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Die Deutschen investieren nicht gerne in Aktien: zu zeitintensiv, zu riskant. Doch damit tappen Sie in Psychofallen, die die richtige Geldanlage gefährden.

Irrtümer entlarven

Geld in Aktien anlegen: Machen Sie auch diese fünf Denkfehler?

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Der Deutsche Aktienindex hat sich in den vergangenen sechs Jahren verdreifacht – dennoch scheuen die Deutschen die Geldanlage. Nur einer von fünf Irrtümern.

Seit Anfang des Jahres soll der DAX um etwa 500 Punkte zugelegt haben. Zudem bewegt sich der Kurs bereits auf die 12.000 Punkte zu – doch das scheint die Deutschen wenig zu interessieren. Sie horten Ihr Geld lieber auf Tagesgeldkonten – und das teilweise bei null Prozent Zinsen. Doch das Risiko scheint zu hoch, das sauer verdiente Geld bei einem Börsencrash wieder zu verlieren.

Angst vor Geldverlust lähmt Anleger 

Gleichzeitig glauben Ökonomen, dass dieses Denken und Verhalten ein fataler Fehler aus finanzieller Sicht für Anleger darstellt. Schließlich werden Investment-Entscheidungen durch die Angst vor Verlust enorm behindert. Doch auch andere Denkstrukturen führen dazu, dass Anleger zu spät oder falsch einsteigen. Wer sie allerdings kennt, kann sich selbst nochmal hinterfragen und so erfolgreicher investieren.

Ein fataler Irrtum ist nämlich, dass der Kursanstieg bereits sein Maximum erreicht hat – und es damit zu spät ist, in Aktien anzulegen. Laut dem Verhaltensökonomen Joachim Goldberg handelt es sich hierbei um "Regret Aversion" (zu deutsch: "Abneigung vor dem Bereuen"). Das heißt: Wir haben Angst, die falsche Entscheidung zu treffen – und treffen lieber gar keine. Schließlich wollen wir nicht die (unangenehmen) Konsequenzen tragen.

Konkret bedeutet das für Anleger: Wenn diese jetzt Aktien kaufen und in einem Jahr die Aktienkurse fallen, dann würde es sie hart treffen. Doch wenn sie keine Aktien kaufen und der Kurs steigt weiter, dann würden Anleger es zwar bedauern – aber das Gefühl wäre nicht so schlimm wie im ersten Fall.

Schließlich haben Sie ja psychologisch gesehen auch Recht. Wer ein Risiko nicht genau einschätzen kann, der geht entweder von seinen bisherigen Erfahrungen aus oder geht vom "Worst Case" aus: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit eines Börsencrashs? Nach der Finanzkrise und der derzeitigen politischen Lage: wohl sehr hoch. Wer dies nicht weiß und "nur" die aktuelle Börsenlage sieht, kommt dagegen vielleicht zu ganz anderen Schlüssen.

Aktienkauf: Steckt da wirklich so viel Arbeit dahinter?

Ein weiterer Denkfehler ist, dass viele glauben, dass Aktien anlegen viel Arbeit bedeutet. Das heißt: Wer an der Börse Erfolg haben will, der muss ständig topinformiert und aktiv sein. Viele entmutigt diese Annahme: Wer hat schließlich so viel (Frei-)Zeit und Muße, sich den ganzen Tag über die aktuellen Wirtschaftsdaten, Unternehmenszahlen oder mögliche Krisen zu informieren?

Laut dem Mannheimer Wirtschaftsprofessor Martin Weber sei dieses Denken seit jeher tief in uns verwurzelt. Getreu dem Motto: Nur wer viel macht und tut, flexibel und schnell reagiert, der ist erfolgreich. Doch beim Aktien anlegen sollten Sie genau im Gegenteil handeln, so Weber.

Sein Tipp: Aktien kaufen und ruhen lassen. Und sich nicht verrückt machen, wenn der Aktienkurs etwas fällt oder ständig in der Wirtschaftszeitung blättern.

Aktien: Bei geringem Kursfall nicht gleich in Panik ausbrechen

Doch Aktien anlegen klingt unsexy, zu abstrakt – und haben keine Geschichte. Unternehmen dagegen schon. Besonders wenn letztere prestige- und traditionsträchtig sind. Deshalb investieren Anleger auch lieber in Unternehmen. Denn hier haben Sie die Chance, bei etwas Großem dabei zu sein. Auch der Begriff Anleihe bedeutet für viele Sicherheit. Deutsche Staatsanleihen gelten schließlich als die sicherste Geldanlage überhaupt. Deshalb strahlt diese Sicherheit auch auf Anleihen deutscher Unternehmen ab, der sogenannte "Halo-Effekt".

Hochstapler, getarnt als charmante Finanz-Berater, wissen es schon lange: Wer gut reden kann und als Experte auftritt, der kann Leute von sich und seinem Produkt überzeugen – und lockt damit seine Kunden in die Finanz-Falle. Autor Robert Cialdini berichtet in seinem Buch "The Power of Persuasion" über die fiesen Manipulationstechniken.

Sie erzählen von Finanz-Geheimnissen der Superreichen, von Reichtum ohne viel Aufwand und schmeicheln den Anlegern. Dadurch geben diese Betrüger ihren Opfern das Gefühl, besonders zu sein, weil sie mehr wissen als der Rest. Mit meist fatalen Folgen – bei denen am Ende oft der finanzielle Ruin droht.

Attraktive Rabatte locken Anleger  

Rabattaktionen funktionieren nach einem Prinzip, das sich unbewusst auf unser Konsumverhalten auswirkt: Sobald es auf ein Produkt nämlich Rabatt gibt – und seien es nur wenige Prozent vom Originalpreis – wirkt es in den Augen der Käufer gleich viel attraktiver.

Genau dieses Verhalten will sich der Direktor des Deutschen Aktieninstituts Franz Josef Leven nun zunutze machen – und hat gemeinsam mit der Deutschen Börse und den großen Online-Brokern für den 16. März 2017 den "Tag der Aktie" verkündet.

Das Besondere daran: Anleger haben an diesem Tag die Chance, die 30 Dax-Aktien sowie acht Indexfonds kostenlos zu kaufen – ohne Handelsgebühren. Der Rabatt – der zwischen zehn bis 65 Euro beträgt – soll die Anleger schließlich dazu animieren, den ersten Schritt Richtung Börse zu tun.

Nur teure Oldtimer lohnen als Geldanlage

Von Jasmin Pospiech

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