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Vielen graut es davor, die Steuererklärung zu machen. Kann das ElsterFormular da Abhilfe schaffen?

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So geht's: Steuererklärung 2017 mit dem ElsterFormular

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Ende Mai dürfen Arbeitnehmer ihre Steuererklärung für 2016 abgeben. Steuer-Software wie das ElsterFormular sollen dabei helfen. Doch ist sie gut genug dafür?

Nur noch zwei Monate – dann übergeben manche Deutsche dem Finanzamt ihre Einkommensteuerklärung für das vergangene Jahr. Diese wollen sie so schnell und gründlich über die Bühne bringen – ohne großen Aufwand.

Dazu bieten sich verschiedene kostenlose Steuer-Softwares an, die Sie im Internet herunterladen können. Das ElsterFormular ist eine von ihnen – doch wie funktioniert es genau? Und können Arbeitnehmer davon wirklich profitieren – und viel Geld sparen?

Was ist das ElsterFormular überhaupt?

Das Projekt der staatlichen Steuerverwaltung lautet ELSTER, da es von "ELektronische Steuererklärung" abgeleitet ist. Das Elster-Formular ist eine elektronische Steuersoftware, die Sie kostenlos auf der Homepage des Finanzamtes, unter www.elster.de oder auf diversen Webseiten wie chip.de herunterladen oder als CD beziehen können.

Dabei handelt es sich um grüne Papiervordrucke, die Sie an Ihrem Computer ausfüllen. Wenn Sie Ihre Angaben aus Ihrer Lohnsteuerbescheinigung vom vorigen Kalenderjahr gemacht haben, übermitteln Sie diese in einer komprimierten Version direkt an Ihr zuständiges Finanzamt. Wer ein Zertifikat besitzt, spart sich zudem die Unterschrift. Diese müssen Sie nach einer kurzen Registrierung auf Elster kostenlos erwerben.

Die Übertragung per Internet an die Steuerverwaltung wird dabei unter höchsten Sicherheitsstandards garantiert. So sollen die Daten mit speziellen Sicherheitsverfahren verschlüsselt sein. Doch Vorsicht: Wer kein Zertifikat beantragt, der muss seinen Steuerbescheid ausdrucken, unterzeichnen und separat per Post (besser noch per Einschreiben) an das Finanzamt schicken.

Wenn das jeweilige Finanzamt Ihre Steuererklärung bearbeitet hat, erhalten Sie Ihre errechnete Rückerstattung. Laut dem Portal stern.de soll es zudem seit Anfang 2017 die Möglichkeit geben, den Steuerbescheid ebenfalls elektronisch wieder zugestellt zu bekommen – falls Sie damit einverstanden sind.

Außerdem hat die Steuererklärung über Elster noch einen Vorteil: Die Finanzämter sollen angewiesen sein, Steuerbescheide über Elster bevorzugt zu behandeln und diese schneller zu bearbeiten. So erhalten Sie einige Wochen früher als andere Ihren Bescheid zurück.

Wie funktioniert das ElsterFormular?

Wer seine Lohnsteuerbescheinigung parat hat, kann die Steuerangaben selbstständig eins zu eins in die Druckvorlagen der Software eintragen. Auf dem Hauptvordruck geben Sie Ihre allgemeinen Angaben (Familienname, Steuernummer usw.) an sowie bei Zusammenveranlagung die Ihres Ehepartners.

Auf der linken Seite befinden sich die diversen Vorlagen und Anlagen (zu Kind, Sonderausgaben etc.), zwischen denen Sie flexibel hin- und her wechseln oder Angaben ausbessern können. Auf der rechten Seite finden Sie neben der Formularansicht eine Eingabehilfe. Hier werden in einem Kasten die einzelnen Angaben, die Sie machen müssen, Schritt für Schritt verständlich erklärt.

Am Ende können Sie oben im Menü eine Plausibilitätsprüfung durchführen lassen: Dabei scannt Elster Ihre Angaben und prüft, ob diese stimmig sind oder ob Sie ein Pflichtfeld vergessen haben. Diese werden rot gekennzeichnet und in einem zusätzlichen Feld in einer Fußnote angezeigt.

Zudem können Sie Vorlagen, die Sie nicht betreffen, mit der rechten Maustaste in der Liste der Vordrucke anklicken und aus Ihrer Steuererklärung löschen. Falls Sie diese wieder benötigen sollten, können Sie auf dieselbe Weise eine neue Anlage hinzufügen.

Wenn Ihre Angaben schließlich vollständig sind, schicken Sie diese über den Menüpunkt Datenübermittlung elektronisch an Ihr zuständiges Finanzamt. Zudem gibt es über das Menü Drucken bereits eine Vorlage der komprimierten Steuererklärung mit einer persönlichen Telenummer, die Sie übernehmen und mit eventuell vom Finanzamt geforderten Belegen verschicken können. 

Sie werden im Gegenzug per Email benachrichtigt, wenn Ihre Abrechnung elektronisch vorliegt. Diese erhalten Sie ebenfalls über das Menü Datenübermittlung unter "Steuerbescheiddaten vom Finanzamt abholen". Nur wenig später erhalten Sie schließlich Ihre errechnete Rückerstattung.

Reicht mir das ElsterFormular wirklich aus?

Wer steuerpflichtig ist und keine besonderen Ausgaben oder Steuersachverhalte hat, für den ist das ElsterFormular laut stern.de ausreichend. Laut dem Portal ist es übersichtlich gestaltet und einfach zu bedienen.

Wichtig ist allerdings - falls Sie Ihre Steuererklärung selbst machen - dass Sie Ihre Zahlbelege das ganze Jahr über sammeln und gut sortiert ablegen. So haben Sie sie stets griffbereit für die Einkommensteuererklärung.

Doch Vorsicht: Das ElsterFormular berechnet nur – es hat außer der Eingabehilfe keine beratende Funktion. Wer sich also Tipps erhofft, um Steuern zu sparen, der irrt. Daher empfiehlt das Onlineportal focus.de die Software nur Arbeitnehmern, die bereits Steuer-Vorkenntnisse besitzen. Schließlich sind sie, falls Sie etwas nicht verstehen, auf sich allein gestellt.

Alle anderen, insbesondere Selbstständigen, rät es, einen Steuerberater oder eine Lohnsteuerhilfe hinzuziehen. Diese helfen beim Ausfüllen des Steuerbescheids und wie Sie noch mehr Geld durch mögliche Angaben zu etwaigen Freibeträgen oder Vorsorgeaufwendungen, vom Finanzamt zurückbekommen können.

Allerdings kostet Sie der Steuerberater – je nach Arbeitsstunden und Vergütung. Daher sollten Sie abwägen, ob es in Ihrem Fall wirklich nötig ist. Zudem haben Sie schließlich auch die Möglichkeit, Ihre Steuererklärung für die vergangenen vier Jahre zu machen.

Tipp: Falls Sie unter dem Jahr oder jetzt bereits wissen wollen, wieviel Geld Sie in etwa bei der nächsten Steuererklärung zurück erhalten würden, empfiehlt es sich, einen Steuerrechner zu nutzen. Hier geben Sie zwar nur grob Angaben ein, doch dieser berechnet, mit wieviel Sie schließlich ungefähr rechnen können.

Hier finden Sie noch eine kurze Anleitung zum ElsterFormular:

Steuererklärung: Das müssen Sie jetzt wissen

Von Jasmin Pospiech

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