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Der pensionierte Lehrer arbeitet beim Kochen bevorzugt mit regionalem Gemüse. Ingwer und Chili-Sauce (Vorsicht scharf!) dürfen dennoch nicht fehlen.

Parsdorfer schwört auf heimisches Gemüse

Mein Küchengeheimnis: Das kommt in bayerischen Wok

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Gerhard Schaffelhuber (67) aus Parsdorf kocht mit dem Wok. Der pensionierte Biologie- Lehrer schwört auf heimisches Gemüse, das kurz in der gewölbten Pfanne gerührt wird: „Knackig und gesund.“

Gerhard Schaffelhuber ist ein Mann, von dem viele Frauen träumen. Seit er im Ruhestand ist, kocht er für sich und seine Ehefrau Margit, schreibt einen Essensplan für die Woche, geht einkaufen.

Mit oder ohne Stäbchen? Nur fürs Foto greift Gerhard Schaffelhuber aus Parsdorf zu den Stäbchen, sonst bevorzugt er für seinen bayerischen Wok Gabel und Löffel.

„Meine Frau freut sich, dass ich ihr diese Arbeit abnehme. Sie kocht nicht gerne“, sagt er. Nur wenn die vier Enkelkinder kommen und sich Pfannkuchen wünschen, räumt Gerhard Schaffelhuber bereitwillig die Küche: „Pfannkuchen kann Margit eindeutig besser.“ Der pensionierte Lehrer hat schon immer gerne gekocht, „nur früher fehlte mir einfach die Zeit dazu“. Während des Studiums kam bereits die erste Tochter zur Welt, am Tag des zweiten Staatsexamens die zweite Tochter. „Da hatte ich allen Grund zum Feiern.“ Auch die dritte Tochter ließ nicht lange auf sich warten. Dass er einmal Lehrer werden würde, war Gerhard Schaffelhuber sozusagen in die Wiege gelegt, schon der Großvater und Vater unterrichteten. Der gebürtige Oberbucher (Landkreis Traunstein) bekam einen Studienplatz für Biologie, absolvierte das Studium in neun Semestern. Das Examen in der Tasche, fand er 1977 am Katholischen Familienwerk in Pullach eine Anstellung als Bio-Lehrer, „das war damals nicht selbstverständlich. Fast die Hälfte unseres Jahrgangs ging leer aus.“ 28 Jahre war Gerhard Schaffelhuber dort Kollegstufenbetreuer, das Fach Biologie seine große Leidenschaft. Zu Bio gehört auch die Ernährungslehre. „Dabei habe ich unendlich viele Moden kennen gelernt“, erzählt der 67-Jährige. „Mal war Milch Gift, mal Weizen“, zur Zeit seien es tierische Produkte. „Jede Woche wird eine andere Sau durchs Dorf gejagt.“ Egal, welche Trends gerade herrschten, grundsätzlich gelte: „Wir essen zu viel, zu fett, zu süß.“ 

Im Gespräch: Hobbykoch Gerhard Schaffelhuber mit Merkur- Redakteurin Stephanie Ebner.

Asiatische Küche, wie beispielsweise Gemüse aus dem Wok, dagegen sei leicht und gesund. Man könne sie sogar vegan zubereiten. Wok-Gerichte sind immer wieder anders, die Variationsmöglichkeiten schier unendlich. Gerhard Schaffelhuber nimmt dafür am liebsten einheimisches Gemüse: „Ich bin halt ein Bayer und war noch nie in Asien.“ Allen Wok-Gerichten gemeinsam ist, dass „man die Zutaten herrichten und schnippeln muss, bevor man mit dem Kochen beginnt“. So macht es der Hobbykoch auch diesmal. Wird mit Fleisch gearbeitet, ist es aus hygienischen Gründen wichtig, dass „verschiedene Messer und Bretter verwendet werden“. Normalerweise mag Gerhard Schaffelhuber seine Ruhe in der Küche, diesmal lässt er sich über die Schulter schauen. Beim Sellerie- Schneiden atmet er genüsslich ein: „Ich liebe den Duft der Knollen“, schwärmt der Bio-Lehrer. Im Garten zieht er das Gemüse dennoch nicht selbst – „und das obwohl ich Vorsitzender im örtlichen Gartenbauverein bin“, wie er mit einem Grinsen gesteht.

