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Für viele ist die Steuererklärung eine große Herausforderung. 

Im Schnitt sind über 900 Euro drin 

10 Minuten, die sich richtig lohnen: So klappt es auch mit Ihrer Steuererklärung

Im Schnitt sind über 900 Euro drin: mit diesen hilfreichen Tipps klappt es auch bei Ihrer Steuererklärung. 

Taschengeld für den  Urlaub gefällig? Dann holen sie sich das Geld dafür doch beim Finanzamt - mithilfe ihrer Einkommen- bzw. Lohnsteuererklärung. Im Schnitt sind über 900 Euro drin! Viel Geld! Auf das aber jeder dritte Steuerzahler verzichtet - weil er keine Steuererklärung abgibt. Viele resignieren vor dem Wust an Bürokratie. Dabei gibt‘s für Arbeitnehmer, die nur ihren Lohn versteuern, seit 2006 die „vereinfachte Steuererklärung - mit zwei statt acht Seiten Formularen. Mit etwas Vorbereitung ist man in zehn Minuten durch! Das packen auch Formular-Muffel. Die tz erklärt die wichtigsten Details. Der letzte Cent lässt sich damit aber nicht herausholen. Da hilft dann vielleicht- je nach Geldbeutel - eine Steuer-Software für den PC, ein Lohnsteuerhilfeverein oder ein Steuerberater. Alles besser, als das Geld einfach dem Staat zu schenken

Steuererklärung: Mit diesen hilfreichen Tipps klappt es auch bei Ihnen

Viele Arbeitnehmer winken beim Thema „Einkommensteuererklärung“ ab, weil sie davon keine Ahnung haben. Doch mit der „vereinfachten Steuererklärung„ können selbst Steuerlaien ihr Nettoeinkommen aufbessern - Das müssen Sie dazu wissen:

Wer kann eine vereinfachte Steuererklärung abgeben? Die vereinfachte Steuererklärung richtet sich an alle durchschnittlichen Steuerzahler, die nur über gewöhnliche Einkommen verfügen: Arbeitslohn, Versorgungsbezüge und Lohnersatzleistungen. Das heißt im Umkehrschluss, wer nebenberuflich freiberuflich arbeitet, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung hat oder ein häusliches Arbeitszimmer nutzt bzw. eine doppelte Haushaltsführung geltend machen will, der benötigt eine reguläre Steuererklärung.

Was macht die vereinfachte Steuererklärung aus? Sie besteht nur aus einem zweiseitigen Vordruck. Allerdings: Etwaige Anlagen wie die Anlage Kind, die Anlage Vorsorgeaufwand, die Anlage AV für die Riester-Rente oder die Anlage VL für  Arbeitnehmer-Sparzulagen müssen trotzdem beigelegt werden.

Welche Grenzen setzt die vereinfachte Steuererklärung? Wer die vereinfachte Steuererklärung nutzen möchte, darf nur im Inland Arbeitslohn beziehen. Das Gleiche gilt für Versorgungsbezüge oder Arbeitslosengeld, Insolvenzgeld, Mutterschaftsgeld, Elterngeld etc.. Andere steuerpflichtige Einkünfte aus anderen Einkunftsarten dürfen nicht vorliegen. Grenzen gesetzt werden zudem bei den Sonderausgaben. Hier dürfen nur Vorsorgeaufwendungen und Altersvorsorgebeiträge, die auf der Anlage Vorsorgeaufwand angeben werden, sowie Kirchensteuer und Spenden angegeben werden. Die außergewöhnlichen Belastungen beschränken sich auf den Behinderten-Pauschbetrag, Fahrtkosten wegen Behinderung, Pflege-, Krankheits- und Kurkosten. 

 

► Die Werbungskosten sind in der vereinfachten Steuererklärung beschränkt. Anerkannt werden nur die Kosten für die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, Beiträge zu Berufsverbänden, Arbeitsmittel, Bewerbungs- und Fortbildungskosten, Kontoführungsgebühren sowie Reisekosten bei Auswärtstätigkeit. 

► Wer Kosten für eine doppelte Haushaltsführung oder ein häusliches Arbeitszimmer angeben möchte, muss die herkömmliche, ausführliche Steuererklärung nutzen. 

