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3,6 Milliarden bekommt der Staat zusätzlich durch die Gaspreisexplosion

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Von: Janine Napirca

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Von der Gasumlage profitieren nicht nur Gasimporteure, auch der Staat nimmt durch steigende Gaspreise mehr Steuern von Bürgerinnen und Bürgern ein.

Der Krieg in der Ukraine wirkt finanziell gesehen immer mehr auch auf die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland aus. Die Preise für bestimmte Lebensmittel sind in die Höhe geschossen, die Inflation belastet die Geldbeutel der Verbraucherinnen und Verbraucher. Auch die Gaspreise sind am Explodieren – und jetzt kommt auch noch die von der Bundesregierung beschlossene Gasumlage hinzu. Was das für Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland bedeutet, und weshalb die Gaspreisexplosionen dem deutschen Staat laut Vergleichsportal Verivox 3,6 Milliarden Euro bescheren, lesen Sie im Folgenden.

Gaspreise steigen: Was genau ist eigentlich die Gasumlage?

Die Gasumlage soll durch die gestiegenen Gaspreise als Folge des Ukrainekriegs Gasimporteure, die deutlich weniger Gas aus Russland erhalten haben als dies vertraglich vereinbar war, entlasten, wie die Tagesschau berichtet. Die fehlenden Mengen an Gas müssen aus anderen, teureren Quellen bezogen werden. Bislang konnten Gasimporteure die Preissteigerungen nicht an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergeben, weil laut Bericht die Abgabepreise meist längerfristig fest vereinbart wurden.

Gaszähler mit Euroscheinen
Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland müssen durch die von der Bundesregierung beschlossenen Gasumlage mit erheblichen Preissteigerungen für Gas rechnen. © Rene Traut/Imago

Ab wann gilt die Gasumlage, die Verbraucherinnen und Verbraucher hohe Mehrkosten beschert?

Dem Bericht der Tagesschau zufolge gilt die Gasumlage ab Oktober 2022 bis voraussichtlich Ende März 2024. Bis dahin müssen die Gasimporteure die Mehrkosten noch selbst übernehmen. Anschließend dürfen 90 Prozent der Preissteigerungen über die Gasumlage an Verbraucherinnen und Verbraucher weitergereicht werden, um Gasimporteure vor dem Bankrott zu bewahren und Lieferausfälle zu verhindern.

Bundeskanzler Scholz verspricht, Bürgerinnen und Bürger mit den steigenden Gaspreisen nicht alleine zu lassen

Wie sollen ohnehin schon von der sehr hohen Inflation belastete Verbraucherinnen und Verbraucher die zusätzlichen Kosten, die durch die Gasumlage entstehen, stemmen können? Bundeskanzler Olaf Scholz verspricht auf Twitter, die Bürgerinnen und Bürger mit einem weiteren Entlastungspaket zu unterstützen. Niemand soll mit den höheren Kosten durch die Gasumlage allein gelassen werden.

Details dazu, wie genau die staatliche Unterstützung aussehen soll, sind bislang noch nicht bekannt. Bleibt abzuwarten, ob das neue Entlastungspaket die zusätzlichen Mehrkosten tatsächlich abfedert.

Verivox: Gaspreisexplosion beschert dem Staat 3,6 Milliarden zusätzlich

Durch die gestiegenen Preise für Gas steigen auch die Steuereinnahmen des Staates. Aus einer Pressemitteilung des Vergleichsportals Verivox geht hervor, dass deutsche Haushalte im Jahr 2022 mehr als 3,6 Milliarden Euro mehr Umsatzsteuer bezahlen müssen als im Jahr 2021.

Die Heizkosten erreichen angesichts der aktuellen Entwicklung eine Höhe, die viele Haushalte nur noch schwer tragen können. Die Regierung könnte Gas zum lebensnotwendigen Gut erklären und den Mehrwertsteuersatz darauf von 19 auf 7 Prozent absenken. Dadurch würden die Haushalte im Jahr 2022 um 4,4 Milliarden Euro entlastet.

Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox

Würde Gas allerdings als „lebensnotwendiges Gut“ gelten und mit nur 7 Prozent anstatt 19 Prozent Mehrwertsteuer besteuert werden, könnten Verbraucherinnen und Verbraucher Berechnungen von Verivox zufolge um 4,4 Milliarden Euro entlastet werden.

Der durchschnittliche Bruttopreis für eine Kilowattstunde Gas lag laut Verivox im Jahr 2021 noch bei 6,56 Cent/kWh – die Mehrwertsteuereinnahmen aus dem Gasverbrauch beliefen sich folglich auf rund 3,3 Milliarden Euro. 2022 liegt der Gaspreis der Pressemitteilung zufolge bereits bei 14 Cent pro Kilowattstunde (wobei mit weiteren Preissteigerungen zu rechnen ist).

Geht man von einem ähnlichen Verbrauch wie im Vorjahr aus, kostet das Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland mehr als 6,9 Milliarde Euro Mehrwertsteuer, wodurch der deutsche Staat zusätzliche Mehreinnahmen von mehr als 3,6 Milliarden Euro erhält. Wenn auf die Gasumlage ebenfalls eine Mehrwertsteuer erhoben wird, kostet das deutsche Haushalte zusätzlich 1,4 Milliarden Euro Steuern.

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