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Wer krank ist, sollte besser zuhause bleiben. Wenn diese länger andauert, erhalten Sie Krankengeld. Stiftung Warentest informiert.

Alles rund um Lohnfortzahlung

Stiftung Warentest: Das müssen Sie 2017 über Krankengeld wissen

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Wer als Arbeitnehmer länger krankgeschrieben ist, erhält meist Krankengeld. Stiftung Warentest klärt jetzt rund um Lohnfortzahlung im Krankheitsfall auf.

Grundsätzlich gilt: Wenn ein Arbeitnehmer länger krank wird und in der Arbeit ausfällt, erhält er noch sechs Wochen nach der Krankschreibung sein volles Gehalt vom Arbeitgeber. Danach greift, wenn er gesetzlich versichert ist, die Krankenversicherung und bezahlt ihm Krankengeld.

Laut Stiftung Warentest ist dieses allerdings nur noch 60 Prozent vom ursprünglichen Gehalt. Daher muss der Arbeitnehmer bei längerer Krankheit wohl mit etwaigen Einnahmebußen rechnen.

Krankengeld für Arbeitnehmer: 72 Wochen lang nur 60 Prozent vom einstigen Gehalt

Doch Vorsicht: Auch das Krankengeld dauert nur maximal 72 Wochen. Am Ende bleiben Ihnen drei Möglichkeiten - je nach Krankheitsfall:

  • Beruflicher Wiedereinstieg
  • Arbeitslosengeld beantragen
  • Erwerbsminderungsrente

Wenn sich ein Arbeitnehmer innerhalb von drei Jahren mehrmals wegen derselben Erkrankung krankschreiben lässt, kann er ebenfalls "nur" maximal 72 Wochen lang mit Krankengeld rechnen.

Das ändert sich auch nicht, wenn während der ersten Arbeitsunfähigkeit eine weitere Krankheit hinzukommt. Sie erhalten erst dann erneut Krankengeld, wenn letztere frühestens einen Tag nach Ende der ersten Erkrankung auftritt.

Lohnfortzahlung im Krankheitsfall: Das müssen Sie beachten

Aber nicht vergessen: Arbeitnehmer müssen ihr Attest innerhalb einer Woche nach Beginn der Arbeitsunfähigkeit (AU) der zuständigen Krankenkasse vorlegen.

Wer dagegen privat versichert ist, der sollte zusätzlich den Tarif "Krankentagegeld" wählen. Denn Krankengeld ist in der privaten Krankenversicherung nicht automatisch inbegriffen. So können Sie sich finanziell für die kommende Zeit wappnen.

Wenn Sie allerdings ernsthaft krank oder verletzt sind und in Ihren Beruf nicht mehr einsteigen können, dann sichert Sie bestenfalls eine private Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ab. Diese müssen Sie allerdings vor der Erkrankung bereits abgeschlossen haben, als Sie noch gesund waren. Wenn Sie nämlich bereits schwer krank sind, ist es nicht mehr möglich. Daher macht es Sinn, bereits zu Beginn des Arbeitslebens vorzubeugen.

Erfahren Sie hier zudem, welche sechs Versicherungen Sie unbedingt abschließen müssen.

Krankengeld: So setzt es sich für Sie zusammen

Doch wie berechnet sich eigentlich das Krankengeld? Laut dem Verbraucherportal hat ein Arbeitnehmer Anspruch auf maximal 90 Prozent des täglichen Nettogehalts. Zudem darf es 2017 nur höchstens 2.966 Euro im Monat betragen – für Versicherte, die 4.237,50 Euro oder mehr verdienen. Urlaubs- und Weihnachtsgeld inklusive. Allerdings gehen davon noch Sozialabgaben ab (außer den Krankenkassenbeiträgen).

Ein Beispiel: So erhält ein Arbeitnehmer, der monatlich 3.000 Euro brutto verdient, etwa 1.513 Euro netto Krankengeld pro Monat. Also 400 Euro weniger als sein früheres Nettogehalt von 1.916 Euro.

Stiftung Warentest zufolge sollen die gesetzlichen Krankenkassen 2015 insgesamt 11,23 Milliarden Euro Krankengeld an etwa 1,8 Millionen Versicherte zahlen müssen. Oft ging es dabei um längerfristige Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems oder die Betroffenen litten an psychischen Ursachen.

Krankengeld: Was tun, wenn die Krankenkasse nicht mehr zahlen will

Was aber tun, wenn Ihre Krankenkasse plötzlich das Krankengeld streicht? Dies kann zum Beispiel passieren, wenn die Kasse an Ihrer Erkrankung zweifelt und den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung zur Prüfung eingeschalten hat.

Tipp: Legen Sie Widerspruch ein. Zudem können Sie Ihren Arzt, der Sie krankgeschrieben hat um ein zweites Gutachten bitten.

Ihre Krankenkasse kann zum Beispiel dann misstrauisch werden, wenn Sie trotz Arbeitsunfähigkeit in den Urlaub fahren. Zwar muss diese nur dann zahlen, solange Sie sich in Deutschland aufhalten. Doch in Ausnahmefällen – wenn der Arzt Ihnen zu einem Kururlaub rät – ist es möglich, zu verreisen und weiterhin Krankengeld zu beziehen. Lassen Sie sich daher von Ihrem Arzt lieber eine Bestätigung geben.

Zudem sollten Sie am besten so in den Urlaub fahren, damit Sie weiterhin Untersuchungen und Behandlungen bei Ihrem behandelnden Arzt wahrnehmen können. Außerdem empfiehlt es sich, auch im Ausland wenigstens per E-Mail erreichbar zu sein.

Ganz wichtig: eine schriftliche Einwilligung Ihrer Krankenkasse. Diese können Sie dann Ihrem Arbeitgeber vorlegen.

Kein Krankengeld mehr? Das geschieht, wenn Sie zu krank sind

Wer allerdings am Ende so krank ist, dass es wohl abzusehen ist, dass er nie mehr arbeiten kann, der erhält schließlich Frührente. Die bekommen Sie allerdings von der Rentenversicherung – und nicht mehr von der Krankenkasse.

Party machen, Urlaub fahren und essen gehen: Lesen Sie hier, was Sie alles trotz Krankschreibung dürfen.

Auch interessant: So bringen Sie Ihre Krankenkasse dazu, notwendige OPs zu übernehmen.

Von Jasmin Pospiech

Studie: Deutsche sind "ein Volk der Sitzenbleiber"

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