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Bei der Steuererklärung können Sie viel Geld sparen - ein Experte gibt Ihnen Tipps, wie Sie das richtig bewerkstelligen.

Expertentipps

So erhalten Sie viel Geld bei der Steuererklärung 2017 zurück

Werbekosten, Pauschal- oder Sonderbeträge: Wer bei der Steuererklärung gezielt Angaben macht, kann viel Geld sparen. Der Chef der Steuerberater verrät Tipps.

Wer sich gut informiert und geschickt handelt, der hat beim Gedanken ans Finanzamt zumindest einmal im Jahr gut lachen. Stichwort: Steuerrückzahlung. Dr. Hartmut Schwab, Präsident der Steuerberaterkammer München, gibt in der tz exklusive Tipps, wie man sich Geld vom Staat zurückholen kann.

Übrigens: Wer es noch nicht mitgekriegt haben sollte: Ende Mai ist die Abgabe der Steuererklärung für einige wieder fällig. Da kommen die 20 Tipps des Experten gerade recht.

Arbeitszimmer

Wer zu Hause zum Beispiel ein Arbeitszimmer nutzt, kann in diesem mehr Kosten als bisher von der Steuer absetzen. Die Grundlage dafür legt eine aktuelle Entscheidung des Bundesfinanzhofes vom Februar 2017.

Danach bleibt der Höchstbetrag mit 1250 Euro zwar gleich. Wenn allerdings ein Arbeitszimmer von mehreren Personen genutzt wird, kann der Höchstbetrag bei entsprechenden Kosten jetzt für alle Personen in voller Höhe berücksichtigt werden.

Umzugskosten

Wer aus beruflichen Gründen umzieht, kann die Umzugskosten absetzen. Dafür gelten seit dem 1. Februar höhere Pauschalen: Für Singles 764 Euro, für Verheiratete und Lebenspartner 1528 Euro. Pro Kind kommen noch einmal 337 Euro dazu.

Übrigens: Wer aus privaten Gründen Haus oder Wohnung wechselt, kann die Kosten für das Umzugsunternehmen oder den Handwerker als haushaltsnahe Dienstleistung absetzen.

Wenn ein Kind durch den Umzug in der neuen Schule mit dem Lernstoff nicht mitkommt, kann auch die Nachhilfe als Werbungskosten abgesetzt werden. Aber aufgepasst: Wer mit den Einzelkosten über die Pauschalen kommt, der sollte dies mit Rechnungen geltend machen.

Handwerkerleistung

Wer sich Handwerker nach Hause bestellt, kann einen Teil der Kosten beim Finanzamt geltend machen. Generell gilt für alle Handwerkerleistungen, dass 20 Prozent der Lohnkosten abgesetzt werden können – maximal aber 1200 Euro im Jahr. Wichtig ist hierbei: Materialkosten zählen nicht, der Steuerzahler muss selbst in der Immobilie wohnen und Barzahlung gilt auch nicht.

Dienstleistungen

Geld sparen kann man auch bei den haushaltsnahen Dienstleistungen. Hierzu zählen die Putzfrau, Hausmeisterdienste, Betreuungsdienste oder Pflegedienste. Auch der Winterdienst und der Schornsteinfeger können hier angesetzt werden – mit 20 Prozent der Lohnkosten, aber mit bis zu 4000 Euro im Jahr. Auch hier gilt: Barzahlung gilt nicht.

Bei Verrichtung der haushaltsnahen Dienstleistung durch geringfügig Beschäftigte beträgt der Höchstbetrag nur 510 Euro. Beachte: Nicht nur Haus und Wohnungseigentümer, sondern auch Mieter können Handwerkerleistungen und haushaltsnahe Dienstleistungen geltend machen.

Pflege-Pauschalbetrag

924 Euro Pflege-Pauschbetrag können von Menschen angesetzt werden, die Angehörige betreuen. Aber nur, wenn der Pflegende keine sonstigen Gegenleistungen für seine Dienste bekommt. Bekommt er zum Beispiel das Pflegegeld als Vergütung, ist es nichts mehr mit der Pauschale.

Außergewöhnliche Belastung

Wer seinen Angehörigen im teuren Pflegeheim unterbringen muss, oder wenn die Kosten der Pflege zu Hause höher sind als der Pauschbetrag, können die Kosten als "Außergewöhnliche Belastung" abgesetzt werden.

Unter diesen Punkt passt außerdem alles, was mit außergewöhnlichen Problemen und damit verbundenen Kosten zu tun hat, wie etwa Arztkosten und Zuzahlungen für Medikamente. Wie viel hier abgesetzt werden kann, hängt von Einkommen, Familienstand und der Kinderzahl ab.

Kinderbetreuung

Viele Kosten rund um die Kinderbetreuung können ebenfalls geltend gemacht werden – zum Beispiel Kindergarten, Hort, Babysitter, Au-pair, Nanny. Bis zu 4000 Euro im Jahr, wenn es sich um zwei Drittel der Gesamtkosten handelt.

Essensgeld oder Spielgeld sowie der Beitrag für den Sportverein gelten hier nicht. Dafür können Fahrtkosten – 30 Cent pro Kilometer – abgesetzt werden, wenn die Oma die Kinder hütet und dafür anfahren muss.

