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Die Umweltorganisation BUND berichtet von antiobiotikaresistenten Keimen in vielen Putenfleisch-Proben von Lebensmitteldiscountern. Foto: Patrick Pleul

Antibiotikaresistente Keime in Discounter-Putenfleisch

Berlin/Schwerin (dpa/mv) - Putenfleisch von Lebensmitteldiscountern ist nach einer Untersuchung des BUND in vielen Fällen mit antibiotikaresistenten Keimen belastet. Von 57 untersuchten Proben seien auf 50 besonders resistente Keime gefunden worden.

In einer Stichprobe der Umweltorganisation BUND sind auf vielen Putenfleisch-Produkten aus Discountern kritische Keime entdeckt worden. In 50 von 57 Proben fanden sich gegen Antibiotika resistente Keime, wie der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) im Vorfeld der Grünen Woche in Berlin mitteilte. Das sei ein klares Zeichen für den fortgesetzten Antibiotika-Missbrauch in der Putenmast, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät, sich die Hände nach dem Berühren des Fleisches gut zu waschen und die Speisen stets durchzugaren.

Die agrarpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion in Schwerin, Ursula Karlowski, sprach von "alarmierenden Befunden. Die Studie zeige, dass der Antibiotikamissbrauch bei der Putenhaltung noch immer an der Tagesordnung sei. Zwar gehe von gegartem Fleisch keine Gefahr für Verbraucher aus. "Es genügt jedoch, die Nutzung des gleichen Messers oder Schneidebretts für das Fleisch und roh verzehrtes Gemüse, um die Keime zu übertragen", warnte die Landtagsabgeordnete. Die Risiken trage allein der Kunde.

Karlowski forderte, dem Beispiel Dänemarks und der Niederlanden folgend, auch in Deutschland verbindliche Ziele für die Minderung des Antibiotikaeinsatzes in der Tierhaltung festzulegen. Als erstes müsse die Verwendung sogenannter Reserveantibiotika, die bei Menschen als ein letztes Mittel gegen resistente Keime eingesetzt würden, vollständig verboten werden.

BUND zu Keimelastung bei Putenfleisch

Zum Schutz vor Keimen auf rohem Fleisch und Geflügel müssen Verbraucher diese Produkte immer separat zubereiten. Zum Beispiel sollten sie andere Schneidebretter und Messer verwenden als etwa für Gemüse oder gegarte Lebensmittel. Darauf weist Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) hin. Grundsätzlich sollten die Bretter eine glatte Oberfläche haben: Sind sie alt und von Einschnitten schon ganz zerfurcht, müssen neue her. Denn in den Rillen können sich die Keime besser ansiedeln. Nach dem Benutzen der Bretter und Messer sollten diese gründlich gereinigt werden.

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