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Die Steuererklärung bedeutet für viele Stress. Doch mit ein paar Tricks gewinnen Sie Zeit, sie abzugeben. 2017 soll sie zudem noch einfacher werden.

Worauf Sie 2017 achten müssen

Steuererklärung: Neue Abgabefrist und Gesetzesänderungen

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Bis zu vier Jahre können Arbeitnehmer rückwirkend die Steuererklärung abgeben. Doch gilt das auch noch für 2017? Und was ändert sich rechtlich?

Viele stöhnen auf, wenn sie wieder ansteht – die verhasste Steuererklärung. Wer sie dieses Jahr machen muss, sollte sich allerdings zuvor darüber informieren, ob sich rechtliche Änderungen ergeben haben und ob man sich 2017 überhaupt noch an die Abgabefrist halten muss.

Welche steuerlichen Änderungen muss ich beachten?

Wer einen Rechtschreibfehler entdeckt hat oder sich bei den Angaben vertan hat, nachdem er seine Steuererklärung bereits weggeschickt hat, konnte das bisher nicht mehr ändern lassen. Wer das nämlich innerhalb der Einspruchsfrist erst gemerkt hat, der hatte oft Pech. Doch seit dem 01. Januar 2017 ist eine neue Steuervorschrift (§173a AO) in Kraft getreten.

Und die besagt, dass das Finanzamt nun Steuererklärungen aufheben und sogar ändern muss, wenn dem Arbeitnehmer auffällt, dass er Schreib- oder Rechenfehler - und damit falsche Angaben in seiner Steuererklärung gemacht hat.

Ebenfalls ab dem 01. Januar diesen Jahres darf die Steuerverwaltung – wenn Sie zustimmen – Ihren Steuerbescheid elektronisch übermitteln (§122a AO). Diesen erhalten Sie meist drei Tage nach der elektronischen Ankündigung per Email.

Früher war das noch anders: Wer vor einem Jahr noch seine Steuererklärung zum Beispiel über das ElsterFormular gemacht hat, der wurde danach meist vom Finanzamt darüber per Email informiert und erhielt zudem seinen Steuerbescheid schriftlich per Post.

Wer allerdings Anmerkungen hat oder mit den Berechnungen des Finanzamts nicht einverstanden ist, konnte erst mit dem Erhalt des Papier-Steuerbescheids Einspruch erheben. Doch mit der neuen Vorschrift können Sie einen etwaigen Einspruch nun elektronisch bekannt geben – und zwar unmittelbar, wenn Sie den elektronischen Bescheid erhalten.

Eine weitere Erleichterung stellt sicherlich für viele Arbeitnehmer dar, dass sie grundsätzlich keine Belege mehr vorzeigen müssen. Das heißt, sie schicken diese nur noch per Post, wenn das Finanzamt danach fragt.

Das gilt besonders bei Quittungen über getätigte Spenden. Diese mussten zuvor immer zusätzlich zur elektronischen Übermittlung per Post geschickt werden. Seit 23. Juli 2016 dürfen Sie sie auch elektronisch an Ihr zuständiges Finanzamt übermitteln.

Doch Vorsicht: Falls das Finanzamt nicht sofort die Belege fordert, bedeutet das nicht, dass sie sie nicht (mehr) benötigen. Es kann Belege ab Erhalt des Steuerbescheids noch bis zu ein Jahr danach von Ihnen verlangen.

Dies gilt ebenfalls, wenn Sie einen Behinderten-Pauschbetrag beanspruchen. Wenn Sie ihn bereits einmal beantragt haben, müssen Sie keinen entsprechenden Beleg mehr vorzeigen. Falls sich allerdings der Grad der Behinderung ändern sollte, hat das Finanzamt das Recht, einen Nachweis anzufordern.

Ab wann kann ich die Steuererklärung wirklich abgeben?

Bereits ab März dieses Jahres nehmen Finanzämter Steuererklärungen von Arbeitnehmern entgegen. Der Grund dafür: Die Steuer-Software ElsterOnline beziehungsweise das ElsterFormular der deutschlandweiten Steuerverwaltung wurden laut des Bundesfinanzministeriums erst im Laufe des Februars bereitgestellt.

Deshalb können die Mitarbeiter/innen der bundesweiten Finanzämter erst Mitte März ihre Arbeit aufnehmen und die eingehenden Steuererklärungen für 2016 bearbeiten.

Außerdem haben Arbeitgeber, Versicherungen und weitere Institutionen Vorrang – Sie mussten bis Ende Februar ihre Lohnsteuerdaten, die Versicherungsdaten ihrer Versicherungsnehmer an die Behörden weitergeben. Dazu zählen unter anderem die Lohnsteuer-Bescheinigungen, Beitragsdaten zur Kranken- und Pflegeversicherung und zur Altersvorsorge sowie Rentenbezugsmitteilungen. Damit dann im März die Daten beim Finanzamt vorliegen und die Steuererklärungen bearbeitet werden können.

Bis wann kann ich meine Steuererklärung abgeben?

Das kommt darauf an. Grundsätzlich gilt der 31. Mai 2017 normalerweise als letzter Abgabetermin. Doch Sie können die Abgabefrist verschieben – wenn Sie einen triftigen Grund vorzuweisen haben. Darunter fallen:

  • Krankheit
  • Fehlende Steuerbelege für 2016
  • Arbeitsüberlastung
  • Umzug

Wenn einer dieser Gründe auf Sie zutrifft, müssen Sie vor dem 31. Mai einen schriftlichen Antrag auf Verlängerung bei Ihrem zuständigen Finanzamt stellen. Bitten Sie zudem um eine schriftliche Bestätigung. Wenn das Finanzamt zustimmt, können Sie so den Abgabetermin bis Ende September desselben Jahres hinauszögern. Allerdings können Sie auch versuchen, ohne Begründung eine Fristverlängerung zu beantragen. Einfach mal anrufen und danach fragen.

Falls Sie keinen Antrag stellen und die Abgabefrist verpassen, kann es sein, dass Sie eine Mahnung durch das Finanzamt erhalten. Wenn Sie auch diese ignorieren sollten, müssen Sie eventuell am Ende einen sogenannten Verspätungszuschlag zahlen.

Gut zu wissen: Für die Steuererklärung 2018 gilt die Abgabefrist bis Ende Mai nicht mehr. Dann haben Arbeitnehmer sogar bis zum 31. Juli Zeit, ihre Steuererklärung noch abzugeben.

Falls Sie allerdings Ihre Steuererklärung für 2016 von einem Steuerberater machen lassen, können Sie diese automatisch bis zum Jahresende 2017, also den 31. Dezember, übermitteln. Aber auch nur, wenn Sie beim Finanzamt angegeben haben, dass Sie Ihre Steuererklärung über einen Steuerberater abwickeln.

Wann erhalte ich meinen Steuerbescheid?

Grundsätzlich bekommen Sie etwa sechs Wochen bis sechs Monate später eine (elektronische) Benachrichtigung von Ihrem Finanzamt. Das kann allerdings stark variieren und hängt auch damit zusammen, wie komplex Ihr Fall beziehungsweise die Auswertung Ihrer Angaben ist.

Von Jasmin Pospiech

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