Sparkasse findet Nachahmer

Gebührenhammer: 150 Volksbanken ziehen nach beim Geldabheben

Immer mehr Banken verlangen Gebühren für ihre Dienstleistungen. Nun kassieren auch die Volksbanken ab. Liegt es am niedrigen Leitzins?

Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret rechnet mit steigenden Bankgebühren in Deutschland. "Wir sehen ein Ende der Umsonst-Kultur", sagte Dombret bereits der "Welt". Immer mehr Institute verlangen inzwischen Gebühren für Dienstleistungen und Produkte.

Banken kassieren Gebühren ab - wegen der dauerhaft niedrigen Zinsen?

"Allerdings müssen diese Produkte auch attraktiv sein, sonst werden Banken und Sparkassen dafür diese Preise nicht am Markt durchsetzen können", ergänzte der Bundesbank-Vorstand.

Grund für die Gebührenpolitik der Banken sind die niedrigen Zinsen und die strenger werdende Regulierung. Ob die Gebühren auch wieder sinken oder verschwinden könnten, sobald die Leitzinsen steigen, darauf wollte sich Dombret nicht festlegen. "Das ist eine Frage des Wettbewerbs."

Gebühren auf dem Land häufiger - da keine Konkurrenz

Das Internet-Portal Biallo stellte fest, dass mindesten 150 Volks- und Raiffeisenbanken mittlerweile Gebühren verlangen, das sind rund 15 Prozent aller Volksbanken. Bei den Sparkassen kassieren demnach rund 40 von 410 Instituten Gebühren (tz berichtete).

"Auffällig ist, dass es sich fast durchwegs um Geldhäuser in ländlichen Gegenden handelt. Gegenden, in denen Privatbanken nicht oder nur wenig vertreten sind. Die Genossenschaftsbanken und Sparkassen langen bei den Gebühren für das Girokonto zu, ohne Wettbewerbsdruck fürchten zu müssen", so die Biallo-Analyse.

tz

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