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Fehler im Steuerbescheid entdeckt: So viel Geld ist bei einem Einspruch drin

  • Anne Hund
    VonAnne Hund
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Wer den Steuer­bescheid prüft, entdeckt nicht selten einen Fehler. Erste Maßnahme: Ein Einspruch. Dieser muss allerdings inner­halb einer bestimmten Frist beim Finanz­amt eingehen.

Haben Sie auch schon Ihren Steuerbescheid bekommen? Dann kontrollieren Sie besser, ob alle Ausgaben, die Sie in der Steuererklärung vermerkt haben, auch im Bescheid stehen. Zahlendreher oder andere Fehler können nämlich auch dem Finanzamt mal passieren. Vielleicht hat es auch bestimmte Aufwendungen nicht anerkannt oder einen Posten vergessen. Auch in solchen Fällen können Sie Einspruch einlegen.

Zum Weiterlesen: So prüfen Sie Ihren Steuerbescheid auf mögliche Fehler - Kontrolle lohnt sich.

Steuerbescheid: Rund zwei Drittel aller Einsprüche erfolg­reich

Es könnte sich durchaus lohnen: Laut Bundesfinanzministerium wurden der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zufolge allein im Jahr 2019 fast 3,5 Millionen Einsprüche eingelegt. Zusammen mit den noch unerledigten Einsprüchen aus den Vorjahren hatten die Finanzämter insgesamt über 5,8 Millionen Einsprüche zu bearbeiten. Fazit: Fast zwei Drittel der Fälle (rund 66 Prozent) waren laut dpa erfolgreich. Erfolglos oder zumindest teilweise erfolglos waren demnach nur 14 Prozent der Einsprüche.

Steuerbescheid: So können Sie Einspruch einlegen

Sie wollen Einspruch einlegen? Das Verfahren ist einfach und kostenlos. Sie müssen sich allerdings an die Fristen halten und innerhalb eines Monats Einspruch einlegen, wie die Stiftung Warentest informiert.

1. Einspruchs­frist beachten

Das Datum des Versands stehe rechts oben auf dem Bescheid. Achtung: „Ist der dritte Tag ein Samstag, Sonn­tag oder gesetzlicher Feiertag, gilt der nächste Werk­tag als Bekannt­gabetag (BFH, Az. IX R 68/98). Endet die Einspruchs­frist am Wochen­ende oder einem Feiertag, verlängert auch sie sich bis zum nächsten Werk­tag. Silvester zählt als Werk­tag (BFH, Az. III B 135/17).“

Die Stiftung Warentest nennt ein Beispiel: „Der Bescheid weist das Datum vom 20. August 2020 aus. Drei Tage später ist Sonn­tag, der 23. August. Der Bescheid gilt daher erst am Montag, den 24. August, als bekannt gegeben.“ Spätestens am 24. September, einem Donners­tag, müsse der Einspruch beim Finanz­amt sein.

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2. Absender muss erkennbar sein

Ein Einspruch muss ans zuständige Finanzamt gehen - laut Stiftung Warentest geht das per Brief, E-Mail oder online über Elster, oder aber Sie wählen ein anderes passendes Steuerprogramm. Formal müsse ein Einspruch keine besonderen Anforderungen erfüllen, heißt es in dem dpa-Bericht. Es müsse nur klar sein, wer ihn einlege und welchen Bescheid die Person angreife. Das gelte insbesondere für zusammenveranlagte Paare. Lege nur ein Ehepartner Einspruch ein, gelte der Rechtsbehelf nicht automatisch auch für den anderen, so der Bund der Steuerzahler laut dpa.

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3. Auf Musterverfahren hinweisen

„Der Einspruch muss gut begründet sein. Steuerzahlende müssen also ausführ­lich erklären, warum sie mit dem Vorgehen des Finanz­amts nicht einverstanden sind und wenn möglich Nach­weise für ihre Ansicht mitliefern“, erklärt Test.de. Laufe die Frist bald ab, sei es möglich, „erst einmal Einspruch gegen den Steuer­bescheid einzulegen und die Begründung zeit­nah nach­zuliefern“.

