch einmal mehr Rente bekommen, weil er ein weiteres Jahr in die Rentenkasse einzahlt.

Möglichkeit 3: Frührente und Arbeit

Lange genug gearbeitet und dann mit 63 frühzeitig in Rente – das klingt für viele verlockend. Doch fällt die Rente dann gering aus. Wer möchte, kann sich die Frührente mit einem Job nebenbei aufbessern.

Ab dem 1. Juli 2017 werden die Regeln einfacher: Bis zu einem jährlichen Verdienst von 6300 Euro bleiben dem Frührentner sowohl die volle Rente als auch das volle Gehalt. Gehälter darüber hinaus werden zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet. Nach Erreichen der Regelaltersgrenze gibt es keine Anrechnung mehr.

Kostenlose Beratung:

Die Deutsche Rentenversicherung muss kostenlos beraten, sodass der Rentenanspruch voll ausgeschöpft werden kann. Telefonische Beratung gibt es unter: 0800/10 00 48 00.

Renten werden erhöht: So viel Geld bleibt Ihnen mehr

mm

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