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Zwischen ökologischer Erzeugung, Freiland- und Bodenhaltung gibt's nicht nur preisliche, sondern auch qualitative Unterschiede.

Ist Bio besser?

Von Zahlencode bis Frischetest: Wissen rund ums Ei

Zur Osterzeit steigt der Eierkonsum in deutschen Haushalten um mehr als 50 Prozent an. Bio, Freiland, Bodenhaltung – die Auswahl ist groß. Doch was genau steckt dahinter?

218 Eier pro Kopf und Jahr

218 Eier verzehren Verbraucher hierzulande pro Jahr und Kopf. Noch setzen die meisten auf Bodenhaltung. Ein Viertel aller Konsumenten kauft Freiland-Eier und neun Prozent Eier aus ökologischer Erzeugung – Tendenz steigend. Doch woran genau erkennt man die Herkunft eines Eis? Sind Biohennen glücklicher und Eier aus Biohaltung besser oder einfach nur teurer? Wann ist ein Ei zu alt zum Essen? Und warum soll man dreckige Eier nicht waschen? Über diese und weitere Fragen haben wir mit Heidrun Schubert von der Verbraucherzentrale Bayern gesprochen.

Das bedeutet der Zahlencode

Bei allen nach Güte und Gewicht sortierten Eiern verrät ein Zifferncode (zum Beispiel 0-DE-091234) auf der Schale, woher die Ware kommt. Eine ’Null’ an erster Stelle gibt so beispielsweise die Herkunft aus ökologischer Erzeugung an. An nächster Stelle stehen Länderkürzel für das Herkunftsland. Hierzulande geben die nächsten beiden Ziffern das Bundesland an (im obigen Beispiel 09 für Bayern). Der abschließende Zahlencode steht für die Betriebs- und Stallnummer. „Wem die Richtlinien der EU nicht genügen, der kann auch auf Demeter, Naturland oder Eier von anderen Verbänden zurückgreifen. Die haben nochmal strengere Richtlinien“, sagt Heidrun Schubert von der Verbraucherzentrale Bayern.

Verbraucherzentrale empfiehlt Bio-Eier

„Die Verbraucherzentrale empfiehlt immer bio. Nicht nur die Qualität der Eier ist besser, sondern auch die Lebensqualität der Hennen“, sagt Schubert. Denn die Richtlinien in Biobetrieben sind strenger. „Die Tiere bekommen mehr Licht, ordentliche Schlafplätze, Sitzstangen und ein Sandbad, das ist gut für die Haut der Tiere und erhöht den Wohlfühlfaktor“, sagt Schubert. Im Stall eines Biobetriebs dürfen höchstens sechs Tiere pro Quadratmeter scharren. Jede Henne hat außerdem mindestens vier Quadratmeter Auslauf zur Verfügung. Das gleiche gilt auch bei Freilandhaltung. Zum Vergleich: Bei der Bodenhaltung kommen neun Hennen auf einen Quadratmeter, bei der Kleingruppenhaltung hat eine Henne 0,08 Quadratmeter Platz.

Antibiotika in Bio-Eier verboten

„In Biobetrieben picken die Tiere Getreide und Mais aus Ökoherstellung, Antibiotika, Fischmehl und genetisch veränderte Inhalte sind verboten. Im konventionellen Bereich ist mehr möglich“, sagt Schubert. Am Ende der Nahrungskette lohnt sich Bio also auch für den Verbraucher. Rein optisch kann man Eier aus ökologischer Erzeugung nicht von solchen aus konventionellen Betrieben unterscheiden. „Bekommen die Hennen viel Grünzeug, wird der Dotter gelber. Allerdings können das konventionelle Betriebe beispielsweise auch durch Beigabe von Karotin ins Futter erreichen“, sagt die Verbraucherschützerin. Eindeutiger sind die Unterschiede bei den Preisen. „Die höheren Verkaufspreise für Bio-Eier ergeben sich durch die höheren Haltungs- und Futterkosten und die besseren Bedingungen für die Tiere,“, sagt Schubert.

Wie lange sind Eier haltbar?

Wie alt bzw. frisch ein Ei ist, können Verbraucher trotz der vielen Angaben oft nur schwer erkennen. Denn es gibt keine gesetzliche Vorschrift zur Angabe des Legedatums. Tipp: von der Angabe des Mindesthaltbarkeitsdatums 28 Tage zum Legedatum zurückrechnen. Der Vergleich mit dem Kaufdatum gibt Auskunft über die Frische der Eier. Schubert rät, sich immer an das Haltbarkeitsdatum zu halten. Außerdem solle man die Eier aus der Schachtel nehmen, bevor sie in den Kühlschrank kommen und das Haltbarkeitsdatum immer mit einem Stift auf jedem Ei vermerken. „Wer dies versäumt hat, kann das Ei auf einer Untertasse aufschlagen. Wenn das Eiklar komplett wässrig ist, sollte man es nicht mehr verwenden“, sagt die Ernährungsexpertin. Ein weiterer Frischetest: Das Ei in ein volles Glas Wasser legen. Liegt es flach am Boden, ist es noch frisch, kommt es hingegen hoch an die Oberfläche, sollte es auf den Kompost wandern.

Warum soll man Eier nicht waschen?

Lange sollten Patienten mit zu hohem Cholesterinspiegel keine Eier essen. „Neben viel Cholesterin enthält das Eigelb aber auch Lecithin, das den Cholesterinwert senkt“, sagt Schubert. Inzwischen verbindet man hohe Cholesterinwerte eher mit Übergewicht, nicht mit Eierkonsum. Dass man Eier nicht waschen soll, bestätigt Schubert, weil Wasser die empfindliche Schutzmembran der Schale zerstört und dann Schmutz ins Ei gelangen kann. Und auch Salmonellen sind kein Mythos, nur weil man selbst noch nie welche hatte. Deswegen sollten Eier laut Schubert immer im Kühlschrank gelagert und nicht roh verzehrt werden. Tierfreunde sollten bei eihaltigen Produkten wie Keksen oder Eiernudeln auf die Kennzeichnung ’Eier aus Freilandhaltung’ achten. Anders als bei rohen Eiern besteht hier keine Deklarationspflicht zu Herkunft und Haltung. Auf Nummer sicher gehen Käufer laut Verbraucherzentrale Bayern bei Bio-Ware. Die Produkte müssen mit Eiern hergestellt werden, die nach EU-Öko-Verordnung erzeugt wurden.

Katharina Selle

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