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Italienische Handarbeit: Die Pasta in Gennaro Bussones Trattoria macht Franco Melaragno (re.) selbst.

Unsere Wirte

Um die Ecke liegt Italien

Heute sind wir zu Gast in Gennaro Bussones kleiner Trattoria am Großmarkt in München.

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Rezepte von Gennaro Bussone

Zufällig kommt hier keiner vorbei. Oder zumindest kaum einer. Wer mal eben einen Tag zu Besuch in München ist, landet nicht an der Großmarkthalle. Und auch den Durchschnittsmünchner treibt es eher selten hierher. Warum auch? Die Gegend in Sendling ist fest in der Hand der Menschen, die dort leben, arbeiten oder einkaufen. Eine kleine Welt für sich, ein Mikrokosmos mitten in München. Und um die Ecke liegt Italien: Mitten in diesem kleinen Mikrokosmos – in der ehemaligen Sortieranlage beim Gotzinger Platz – hat Gennaro Bussone eine italienische Oase geschaffen.

Und genau darum treibt es so manchen Münchner, der nicht am Großmarkt wohnt oder arbeitet, dann doch hin und wieder in diese Gegend. Seit den 60er-Jahren schon ist die Familie in München. Damals kamen die Eltern als Gastarbeiter, bauten sich einen florierenden Obst- und Gemüsehandel auf – und blieben bis heute. Gennaro ist in München geboren.

„Ein bayerischer Italiener“, wie er sagt. Ein Italiener mit Kultcharakter. Kult ist Bussone inzwischen bei alle jenen, die ehrliche und dennoch raffinierte Küche lieben. Bei denen, die hausgemachte Pasta schätzen und riesige Pizzen. Die lieber draußen an einfachen rustikalen Holztischen sitzen (innen gibt es nur hohe Tische mit hohem Barhockern ähnlichen Stühlen!) als an eingedeckten Tischen mit weißen gestärkten Decken und teuren Kristallgläsern.

Frischer geht es kaum: Wirt Gennaro Bussone bekommt die Waren gleich vom Großmarkt nebenan.

Und bei denen, die gerne die Nacht zum Tag machen, denn nach 23, 24 Uhr wird im Bussone die Musik lauter gedreht, Party gemacht und nicht selten sogar auf den Tischen getanzt. Das sollte aber keinen abschrecken, der einfach nur gut essen will. Davor nämlich geht es im Bussone ganz gesittet zu und sehr italienisch. Anders als bei vielen anderen Italienern kann man sich dort zum Beispiel gleich eine ganze Schüssel Pasta auf den Tisch stellen lassen. „Spa-ghettata“ nennt das Gennaro Bussone: „Ein Fest für Nudelfans.“ So, wie er es von daheim kennt, von seiner Oma, von seiner Mama, die die riesigen Portionen mit ganz viel Liebe für die Familie zubereiteten.

Die ersten Schüsseln hat er sogar noch von seiner Oma aus Italien bekommen. Mittlerweile lässt er sich eigene bei einer Töpferin machen. Die großen Tontöpfe dampfender Spaghetti gibt es mit frischen Tomaten und Mozzarella und Basilikum, Aglio Olio (Knoblauch und Öl), mit Scampi oder Salsiccia (eine italienische Mettwurst). Sechs Portionen mit Scampi kosten beispielsweise 50,70 Euro, mit Salsiccia 36,20 Euro.

Spaß bei der Arbeit: Die Köche Franco und Maurizio in der offenen Küche beim Anrichten der Pasta-Teller.

Das Bussone profitiert bei seinen Speisen natürlich von der exponierten Lage in der Nachbarschaft zum Großmarkt. Frischer können Fisch, Meeresfrüchte, Gemüse und Fleisch mitten in München kaum auf den Tellern landen. Neben riesigen knusprigen und lecker belegten Pizzen (zwischen 4,50 und 10, 50 Euro) gibt es täglich wechselnde Fischgerichte, wie Seeteufel, Seebarsch oder Goldbrasse (um 15 Euro) und Meeresfrüchte (wie zum Beispiel die Hummer-Nudeln, deren Rezept Bussone unseren Lesern zur Verfügung gestellt hat). Seit neuestem bietet Bussone seinen Gästen, die meist auf einen Sprung von der Großmarkthalle vorbeischauen, auch Frühstück an.

Ab sieben Uhr serviert er italienisches Gebäck, Rührei oder Omelette. Die ganz normale Karte gilt dann grob von elf Uhr morgens bis 23 Uhr abends – – warme Küche gibt es also durchgehend. Und geschlossen wird oft erst, „wenn die Sonne schon wieder aufgeht“ (siehe: auf den Tischen tanzen). Am ruhigsten und entspanntesten aber sind die Nachmittagsstunden im Bussone. Wenn die Mittagsgäste wieder bei der Arbeit sind und das Abendgeschäft noch nicht begonnen hat (abends muss man unbedingt reservieren).

Und natürlich, bei einem bayerischen Italiener kann das auch gar nicht anders sein, stehen auch bei Gennaro Bussone die kommenden Wochen im Zeichen der Fußball-WM. Gerade noch rechtzeitig hat sich der 44-Jährige zwei riesige Fernseher angeschafft („Wissen Sie, wie kompliziert das heute ist, einen Fernseher zu kaufen??“), auf denen man draußen die Spiele verfolgen kann. Mit Gewinn-Möglichkeit: „Wer das Ergebnis richtig tippt, bekommt bei uns eine Flasche Ruinart-Champagner.“ Der Besuch könnte sich also doppelt lohnen. Nicht nur kulinarisch. Auch wenn man sonst nur ganz selten in die Großmarktgegend kommt.

Claudia Muschiol

So kommt man hin

Bussone, www.bussone.de,
Thalkirchner Straße 126
81371 München,

Telefon 089 – 7211229

Anfahrt mit dem Auto über die Implerstraße Richtung Gotzinger Platz gegenüber der Großmarkthalle.

Mit der U-Bahn: Vom Marienplatz in die U-Bahn-(Linie 3 Richtung Fürstenried West oder Linie 6 Richtung Klinikum Großhadern) steigen und an der Station Implerstraße aussteigen.

Abends sind Reservierungen unbedingt empfehlenswert. An den großen Tischen werden die Gäste zueinander gesetzt. Im Bussone kann man auch Partys oder Familienfeiern ausrichten lassen.

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