Beerdigungskosten

Beerdigungskosten gehören nach Verwaltungsauffassung unter Umständen ebenfalls zur außergewöhnlichen Belastung. Allerdings nur, wenn die Kosten nicht vom Erbe gedeckt sind. Was dann abgesetzt werden darf, entscheidet das Finanzamt individuell. Die Grabpflege kann hier nicht geltend gemacht werden.

Gesundheitsprojekte

Eine gute Nachricht für Krankenversicherte: Bonuszahlungen der Krankenkasse für freiwillige, aber kostenverursachende Gesundheitsprojekte gelten nicht mehr als Beitragsrückerstattung. Die Krankenkassenbeiträge dürfen demnach in voller Höhe als Sonderausgaben abgesetzt werden.

Bisher wurden die Bonuszahlungen von den Finanzämtern gekürzt. Zu Unrecht, wie der Bundesfinanzhof entschieden hat.

Sonderausgaben

Als Sonderausgaben gelten zudem der Unterhalt an den geschiedenen oder getrennt lebenden Ehegatten, die Kirchensteuer, Spenden- und Mitgliedsbeiträge sowie die Kosten für die erste Ausbildung und das Schulgeld – etwa für Privatschulen.

Ehrenamt

Um das soziale Engagement der Deutschen zu fördern, gibt es einige Steuervorteile für Ehrenamtliche, wie zum Beispiel den Übungsleiterfreibetrag. Die Vergütung der Übungsleiter bleibt in dem Fall bis zur Höhe von 2400 Euro im Jahr steuer- und sozialversicherungsfrei.

Das gilt für Trainer, Chorleiter, VHS-Leiter oder auch Feuerwehrausbilder. Zudem gibt es den Ehrenamtsfreibetrag von 720 Euro im Jahr, den auch ein Schatzmeister oder Kassenwart, Platzwart oder Zeugwart, Schiedsrichter oder Tierpfleger nutzen darf.

Rente

Ob die Rente am Ende versteuert werden muss und wie viel davon, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wer 2005 oder früher Rentner wurde, muss bei Ermittlung der Einkommensteuer 50 Prozent des Rentenbezugs ansetzen. Der Faktor steigt jährlich an.

Für Ruheständler von 2017 beträgt er 74 Prozent. In voller Höhe dazuzurechnen sind andere Einkünfte, wie etwa aus Vermietung und Verpachtung.

Aber aufgepasst: Auch Rentner können Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen absetzen. Für das so ermittelte Ergebnis gilt ein Grundfreibetrag in Höhe von 8820 Euro für Ledige und 17 640 Euro für Verheiratete.

Von dem, was darüber liegt, müssen die Senioren einen gewissen Prozentsatz an Steuern zahlen, von dem sie aber nochmals Handwerkerleistungen und haushaltsnahe Dienstleistungen abziehen können.

Bewerbungskosten

Wer einen neuen Job sucht, muss einiges investieren: Kopien, Umschläge, Porto, Bewerbungsfotos, Bücher oder auch Fahrtkosten zum Bewerbungsgespräch. Die Bewerbungskosten eines Jahres summieren sich schnell und können ebenfalls in der Steuererklärung abgesetzt werden. Egal, ob die Bewerbung erfolgreich war oder nicht.

Altersvorsorge

Beiträge zur gesetzlichen und privaten Altersvorsorge sind ab 2017 noch besser absetzbar. Es gilt ein Höchstbetrag von 23.362 Euro und höchstens 84 Prozent der tatsächlichen Kosten.

Pendlerpauschale

Ebenso wie die Fahrten zur Arbeit: 30 Cent pro Kilometer. So hoch ist die Pendlerpauschale, die es für den Weg zur Arbeit gibt – egal ob dieser per Auto, Zug, Rad oder zu Fuß zurückgelegt wird. Dabei zählt immer der kürzeste Weg zur Arbeit. Es sei denn, auf diesem gibt es außergewöhnliche Umstände, wie Baustellen und regelmäßige Staus. Steuerliche Auswirkung haben diese Kosten aber erst, wenn sie insgesamt über 1000 Euro liegen.

Verpflegungspauschale

Wer auf Dienstreise geht, kann mit einer Verpflegungspauschale rechnen – bei mehr als acht Stunden pauschal zwölf Euro, bei mehr als 24 Stunden 24 Euro. Eigentlich zahlt diese Pauschale der Chef steuerfrei aus, ist dies nicht der Fall, können die Dienstreisekosten in der Steuererklärung eingetragen werden.

Zusätzliche Entlastungen

Alleinerziehenden steht ein Entlastungsbetrag in Höhe von 1908 Euro zu. Für jedes weitere Kind erhöht sich der Entlastungsbetrag, der von den Einkünften abgezogen wird, um weitere 240 Euro.

Einen Pauschalbetrag vom Einkommen abziehen können auch Menschen, die körperlich oder geistig eingeschränkt sind. Ihnen entstehen außergewöhnlich hohe Kosten, etwa für Medikamente, Therapien oder medizinische Hilfsmittel. Der Betrag liegt – je nach Grad der Behinderung – zwischen 310 und 1420 Euro.

tz

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