Das Wort „Einspruch“ muss dem dpa-Bericht zufolge zwar nicht zwingend drüber stehen, und man müsse einen Einspruch auch nicht begründen, wie es dort wiederum heißt. Allerdings könne es sinnvoll sein, weil der Sachbearbeiter so den Sachverhalt gezielt prüfen könne. Fehle eine Begründung, könne es unter Umständen sein, dass das Finanzamt zum selben Ergebnis komme wie im Steuerbescheid.

Die Experten haben noch einen Tipp: Im Einspruch könne man auf laufende Verfahren verweisen, über die der Bundesfinanzhof, andere Bundesgerichte oder der Europäische Gerichtshof noch entscheiden - wenn sie für den eigenen Steuerbescheid von Bedeutung sind. Am besten gebe man das Aktenzeichen an, heißt es in dem dpa-Bericht. Der eigene Bescheid bleibe in diesem Punkt offen, bis ein Urteil gefallen sei.

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4. Den Einspruch gegebenenfalls zurücknehmen

Aufgepasst: Eventuelle Steuerforderungen werden durch den Einspruch nicht grundsätzlich hinfällig. Sprich: Man muss die Forderung meist trotzdem erst einmal begleichen. Wer das vermieden will, sollte - wie es in dem dpa-Bericht heißt - , zudem eine „Aussetzung der Vollziehung“ beantragen. Liege alles vor, könne das Finanzamt die Unterlagen erneut prüfen. 

Was man grundsätzlich wissen muss: „Fallen beim Einspruchsverfahren Fehler im Bescheid auf, deren Korrektur sich nach­teilig für die Steuerzahlenden auswirkt, darf der Steuer­bescheid zu deren Ungunsten geändert werden“, wie Test.de informiert. Die Rede ist dann von einer „Verböserung“. Es könne also passieren, dass die Beschwerde selbst erfolg­reich sei, aber trotzdem höhere Steuern fällig seien. Aber: „Das Finanz­amt muss vorab ausdrück­lich auf eine mögliche Verschlechterung hinweisen.“ Betroffene könnten ihren Einspruch dann auch zurücknehmen, erklären die Experten der Stiftung Warentest. Dann bleibe alles beim Alten. (ahu) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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Das Geld vor dem Euro: Kennen Sie diese EU-Währungen noch?

Pesetas, italienische Lire oder Franc: Jedes europäische Land hatte vor dem Euro eine eigene Währung.
Die Deutsche Mark, auch DM oder D-Mark genannt, war als Bargeld von 1948 bis Ende 2001 die offizielle Währung der Bundesrepublik Deutschlands. Eine Deutsche Mark war wiederum unterteilt in einhundert Pfennig. Neben Münzen gab es sie auch in fünf- bis tausend-DM-Scheinen. Noch heute sollen Milliarden D-Mark im Umlauf sein. Ein Euro soll heutzutage zwei DM wert sein.
Die italienische Lira war von 1861 bis zur Einführung des Euro das offizielle Zahlungsmittel Italiens. Sie war zudem auch in den beiden Zwergenstaaten San Marino und Vatikanstadt offizielle Währung. Doch vor 2001 spielten wegen einer anhaltenden Inflation nur noch die Werte 50, 100, 200, 500 und 1.000 Lire eine Rolle im Zahlungsverkehr. Ein Euro beträgt nach heutigem Umrechnungskurs etwa 2.000 Lire.
Die griechische Drachme galt von 1831 bis 2001. Sie war das offizielle Zahlungsmittel in Griechenland. Der Name ist bereits seit der Antike geläufig und bezeichnete schon damals eine Gewichts- und Münzeinheit aus Silber. Ihre Untereinheit war das Lepto, 100 davon ergaben eine Drachme. Umgerechnet wäre heutzutage ein Euro circa 340 griechische Drachmen wert.
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