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Millionen Grundsteuererklärungen fehlen noch: Abgabefrist verlängert – für alle Bundesländer

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Von: Andrea Stettner

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Die Grundsteuererklärungen von rund 36 Millionen Grundstücken waren eigentlich Ende Oktober fällig. Doch viele fehlten noch. Die Abgabefrist wird verlängert.

Update vom 13. Oktober 2022, 13:34 Uhr: Die Abgabe der Grundsteuererklärung wird für alle Bundesländer von Ende Oktober auf Ende Januar 2023 verlängert. Das haben die Finanzminister der Länder beschlossen. Bundesfinanzminister Christian Lindner (43, FDP) schreibt dazu auf Twitter: „Die Frist zur Grundsteuer-Erklärung wird bis Januar 2023 verlängert. Das gibt den Steuerpflichtigen, den Finanzbehörden und den Steuerberatern Luft. Gegenwärtig gibt es auch andere Sorgen und Aufgaben, um die wir uns kümmern müssen.“

Erstmeldung vom 10. Oktober 2022, 13:00 Uhr: Wer eine Eigentumswohnung oder ein Haus besitzt, für den sorgt in diesen Tagen vor allem eines für viel Frust: die Grundsteuererklärung. Bis zum 31. Oktober 2022 muss die Steuererklärung für Immobilien- und Grundbesitzer beim Finanzamt eingegangen sein. Und obwohl die Frist langsam näher rückt, ist bislang wenig passiert: vier Wochen vor Fristende ist lediglich ein Drittel der Grundsteuererklärungen beim Fiskus eingegangen, heißt es vom Bundesfinanzministerium. Wohl auch, weil die Formulare für viele zu kompliziert gestaltet sind. Wird die Frist noch verlängert?

Ein Senior vor seinem Laptop. Die Grundsteuererklärung gestaltet sich für viele Eigenheimbesitzer zu kompliziert. Eine Fristverlängerung kann helfen.
Die Grundsteuererklärung gestaltet sich für viele Eigenheimbesitzer zu kompliziert. Eine Fristverlängerung kann helfen. © Josep Rovirosa/Imago

Grundsteuererklärung 2022: Bundesfinanzminister für Fristverlängerung


Um die Steuerzahler zu entlasten, hat Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) deshalb bereits am 5. Oktober angekündigt, den Bundesländern eine „maßvolle Verlängerung“ um einige Monate vorzuschlagen, meldet Tageschau.de. Die Verantwortung für die Grundsteuererklärung und dessen Abgabefrist liegt nämlich nicht beim Finanzminister, sondern bei den einzelnen Bundesländern. 

Welche Bundesländer eine Fristverlängerung ablehnen

Einige Bundesländer haben eine Fristverlängerung der Grundsteuererklärung jedoch bereits abgelehnt. Dazu zählen etwa Berlin, Bremen, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Ihrer Meinung nach führe eine Verlängerung der Frist lediglich dazu, dass die Steuererklärung vor sich hergeschoben würde.

Die meisten anderen Bundesländer wollen an der Abgabefrist zum 31. Oktober festhalten. Zumindest bis zur nächsten Finanzministerkonferenz. Am 13. Oktober wollen sich die Finanzminister der Bundesländer über eine Fristverlängerung erneut beraten. 

Baden-Württemberg gewährt Aufschub bei der Grundsteuererklärung

Lediglich Baden-Württemberg schert aus: Wie das Landesfinanzministerium am Donnerstag mitteilte (6. Oktober 2022) erhalten Eigentümer im Südwesten Deutschlands einen Aufschub für ihre Feststellungserklärung. So sollen die Erinnerungen für säumige Immobilienbesitzer erst in den ersten drei Monaten des nächsten Jahres von den Finanzämtern verschickt werden. Dies stelle zwar noch keine offizielle Fristverlängerung dar – Eigentümer haben aber so de facto mehr Zeit, um ihre Grundsteuererklärung abzugeben, heißt es in einem Bericht der dpa.

Kann ich selbst eine Fristverlängerung für die Grundsteuererklärung beantragen?

Unabhängig davon kann jeder selbst eine Fristverlängerung beim Finanzamt beantragen, wenn er die Grundsteuererklärung bis zum Abgabetermin nicht schafft. Ob diese gewährt wird, entscheidet die Behörde. Dies dürfte jedoch nur in begründeten Einzelfällen möglich sein.

Was passiert, wenn ich die Abgabefrist verpasse?

Wem es möglich ist, der sollte seine Steuererklärung auf jeden Fall pünktlich abgeben. Dies ist übrigens auch oft ohne Elster-Formular möglich. Wer die Abgabefrist für die Grundsteuererklärung verpasst, muss mit einem Säumniszuschlag vom Finanzamt rechnen. Dieser kann laut Capital.de mehrere hundert Euro betragen. Eigentümer, die dann immer noch nicht reagiert, kann ein saftiges Bußgeld winken. Laut focus.de werden bis zu 25.000 Euro fällig. Fehlen Daten, kann das Finanzamt die Besteuerungsgrundlage schätzen.

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