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Die Deutschen werden reicher. Ihr Geldvermögen stieg um 57 Milliarden Euro auf 4,976 Billionen Euro. Foto: Frank Kleefeldt

Geldvermögen der Deutschen gewachsen

Frankfurt/Main (dpa) - Die Sparer in Deutschland sind verunsichert. Sie legen ihr Geld lieber kurzfristig und risikolos an. Trotzdem steigt ihr Geldvermögen immer weiter.

Die Menschen in Deutschland haben immer größere Geldvermögen. Zwar bevorzugen die privaten Haushalte trotz niedriger Zinsen nach wie vor kurzfristige und risikoarme Anlageformen. Dennoch wuchs ihr Geldvermögen von April bis Juni um 57 Milliarden Euro auf 4,976 Billionen Euro, wie die Deutsche Bundesbank am Freitag (17. Oktober) in Frankfurt mitteilte.

Dabei stieg das Vermögen in Form von Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen oder Ansprüchen gegenüber Versicherungen vor allem durch Transaktionen. Mit knapp 21 Milliarden Euro entfiel der kleinere Teil des Vermögensanstiegs auf Bewertungsgewinne, vor allem aus Aktien und Anteilen an Investmentfonds. Immobilien oder Kunstwerke sind in der Statistik nicht enthalten.

Die Zahlen sind mit den früheren Daten nicht vergleichbar: Wegen der europaweiten Umstellung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung Anfang September fließt erstmals das Vermögen privater Organisationen ohne Erwerbszweck wie Gewerkschaften oder Kirchen nicht mehr in die Erhebung mit ein.

Mit gut 19 Milliarden Euro entfiel ein Großteil der transaktionsbedingten Zuflüsse erneut auf Bankeinlagen. Dabei steckten die Menschen ihr Geld vor allem in Sichteinlagen einschließlich Bargeld (+ 23 Mrd. Euro), die allerdings kaum Zinsen abwerfen. Termin- und Spareinlagen wurden hingegen per saldo um 4 Milliarden abgebaut. "Damit setzte sich die im Umfeld niedriger Zinsen bereits seit längerem zu beobachtende Präferenz der privaten Haushalte für liquide Anlageformen fort", betonte die Bundesbank.

Auch Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionseinrichtungen stockten die Sparer um gut 18 Milliarden Euro auf. Aus Sicht der Notenbank deutet die anhaltende Bevorzugung von Anlageformen, die typischerweise als risikoarm gelten, auf eine weiterhin hohe Risikoaversion der privaten Haushalte hin.

Dafür spreche auch, dass sich die privaten Haushalte auf den Kapitalmärkten weiter zurückhielten. Im zweiten Quartal kauften sie nach den Angaben Anteile an Investmentfonds im Umfang von knapp 7 Milliarden Euro und Aktien im Volumen von knapp 4 Milliarden Euro.

Gleichzeitig nutzen die Verbraucher das niedrige Zinsniveau für die Kreditaufnahme. Ein Großteil der Neukredite von knapp 6 Milliarden Euro entfalle auf Wohnungsbaukredite. Die gesamten Verbindlichkeiten der privaten Haushalte stiegen auf 1,571 Billionen Euro. Das Netto-Geldvermögen erhöhte sich damit um 51 Milliarden Euro auf 3,405 Billionen Euro.

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