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Bei Claus Soller: Zu Gast im Schloss

Au-Hallertau - Immer freitags schauen wir oberbayerischen Wirten über die Schulter. Heute kocht für uns Claus Soller, Schlossbräuwirt in Au/Hallertau Deftiges zum Bier.

Bei dem Namen "Schloss" denkt man zwangsläufig an gestärkte weiße Tischdecken, ausgefallene Fünf-Gänge-Menüs und eine umfangreiche Weinkarte. Der "Schlossbräukeller" in Au/Hallertau hat zwar ein "Schloss" im Namen, doch ansonsten ist er eine richtig bayerische Wirtschaft - und das im besten Sinne.

Der Gast nimmt entweder an den blankgescheuerten Tischen im Bräukeller oder im alten Sudhaus Platz, umgeben von hunderten von alten Email-Werbetafeln für Biere aus aller Welt. Im Sommer stehen Tische auch zwischen alten Kastanienbäumen und dem 900 Jahre alten Schloss.

Was auf den Tisch kommt, hat einen Bezug zur Umgebung, der Hallertau. Darauf legt Wirt und Küchenchef Claus Soller Wert: "Wir sind stolz, im größten Hopfenanbaugebiet weltweit kochen zu dürfen, und das soll man unseren Speisen auch anmerken." Seit April führt der 39-Jährige den Schlossbräukeller zusammen mit seiner Frau Claudia und Geschäftspartnerin Stefanie Bulling.

Obwohl es die Schlossbrauerei Au bereits seit 1793 gibt, ist der Schlossbräukeller eine relativ neue Erfindung. "Erst vor rund 15 Jahren kam uns die Idee, zusätzlich zur Brauerei ein Gasthaus zu eröffnen", sagt Freiherr Michael Beck von Peccoz. Der 45-Jährige ist nicht nur der Schlossherr in Au, er führt auch die Geschäfte in der Brauerei. Diese stellt zwölf verschiedene Biere her und bringt rund 80 000 Hektoliter Getränke pro Jahr auf den Markt.

Claus Soller hat in den ersten acht Monaten im Schlossbräukeller schon einiges geändert: Als Erstes hat der Wirt die Selbstbedienungsbereiche abgeschafft. Stattdessen gibt es Essen à la carte.

Das Konzept kommt an. Die örtlichen Stammtische sind in das Gewölbe zurückgekehrt und genießen Hauptgerichte zwischen fünf und 13 Euro und dazu ein kaltes Kellerbier. An schönen Sommertagen empfiehlt sich deshalb dringend eine Reservierung für den Wirtsgarten.

Aber nicht nur die Auer wissen die Kombination aus guter Küche und herrlichem Ambiente zu schätzen. Der Audi-Konzern beispielsweise hat hier seine neuesten Modelle vorgestellt. "Gäste aus 52 Ländern waren so allein in den vergangenen drei Monaten bei uns zu Gast", sagt der Wirt. Erleichterung auch beim Schlossherrn von Beck: "Wir sind froh, endlich wieder ein Aushängeschild für unsere Brauerei zu haben, auf das wir stolz sein können." Mit dem Schlossbräukeller hat sich Claus Soller einen Lebenstraum erfüllt - ein eigenes Restaurant.

Hier kann sich der gelernte Koch - er hat unter anderem im Hotel Vier Jahreszeiten in München gearbeitet - beim Kreiieren von neuen Gerichten "so richtig austoben" oder traditionelle Rezepte aus der Region kochen, wie beispielsweise den Sauerkrautstrudel. "Mit Sauerkraut arbeite ich sehr gern, weil es so variabel einsetzbar ist", sagt der Wirt - von der einst ärmlichen Hausmannskost wie dem Sauerkrautstrudel bis hin zum Zander auf Rahmsauerkraut. Eine Spezialität im Schlossbräukeller sind die Ochsenfetzen. Soller: "Das Rezept dazu ist mir mitten in der Nacht, bei einem guten Glas Rotwein, eingefallen."

Frau Claudia Soller, eine Konditorin, ist die süße Ergänzung in der Küche. Sie ist für die Kuchen und Torten verantwortlich. Täglich frisch gebacken - das versteht sich bei den Sollers von selbst. Für besondere Anlässe entwirft sie Torten sogar selbst - die Dekoration thematisch passend zum Auftraggeber. Claudia Soller: "Das sind kleine Kunstwerke aus Marzipan."

Schlossbräukeller

Adresse:

Schlossbräugasse 2 in 84072 Au-Hallertau, Telefon (0 87 52) 98 22.

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Donnerstag ab 17 Uhr, Freitag bis Sonntag ab 10 Uhr. Montag ist Ruhetag.

Hinkommen:

Von München aus auf der A 9 Richtung Nürnberg, Ausfahrt Pfaffenhofen nehmen. Von dort über die Landstraße zwölf Kilometer nach Au/ Hallertau. Im Ort ist der Schlossbräukeller ausgeschildert.

Sonstiges:

Schlosskapelle für Hochzeiten und Taufen. Im Sommer großer Biergarten.

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