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Sperrt man sich aus, kann es exorbitant teuer werden. Denn Schlüsseldienste wollen aus der Not der Verbraucher oft Kapital schlagen.

Überteuerte Türöffnungen

Schlüsseldienst-Abzocke: Was Sie dagegen tun können

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Abzocke, Wucher, unredliche Geschäftspraktiken: Diese Begriffe werden häufiger mit Schlüsseldiensten in Verbindung gebracht. Doch Sie können sich dagegen wehren.

Sehr oft hört man im Zusammenhang mit Schlüsseldiensten von Wucherpreisen, Abzocke und fiesen Geschäftspraktiken. In einem aktuellen Fall aus Bielefeld hätte eine Frau 355 Euro für einen Notdienst zahlen sollen. Weil sie sich wehrte, bekommt sie nun aber ihr Geld zurück. 

Schlüsseldienst-Abzocke: Die Fälle häufen sich  

Das geht aus einem Urteil des Amtsgerichts Essen hervor, wie der WDR berichtet. Die Bielefelderin habe bewusst einen örtlichen Schlüsseldienst angerufen, sei dann aber bei einem Callcenter und schließlich einer Firma in Essen gelandet. Diese habe dann 355 Euro für den Einsatz verlangt. Derartige Fälle sind keine Seltenheit. Bereits im August 2016 hatte es einen ähnlichen Vorfall gegeben, der ebenfalls in Essen vor Gericht geklärt werden musste (Az.: 17 C 61/15).

Hier hatte eine Wohnungseigentümerin einen Schlüsseldienst angerufen und schon am Telefon angekündigt, dass sie keinen Notdienst, dafür aber einen Kostenvoranschlag, benötige. Daraufhin seien Mitarbeiter der Firma zu der Frau nach Hause gekommen und hätten ihr einen Vertrag unter die Nase gehalten. Angeblich nur, um die Richtigkeit der Wohn-Adresse zu bestätigen. Wie sich jedoch später herausstellte, handelte es sich um einen Blankovertrag. Der Schlüsseldienst trug erst im Nachhinein Preise ein und forderte letztlich rund 422 Euro für die Türöffnung. Laut Gerichtsurteil unredliches Verhalten: "Nach Ansicht des Gerichts zeigt das ganze Geschehen, dass sich die Klägerin in einer ausweglosen Situation befunden hat, in der sie nur gezahlt hat, um die Mitarbeiter des Beklagten loszuwerden." Sie bekam das ganze Geld zurück.

Ein weiteres Abzock-Beispiel vom Amtsgericht Lingen (Az. 4 C 529/16): 308 Euro für eine vorher nicht abgesprochene Dienstleistung. Hier wurden dem Schlüsseldienstkunden immerhin 196 Euro erstattet.  

Wucherpreise von Schlüsseldiensten: Wie können sich Verbraucher schützen?

Richter kritisieren zu hohe Schlüsseldienst-Rechnungen schon lange und entscheiden nicht selten zugunsten der Kläger. Auch Verbraucherschützer haben in der Vergangenheit wiederholt vor den Maschen der Schlüsseldienste gewarnt. Sie raten dringend, vorab Festpreise zu vereinbaren. Was Sie gegen Schlüsseldienst-Abzocke unternehmen können, weiß Stiftung Warentest. Hier die wichtigsten Tipps im Überblick:

  • Pauschalen, Maximalkosten und Preisempfehlungen beachten. Im Beispiel Lingen orientierte sich das Gericht an der Preisempfehlung des Bundesverband Metall (BVM), einer Pauschale von rund 76 Euro für eine 15-minütige Türöffnung und einer Anfahrtsopauschale von 36 Euro.
  • Immer vorab Festpreise vereinbaren.
  • Gegen Wucherpreise wehren. Wurde vorher eine Summer vereinbart, gilt dieser Preis selbstverständlich. Es gibt aber die Ausnahme Wucherpreise. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn der Schlüsseldienst das Doppelte des marktüblichen Preises verlangt. Dann ist ein Vertrag unwirksam.
  • Musterschreiben für Rückforderungen nutzen. Falls bereits Wucherpreise gezahlt wurden, können Sie das zu viel gezahlte Geld zurückverlangen. Dafür bietet etwa die Verbraucherzentrale Berlin einen Musterbrief an.
  • Auch bei "Extras" auf Empfehlungen achten: Falls zum Beispiel ein neuer Schließzylinder fällig werden sollte, kann der Schlüsseldienst mehr verlangen. Aber auch in diesem Fall gelten Preisempfehlungen des BVM. 
  • Nur seriösen Diensten vertrauen. Es empfiehlt sich in jedem Fall der Anruf bei einem lokalen Unternehmen in der Nähe. Stiftung Warentest bietet dazu eine Schritt für Schritt-Anleitung an. In diesem Zusammenhang warnen die Verbraucherschützer eindringlich vor der Callcenter-Masche. Denn eine Firma kann eine örtliche Vorwahl haben und dennoch hunderte Kilometer entfernt sein - wie im aktuellen Fall der Bielefelderin.
  • Auf Adressangaben achten. Der Tipp von test.de: Wählen Sie nur Firmen aus, die Sie kennen, die eine Adresse angegeben haben (Gaunerfirmen verzichten häufig darauf), oder schauen Sie gleich bei der Handwerkskammer nach.    

Und noch ein Tipp: Kosten für den Schlüsseldienst sind meistens von der Steuer absetzbar.

Abgezockt: Die schlimmsten Fälle der Verbraucherzentrale

mop        

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