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Die 25-jährige Münchnerin ist zur besten Jungkonditorin Deutschlands gewählt worden. Die Jury lobte vor allem ihre saubere und ordentliche Arbeitsweise. Franz Wildmann, in dessen Großhadener Konditorei Marie Mang lernte, ist stolz auf seine Auszubildende.

Jungkonditorin Marie Mang

Pralinen mit Passion

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Marie Mang ist beste Jungkonditorin Deutschlands – Ihr Handwerk lernte die 25-Jährige bei Widmann in Großhadern.

Nach dem Abitur steht der weitere Werdegang für die meisten jungen Menschen fest: erstmal studieren. Das ist heute das Mindeste, sagen viele. Aber was, wenn einem das gar nicht liegt? Marie Mang entschied sich nach dem Abitur gegen ein Studium – und für eine Ausbildung. „Ich hatte in der Schule Kunst-Leistungskurs und wollte etwas Kreatives machen“, sagt die 25-Jährige, „und, auch wenn das vielleicht komisch klingt, ich wollte mit den Händen arbeiten.“ Mangs Großvater war Bäcker, die Enkelin wollte sich als Konditorin versuchen – auch wenn sie dafür jeden Morgen um halb fünf aufstehen musste. Kurz nach ihrer bestandenen Gesellenprüfung hat Mang den Bundeswettbewerb des Deutschen Konditorenbundes gewonnen und darf sich nun beste Jungkonditorin Deutschlands nennen.

„Das war das größte Geschenk“, sagt sie. „Die Anerkennung, aber auch die Freude darüber, dass sich die Ausbildung ausgezahlt hat.“ Mang hat ihre dreijährige Lehre in der traditionsreichen Konditorei Widmann in Großhadern absolviert. Den Familienbetrieb gibt es seit 1964, am Wochenende stehen die Münchner Schlange vor dem Geschäft, in dem noch alles handgemacht wird. Semmeln und Brot sucht man in der Auslage vergeblich, stattdessen: Sahnetorten, Obstkuchen, Petit Fours, Pralinen und Schokolade wohin das Auge reicht.

Bei der Arbeit in der Backstube ist Präzision gefragt: Marie Mang fertigt eine "Rumbombe" mit Marzipan an.

18 Angestellte arbeiten allein in der Backstube, darunter viele Meister, von denen Mang lernen durfte. Sie brachten ihr bei, wie man die Masse aufschlägt, Torten einstreicht und Petit Fours garniert. Wie man Krokant herstellt und Schokolade in Formen gießt, sodass am Ende perfekte Nikoläuse oder Osterhasen herauskommen. „Bei uns kommen 60 Bewerber auf drei Ausbildungsplätze“, erzählt Chef Franz Widmann stolz. „Ich habe Glück gehabt, dass ich die Stelle bekommen habe, weil eine andere Bewerberin aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig abgesagt hatte“, sagt Mang bescheiden. Und doch reicht Glück allein nicht aus. Man muss sich auch bewähren. Beim Konditoren-Wettbewerb lobte die Jury Mangs Präzision. „Ich habe oft gehört, dass ich sehr sauber und ordentlich arbeite“, erzählt sie. Und fügt mit einem Lachen hinzu: „Und ich glaube, mein Cassis-Mascarpone-Dessert kam ganz gut an.“

Beim Wettbewerb wurde den jungen Konditoren einiges abverlangt: Zwei Kleintorten mussten sie anfertigen, ein Dekorstück, zwei handmodellierte Marzipanfiguren, drei Sorten süße Fours sowie drei Sorten Pralinen. Zehn Stunden hatten die Teilnehmer dafür Zeit, verteilt auf zwei Tage. Das Thema: „200 Jahre Gebrüder Grimms Märchen.“ Marie im Glück: Schon bei ihrer Gesellenprüfung wollte Mang gerne das Thema Wald behandeln, musste sich dann aber auf Liebespaare konzentrieren. Bei den Gebrüdern Grimm passte das Wald-Thema dann perfekt. Mang dekorierte ihre Pralinen und Kuchen beim Wettbewerb mit Fliegenpilzen, Moos und Blättern. Aus Marzipan versteht sich.

Konditor Widmann lässt seine Auszubildende nur ungern gehen, aber Mang zieht es nach der Gesellenprüfung weiter. In zwei Jahren möchte sie ihre Meisterprüfung abgelegt haben. Ob in München oder einer anderen Stadt, weiß sie noch nicht. Was sie sicher weiß: Irgendwann möchte sie die Bäckerei ihres Großvaters in Bogenhausen wiederbeleben, die Räume hat die Familie derzeit an eine Fahrschule verpachtet. Nicht erst dann wäre ihr Opa sicher stolz auf sie.

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