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Kreditrating: So können KMUs ihre Bonität verbessern

Für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) ist gute Liquidität überlebenswichtig. Um ein Bankdarlehen zu erhalten, müssen sie ihre Kreditwürdigkeit jedoch nach immer schärferen Kriterien unter Beweis stellen.

Mit diesen Möglichkeiten können Unternehmer ihre Bonität verbessern und die Chance auf einen Firmenkredit erhöhen.

Ausgaben und Prozesse optimieren

Einer der wichtigsten Faktoren für erfolgreiche Kreditverhandlungen ist ein überzeugendes Auftreten. Dazu gehört vor allem ein wirtschaftlicher, zukunftsorientierter Finanzplan. Firmeninhaber sollten ihr Unternehmen daher vor dem Bankgespräch einer strengen Bilanzanalyse unterziehen und Schwachstellen ausbessern. Schon dadurch lässt sich wertvolles Eigenkapital einsparen. Durch Prozessoptimierung können unnötige Kostenpunkte gestrichen und die Ausgaben gesenkt werden. Auch ein Vergleich bestehender Verträge lohnt sich, um beispielsweise bei Telefonie und Internet oder den Kontoführungsgebühren des Geschäftskontos zu sparen. Je nach Branche kann sich auch ein Wechsel des Firmenstandorts auszahlen. Wer nicht auf zentrale Lage angewiesen ist, profitiert von günstigen Mietpreisen in städtischen Randgebieten.

Wirtschaftsgüter leasen

Gerade für Klein- und Jungunternehmer stellt die Anschaffung teurer Arbeitsgeräte und Büroausstattung eine große finanzielle Hürde dar. Beim Leasing sind dagegen nur geringe monatliche Beträge fällig, wodurch die Liquidität geschont wird. Unternehmer können Leasingraten außerdem von der Steuer absetzen. Über eine festgelegte Vertragslaufzeit lassen sich so Möbel, Computer, Maschinen, Firmenwagen und sogar Immobilien mieten. Anschließend besteht bei vielen Verträgen die Möglichkeit, die Wirtschaftsgüter zum Restwert zu übernehmen. Ein weiterer Vorteil des Firmenleasings ist, dass Unternehmen nach Ablauf des Vertrags bequem auf modernere Ausstattung wechseln können. Das Firmenleasing wird inzwischen von vielen Anbietern angeboten - besonders einige aufstrebende FinTechs haben sich darauf spezialisiert.

Forderungen verkaufen

Der Verkauf ausstehender Forderungen ist eine weitere Möglichkeit, das Kreditrating zu verbessern. Trotzdem wird sie bisher jedoch nur von wenigen KMUs in Anspruch genommen. Beim Factoring werden offene Rechnungen an Factoring-Gesellschaften verkauft und somit die Wartezeit bis zur Zahlung umgangen. Der Käufer oder Factor zahlt umgehend die Rechnungssumme und ist fortan selbst für die Einforderung der offenen Zahlung verantwortlich. Factoring verhilft einem KMU zu schneller Liquidität, zudem tauchen die offenen Forderungen nicht in der Bilanz auf. Wichtig ist die Unterscheidung von echtem und unechtem Factoring: Echtes Factoring überträgt das Bonitätsrisiko an den Käufer. Beim unechten Factoring haftet jedoch das verkaufende Unternehmen, wenn der Kunde nicht zahlt.

Sicherheiten einbehalten

Erwirtschaftete Gewinne sollten vor allem in den ersten Jahren nach der Unternehmensgründung als Rücklagen genutzt werden. Indem Gewinne im Unternehmen verbleiben, verbessert sich die Eigenkapitalquote und damit die Wahrscheinlichkeit einer Kreditvergabe. Auf diese Weise steht auch mehr Kapital zur Verfügung, um Verluste oder spontane Ausgaben abzufangen. Niemals sollten persönliche Rücklagen wie Altersvorsorge oder Lebensversicherung zur Kreditsicherung herangezogen werden. Um das Unternehmenskapital mithilfe einer Geldanlage zu erhöhen, kann auch gewinnbringend in Immobilien, Aktien oder Kryptowährung investiert werden. Firmentagesgeldkonten bieten attraktive Zinsen und schnellen Zugang zum Kapital.

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