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Warum Kleinanleger kein Stock-Picking betreiben sollten

Stock Picking erfreut sich als Methode des Investierens in börsennotierte Unternehmen einer großen Beliebtheit.

Sie wünschen sich, dass sie auf diese Art und Weise langfristige Vermögensgewinne erzielt werden können, ohne, dass die Risiken zu hoch werden. Gleichzeitig setzen sie hier auf Unternehmen, von denen sie glauben, dass sie kurz-, mittel und langfristig hohe Renditen abwerfen könnten. Wir erklären in diesem Artikel, was Stock Picking genau überhaupt ist, warum es sich nicht unbedingt um die beste Wahl für Kleinanleger handelt und was sie stattdessen tun sollten.

Was ist Stock Picking?

Zunächst müssen wir an dieser Stelle aber klären, was Stock Picking überhaupt ist und welche Vor- und Nachteile es mit sich bringt. Hier handelt es sich um eine Methode, gezielt in einzelne an der Börse notierte Unternehmen zu investieren, statt auf eine breite Streuung zu setzen. Dabei sind die Aspekte der Unternehmen, die Anleger dazu bewegen, in sie zu investieren, durchaus recht unterschiedlich. Während Unternehmerlegende Warren Buffett etwa darauf setzt, dass die Unternehmen, in die er einzeln investiert, klare Alleinstellungsmerkmale haben und über eine hohe Eigenkapitalrendite verfügen, verfuhr Peter Lynch eher so, dass er sich beispielsweise für langweilige Firmennamen begeistern konnte. Dass für diese beiden Interessenten Stock Picking Sinn ergibt, muss man angesichts ihrer Berufe nicht näher erläutern.

Warum man von Stock Picking als einziger Strategie absehen sollte

Dennoch sollte man eher nicht erwägen, Stock Picking als einzige Aktien-Anlagenstrategie zu verfolgen. Experten raten von dieser Strategie eher ab: Daniel Franke, dessen Redaktion unter anderem ein Fachportal zum Aktienkauf betreibt und dort unter anderem ein Musterdepot mit von der schon angeführten Investmentlegende Warren Buffett so vielgepriesenen „Burggraben-Aktien“ führt, sagt: „Schon aufgrund der Ordergebühren und natürlich auch aufgrund der Auswahl der passenden Papiere ist es für Kleinanleger nicht ratsam, in Einzelwerte zu investieren – jedenfalls nicht ohne fachkundigen Rat. Das zeigt ein Blick auf unser Musterdepot mit Burggraben-Aktien, welches derzeit mit einem Plus von 19,38 Prozent deutlich hinter dem MSCI World zurückbleibt, der es seit Auflegung des Depots auf 22,02 Prozent Plus geschafft hat. Wir würden Kleinanlegern dazu raten, auf weltweite Indizes zu setzen – etwa auf den MSCI World – und das am besten in Form von ETFs, also kostengünstigen Indexfonds.“

Gerade aufgrund der Tatsache, dass die Auswahl der Einzelpositionen immer durch subjektive Faktoren wie etwa das persönliche Empfinden der verschiedenen Firmen geprägt ist, sollte man vom Stock Picking eher absehen. Wer sich aber für dieses Vorgehen interessiert, sollte sich definitiv fachmännisch beraten lassen, schon, um diesen subjektiven Faktor weitgehend ausschalten zu können.

Sollte man sich die Einschätzung selbst zutrauen, so gibt es eine Reihe von Indikatoren für die Auswahl eines guten Investments.

Prioritäten für Kleinanleger

Nun, wenn das Stock Picking offensichtlich nicht die beste Wahl als Hauptstrategie für die eigenen Börseninvestments ist, was ist es dann? Um diese Frage zu beantworten, sollten wir ganz kurz klären, welche Faktoren für Kleinanleger überhaupt wirklich wichtig sind. Diese Faktoren lauten:

  • Sicherheit
  • nötiger Aufwand und vorausgesetztes Fachwissen
  • Kosten
  • Zeit
  • Performance

Nur, wenn diese Faktoren alle stimmen, wird man mit dem Investment auf lange Sicht auch zufrieden sein können. Doch beim Stock Picking finden sich hier schon zahlreiche Probleme: Durch das einseitige Investieren in einzelne Unternehmen ist das Risiko verhältnismäßig hoch, falls die selbst gestellten Prognosen für sie doch nicht zutreffen sollten.

Sichere Anlage: Die ETFs

Im Gegensatz zu einzelnen Investments gibt es bei den ETFs bereits fixierte Portfolios, die in ihrer Performance, von einem kleinen Abzug abgesehen, dem entsprechenden Warenkorb entsprechen. Die meisten ETFs haben eine bestimmte Index genannte Basis, zum Beispiel den DAX und sich auch dementsprechend gewichtet. Die ETFs haben den prinzipiellen Vorteil, dass sie als Portfolios verhältnismäßig breit gestreut sind. Zusätzlich dürfte viele Kleinanleger freuen, dass die Gebühren und Ausgabeaufschläge eher klein ausfallen. Eine bessere Performance als den eben angesprochenen Basiswert können Anleger jedoh nicht erreichen – dies mag als kleiner Nachteil gegenüber dem Stock Picking gelten.

Aktien- und Investmentfonds

Haben Sie sich schon immer gefragt, was Fondsmanager machen? Nun, sie verwalten Aktien- und Investmentfonds, also eine Mischung aus Einzelinvestments und ETFs. Durch die große Streuung handelt es sich hier tendenziell um ein recht attraktives Modell für Kleinanleger, sondern kann sogar nach Unternehmensgröße, Währung und Region diversifizieren, sodass die Sicherheit erst recht gewährleistet wird. Selbstverständlich hat diese aber auch ihren Preis: Fonds kosten für den Anleger meistens recht viel, da sie ja aktiv von den entsprechenden Managern betreut werden. Wie beim ETF hat der Anleger übrigens auch hier kein Recht darauf, auf den Hauptversammlungen der Unternehmen, an denen er Anteile hält, seine Stimmea bzugeben.

Fazit

Die richtige Zusammensetzung verschiedener Anlagestrategien ist eine Kunst, die gelernt sein will. Selbstverständlich sollte man hier nach eigenem Gutdünken kombinieren – oder sich aber auf Experten verlassen, die dabei helfen können, im komplexen Aktiengeschehen den Überblick zu behalten und die besten Resultate dort zu erzielen. Jedenfalls sollten sich Anleger möglichst nicht nur auf das Stock Picking verlassen, sondern ihre Strategie breiter anlegen. Wer seine Anlagen überprüfen will, kann zusätzlich noch auf nützliche Tools zurückgreifen, um permanent im Bilde zu bleiben – schließlich geht es hier meistens um eine Menge Geld.

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