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Eine Rentnerin packt über ihr Leben in Altersarmut aus.

Zu groß ist die Scham

"Lieber esse ich eine Woche lang trocken Brot": Rentnerin lebt mit 200 Euro im Monat

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Was es bedeutet, jeden Cent dreimal umdrehen zu müssen, davon kann Rentnerin Christel S. ein Lied singen. In manchen Monaten hat sie nur 200 Euro zum Leben übrig.

"Zum Sterben ist es zu viel, zum Leben zu wenig", sagt Christel Schmitz gegenüber Focus Online. Ihr richtiger Name wurde von der Redaktion geändert. Zu groß ist die Scham, dass ein Bekannter spitz bekäme, dass die 76-Jährige arm ist.

76-jährige Rentnerin muss mit 200 Euro im Monat über die Runden kommen

Ihr ganzes Leben hatte sie geschuftet, erst als gelernte Hotelfachfrau, später auch in wechselnden Berufen, war sogar mal selbstständig. Doch viel Geld ist ihr nicht geblieben, heute lebt sie von gerade mal von etwas mehr als 800 Euro im Monat. Zieht man Miete, Strom, Wasser und Telefon davon ab, bleiben ihr manchmal nur 200 bis 250 Euro im Monat.

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Hilfe von ihrer Familie kann die Rentnerin nicht erwarten - sie selbst ist geschieden, ihre Tochter alleinerziehend und der Sohn wohnt im Ausland und ist ebenfalls schon in Rente. Hinzu kommt, dass auch allmählich die Gesundheit streikt. So erlitt Schmitz Anfang des Jahres einen leichten Schlaganfall, zudem musste sie wegen eines Lungenkarzinoms operiert werden.

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Aus Scham holt sie sich keine Hilfe - und vereinsamt immer mehr

Sie fühlt sich sehr einsam, isoliert sich immer mehr, doch Hilfe von außen will sie nicht. "Lieber esse ich eine Woche lang trocken Brot, als zur Tafel zu gehen", erklärt sie im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin. "Dann merkt auch niemand, was mit mir los ist. Für gemeinsame Unternehmungen habe ich ja doch kein Geld. Wenn man jeden Cent rumdrehen muss, geht einem ohnehin den ganzen Tag nur ein Thema durch den Kopf. Auch nachts."

Rentnerin: Hätte sie diesen Fehler nicht gemacht, hätte sie heute 400 Euro mehr

Allerdings weiß die 76-Jährige auch, dass sie viele Fehler gemacht habe, räumt sie ein. Nach ihrer Scheidung von einem Belgier erhielt sie aus dem Verkauf des gemeinsamen Hauses zwar eine Summe von damals 65.000 Mark. Auf den Versorgungsausgleich verzichtete sie aber bei der Auseinandersetzung über die Vermögensverhältnisse. "Dabei hätte ich damit heute 400 Euro mehr im Monat zur Verfügung. Darüber darf ich gar nicht nachdenken", schließt Schmitz traurig.

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jp

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