Viele Alleinerziehende sind auf den Staat angewiesen, um über die Runden zu kommen.
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Viele Alleinerziehende sind auf den Staat angewiesen, um über die Runden zu kommen.

Ernstes Problem

Staat muss zwei Milliarden für Unterhalt vorstrecken – jetzt sollen Finanzämter einschreiten

  • Jasmin Pospiech
    VonJasmin Pospiech
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Der Staat leistet vielen Alleinerziehenden einen Unterhaltsvorschuss. Bis zu 18 Jahre hilft er aus, wenn der andere Elternteil nicht zahlen kann oder will. Das soll sich jetzt ändern.

Über zwei Milliarden Euro: Das ist die satte Summe, die der Staat 2018 an Unterhaltskosten an Alleinerziehende zahlen musste. Dabei geht dieser in Vorleistung und hilft alleinerziehenden Elternteilen aus, bei denen der andere nicht zahlen kann oder will. Im Zuge der Reform des Unterhaltsvorschusses erhalten Alleinerziehende die staatliche Leistung nun länger - waren es früher höchstens sechs Jahre, übernimmt der Staat nun bis zu 18 Jahre lang die Unterhaltskosten.

Unterhalt in Deutschland: Viele Alleinerziehende sind auf staatlichen Vorschuss angewiesen

Meistens sind es die Väter, die zahlen müssten, aber es verweigern oder einfach nicht genug verdienen. Manche von ihnen beziehen zudem selbst Sozialleistungen. Aber auch der staatliche Vorschuss reicht vielen Alleinerziehenden nicht aus, um den Lebensunterhalt zu decken. Daher sind einige von ihnen darüber hinaus auf Hartz IV angewiesen, um über die Runden zu kommen. Doch nur etwa 13 Prozent des Vorschusses, oder auch Ausfall-Leistung genannt, konnte sich der Staat im vergangenen Jahr wieder zurückholen.

Was dabei auffällt: In Bayern und Baden-Württemberg kam man sogar auf 19 Prozent, im Norden waren es dagegen nur bis zu acht Prozent. Experten gehen davon aus, dass es wohl daran liegt, dass viele Eltern im Süden finanziell leistungsfähiger sind.

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Unterhaltszahlen zurückholen: Jetzt sollen Finanzämter eingreifen

Andere wiederum glauben, dass in Bremen & Co. die Jugendämter dafür verantwortlich sind. Darin liege aber auch das Problem: Schließlich seien diese gar nicht fürs "Geldeintreiben" zuständig, so Andreas Peichl, Leiter des Ifo Zentrums für Makroökonomik und Befragungen. "Besser wäre, dies über die Finanzämter zu machen – so wie in Bayern."

Länder und Kommunen seien daher in der Pflicht, genügend Personal hierfür zur Verfügung zu stellen - doch in den meisten Fällen sei dies unrealistisch. Schätzungen zufolge leben hierzulande etwa 1,5 Millionen Alleinerziehende mit minderjährigen Kindern. Wie Focus Online berichtet, geht aus früheren Studien hervor, dass etwa die Hälfte keinen Unterhalt vom anderen Elternteil erhalten soll. Ein Viertel bekommt dagegen zu wenig und ein weiteres Viertel erhält angeblich nur die vorgeschriebene Mindestsumme.

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jp

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