Für alles bleibe eben nicht genug Zeit. Gerhard Schaffelhuber spielt neben dem Kochen gerne Orgel. Wie zum Beweis sind auf seine Hosenträger Noten gedruckt – Beethovens Symphonie Nr. 5. Nicht zu vergessen Micky Mouse. Die bekannteste Comicfigur aus der Disneywelt begeistert den Biologen. Unschwer zu übersehen: Auf der Küchenschürze prangt das Konterfei von Micky Mouse, auch die Topflappen sind damit bedruckt. „Micky Mouse hat mich schon als Kind begeistert“, sagt Schaffelhuber.

Sobald alle Zutaten hergerichtet sind ist konzentriertes Arbeiten angesagt – beim schnellen Pfannenrühren, damit das Gemüse schon knackig bleibt, und Abschmecken. Exotisch sind lediglich Ingwer und Chili. Schaffelhubers Tipp: „Sparsam damit umgehen.“ Nachwürzen könne man immer noch. „Das lassen wir so“, sagt der Hobbykoch kurz darauf beim Abschmecken und stellt den Wok auf den Tisch. „Wok-Gerichte sehen jedesmal anders aus, schmecken immer unterschiedlich. Je nachdem, was man in der Pfanne rührt. So wird’s garantiert nie langweilig.

Das kommt in den bayerischen Wok

Bayerischer Wok heißt das Gericht deshalb, weil überwiegend mit heimischen Gemüse gearbeitet wird. Nur die Gewürze und der Ingwer sind exotisch.

Zutaten (für 4 Personen):

Fleisch:
2 bis 3 Putenschnitzel oder eine Hühnerbrust

Gemüse:
3 Karotten
100 g Knollensellerie
1 Zucchini
200 Champignons oder Austernpilze
½ Stange Lauch oder alternativ einige Lauchzwiebeln
1 bis 2 Zehen Knoblauch
2 TL Ingwerstückchen

Gewürze:
200 ml Gemüsebrühe
2 EL Sojasoße
½ TL Koriander
½ TL Kreuzkümmel
1 Prise Piment
1 EL Currypulver
1 TL Kurkuma
etwas Chilisoße oder Chiliflocken
2 EL Öl zum Anbraten

wer will: 100 g Cashewnüsse. Diese ohne Öl in der Wokpfanne rösten. Vorsicht, dass sie nicht zu dunkel werden!

Zubereitung: 

  1. Das Gemüse waschen und alles in kleine, mundgerechte Stücke schneiden.
  2. Fleisch auf einem extra Brett mit einem seperaten Messer in feine Streifen schneiden.
  3. Hocherhitzbares Öl im Wok erhitzen. Das Fleisch darin kräftig anbraten, mit einem Schöpfsieb herausnehmen.
  4. Dann die Karotten-, Sellerie- und Lauchstücke braten, ständig rühren. Anschließend diese zur Seite schieben und Pilze und Paprika in die Pfanne geben, rühren. Mit der Gemüsebrühe ablöschen. Weiter dünsten. Jetzt würzen. Knoblauch, Ingwer, Fleisch und Zucchini zufügen. Kurz bei kleiner Hitze und geschlossenem Deckel köcheln lassen. Das Gemüse sollte noch bissfest sein. Eventuell nachwürzen.

Dazu passt:

Basmatireis. Diesen nach Packungsanweisung zubereiten.

Tipps: 

  • Kochen im Wok geht schnell, ist einfach und man braucht nur wenig Fett. Wichtig ist, dass alle Zutaten vor dem Kochen abgemessen, fertig geschnitten oder angerührt parat stehen.
  • Zuerst die festen Gemüsesorten nehmen. Etwa 2 bis 3 Minuten pfannenrühren, dabei mit dem Woklöffel oder -spachtel arbeiten. Jetzt die zarten Gemüsesorten zufügen.

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