Bill Cosby im Missbrauchsprozess schuldig gesprochen

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Hofbräu-Direktor Dr. Michael Möller

"Das Hofbräuhaus ist unser Trumpf"

München - Die tz hat mit Hofbräu-Direktor Dr. Michael Möller darüber gesprochen, wo die mittelständische Brauerei ihren Platz am Biermarkt sieht und welche Rolle das weltberühmte Hofbräuhaus dabei spielt.

Die Staatsbrauerei Hofbräu ist so etwas wie der vorletzte Mohikaner auf dem Münchner Biermarkt. Neben Augustiner ist die Brauerei der letzte Münchner Bierhersteller, der nicht Teil eines internationalen Brau-Großkonzerns ist. Die tz hat mit Hofbräu-Direktor Dr. Michael Möller darüber gesprochen, wo die mittelständische Brauerei ihren Platz am Biermarkt sieht und welche Rolle das weltberühmte Hofbräuhaus dabei spielt.

Wie war 2011, wie wird 2012?

Dr. Michael Möller, Direktor des staatlichen Hofbräu: Wir sind gut unterwegs – auch wenn der Juli arg verregnet war. Dafür war der Sommer lang, mit einem hervorragenden Oktoberfest. Fürs nächste Jahr haben wir wieder eine Ausstoßsteigerung geplant – wir sind also optimistisch. Aber der Ertrag vor der Menge: Wenn der Ertrag stimmt, müssen wir nicht auf Teufel komm raus wachsen. Wir sind eigentlich die einzige mittelständische Brauerei in München. In einem Großkonzern gelten ganz andere Spielregeln – die passen nicht zu dem emotionalen Produkt Bier.

Wie wichtig ist das Hofbräuhaus für die Marke?

Möller: Es ist unser absoluter Trumpf. Vor allem national oder international. Als Mittelständler können wir nicht mit den Werbebudgets der Konkurrenz mithalten. Aber das Hofbräuhaus ist weltbekannt, das kann uns keiner nehmen. Als wir in Las Vegas ein Hofbräuhaus eröffnet haben, hat das Aufsehen erregt. Über die Lokale der Mitbewerber redet niemand. Ein Hofbräuhaus ist halt ein Hofbräuhaus!

Hat sich das Umfeld für bayerisches Bier verbessert?

Möller: Nein, denn der Bierkonsum geht generell zurück. Allerdings wird im harten Wettbewerb die Qualität bayerischen Biers honoriert. Wir müssen uns von den Fernseh-Bieren und den norddeutschen Bieren unterscheiden. Im Ausland spielt das eine geringere Rolle – der Amerikaner weiß im Zweifel nicht, was Bayern ist, aber er kennt München. Deshalb steht auf unseren US-Flaschen auch „Imported from Munich, Germany“.

Wie bewahrt Hofbräu seine Identität?

Möller: Wir hängen uns nicht an Trends und machen keine Preiskämpfe mit. Wir besinnen uns auf das Getränk Bier als alkoholisches Getränk. Deshalb sind wir vor allem in Gaststätten präsent, wo der Getränkekonsum dominant ist. Überhaupt ist die Gastronomie für uns viel wichtiger als für die meisten anderen Brauereien.

Was macht das Hofbräu-Bier für Sie aus?

Möller: Wenn der Kunde in den Getränkemarkt geht und unsere Marke sieht, muss ein Film in seinem Kopf ablaufen. Schwemme, Musik, Stimmung, Obktoberfest, Biergarten– diese Stimmung wollen wir transportieren. Und genau das spiegelt sich in der Gastronomie wider. Wenn wir im Ausland ein Hofbräuhaus eröffnen, dann trinken die Menschen das Bier, weil sie damit Erinnerungen an München verbinden.

Planen Sie neue Biere?

Möller: Vor Jahren haben wir das Sommerbier eingeführt und jetzt gibt es – vorerst nur in der Gastronomie – das Winter-Zwickl.

Haben Sie Angst, selber mal vom Trend erfasst zu werden, etwa wie das Tannenzäpfle der Rothaus-Brauerei, das zum Kult-Bier avancierte?

Möller: Rothaus oder auch Augustiner sind keine Trendphänomene, sondern Marken, die sich ihre Position erarbeitet haben. Ich gönne den Rothäusern den Erfolg. Es ist wichtig, besonders zu bleiben. Wenn das Bier plötzlich an jeder Ecke zu haben ist, geht das Besondere verloren.

Interview: Marc Kniepkamp

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