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„Da kann man nichts machen“: Inhaber Thomas Ritz hat sich mit dem Ende des Sollner Cafés abgefunden.

Café Kustermann

Am 17. April gibt’s das letzte Eis

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Das Café Kustermann ist gut besucht – wie eh und je. Und doch läuft die Zeit der traditionsreichen Konditorei in Solln ab. „Wir müssen schließen!“ steht in roten Lettern an der Eingangstür. Am 17. April gibt es zum letzten Mal Torten und Eis.

Das Gebäude wird verkauft. Am 17. April sei das Café Kustermann ein letztes Mal geöffnet, sagt Inhaber Thomas Ritz. Nach 85 Jahren ist Schluss. Die Eigentümer-Gemeinschaft – Erben des 2014 gestorbenen Café-Besitzers Karl-Heinz Kustermann – will das Objekt verkaufen. Jahrelang habe er vergeblich versucht, eine Vertragsverlängerung zu bekommen, sagt Ritz. Im vergangenen Herbst stand schließlich fest: Das Café muss raus. Mit ihm verlieren 24 Mitarbeiter ihren Job und Solln ein Stückchen Lebensqualität.

Auch für Thomas Ritz ist das Aus ein schmerzlicher Einschnitt. 22 Jahre lang hat er das Café mit viel Herzblut betrieben. „Das ist alles sehr, sehr traurig“, sagt er. Manche Mitarbeiter seien schon seit vielen Jahren dabei. Im Oktober musste Ritz ihnen die Nachricht der bevorstehenden Entlassung überbringen. Zwar ist Ritz auch Inhaber des Kustermann-Stammhauses an der Lindwurmstraße. Jedoch habe er nicht alle Sollner Mitarbeiter dort übernehmen können.

„Die Resonanz der Kunden ist groß. Sie sind traurig oder verärgert“, sagt Ritz. So manche Kundin sei im Geschäft in Tränen ausgebrochen. Das Café Kustermann sei generationenübergreifend gewesen. „Es wird als Anlaufpunkt in Solln fehlen.“ Der Konditormeister, der einst selbst als Lehrling bei Kustermann angefangen hat, hält Ausschau nach einem alternativen Standort. Das dürfte aber nicht einfach werden, glaubt er. Schließlich benötige er als produzierender Handwerksbetrieb eine große Fläche, idealerweise 400 Quadratmeter – ebenerdig und bezahlbar. Einige Stammkunden hätten sich in den vergangenen Monaten zusammengetan, um eine Initiative zur Rettung des Café Kustermann zu starten. Vergeblich. „Das ist Privateigentum, da kann man nichts machen“, sagt Ritz.

Auch der Antrag des Bezirksausschusses, den gelben 50er-Jahre-Bau unter Denkmalschutz zu stellen, blieb ohne Erfolg. Ritz geht davon aus, dass das Gebäude nun abgerissen wird. „Ein Vermessungsteam war schon da.“ Das Ende des Sollner Traditionshauses ist damit besiegelt. Der Mietvertrag endet am 30. April. Ab 18. April treten die entlassenen Mitarbeiter ihren Resturlaub an. Am Sonntag, 17. April, gibt es in dem Pavillon also ein letztes Mal sahnige Torten und hausgemachtes Eis. Eine Abschiedsfest ist nicht geplant. Darauf haben Thomas Ritz und sein Team keine Lust.

Von Ute Wessels

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