► Wer sich mit dem Thema Steuern überhaupt nicht auseinandersetzen will, beantragt nur folgende Werbungskosten, da hier Pauschalen gelten: 

► Entfernungspauschale - für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte mit 0,30 Euro/Entfernungskilometer (Angabe: Anzahl der Arbeitstage pro Jahr, einfache Entfernung zur Arbeit) 

► Kontoführungsgebühren pauschal 16 Euro

► Ausgaben für Arbeitsmittel ohne Belege 110 Euro. Beispiel: Die angestellte Friseurin Ilse Müller hat noch nie eine Steuererklärung beim Finanzamt eingereicht. Dabei legt sie im Jahr an 230 Tagen 30 Kilometer pro Tag für die einfache Fahrt zur Arbeit zurück. Ihr persönlicher Steuersatz beträgt 25 Prozent. Reicht sie nun erstmals eine vereinfachte Einkommensteuererklärung beim Finanzamt ein, winkt folgende Steuererstattung:

Fahrtkosten zur Arbeit: 2070 Euro (230 Tage x 0,30 Euro/km x 30 km) Kontoführungsgeb.: 16 Euro Ausgaben für Arbeitsmittel ohne Belege: 110 Euro Werbungskosten gesamt: 2196 Euro Steuererstattung bei Steuersatz mit 25% (25% von 1196 Euro; 1000 Euro Werbungskostenpauschale ist schon beim Lohnabzug berücksichtigt worden) 299 Euro. Fazit: Ilse Müller holt sich dank der vereinfachten Einkommensteuererklärung 299 Euro vom Finanzamt zurück. Zeitaufwand: Maximal zehn Minuten.

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Für die Abgabe einer freiwilligen Steuererklärung haben Arbeitnehmer nach Ablauf des Steuerjahrs vier Jahre Zeit. Ilse Müller könnte deshalb ohne großen Aufwand für vier weitere Jahre mit insgesamt 1196 EuroRückerstattung rechnen.

 

Möchte ein Arbeitnehmer nicht bis zum Ablauf des Jahres warten, bis er seine vereinfachte Einkommensteuererklärung beim Finanzamt einreichen und die Steuerrückerstattung beantragen kann, gibt es eine interessante Alternative. Der Arbeitnehmer kann beim Finanzamt die Eintragung eines Lohnsteuerfreibetrags beantragen. Dadurch behält der Arbeitgeber beim Lohnabzug weniger Lohnsteuer ein und das Nettogehalt steigt. Beispiel: Friseurin Ilse Müller möchte ihr Nettogehalt steigern. Deshalb beantragt sie ihre Werbungskosten bereits im Lohnsteuerermäßigungsverfahren. Erklärt Frau Müller ihre Werbungskosten von 1196 Euro, klettert ihr Nettogehalt pro Monat um knapp 46 Euro. Diese frühzeitige Steuererstattung der 299 Euro hat jedoch zur Folge, dass Ilse Müller künftig mehr Zeit für die Steuer aufwenden muss. Denn wer einen Lohnsteuerfreibetrag beantragt, muss zwingend eine Einkommensteuererklärung beim Finanzamt abgeben. Schließlich möchte das Finanzamt prüfen, ob die Angaben zu den voraussichtlichen Werbungskosten tatsächlich stimmen. Sollten die tatsächlichen Werbungskosten niedriger sein als beantragt, droht Ilse Müller eine Nachzahlung.

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Lohnsteuerhilfeverein für Sparfüchse 

Eine Alternative für Steuermuffel ist die Mitgliedschaft in einem Lohnsteuerhilfeverein. Bei überschaubaren Mitgliedsbeiträgen (gestaffelt nach Einkommen, z. B. Lohi München von 45 bis 375 Euro) kümmern sich Fachleute um die Abgabe der Einkommensteuererklärung. Ihr Aufwand ist überschaubar: Sie führen ein Gespräche mit dem Spezialisten, suchen ihm die nötigen Unterlagen heraus und bekommen schließlich - ohne Stress und ohne eigene Verantwortung - eine Steuererstattung, die meist höher ausfällt als bei der „vereinfachten Steuererklärung“.

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