Mein Küchengeheimnis

Eine Torte, die von Herzen kommt

Zu Muttertag zeigt uns Elisabeth Mayerhofer (49) aus Hohenbachern (Landkreis Freising) eine Erdbeer-Schoko-Torte. Sie sagt: „Sie sieht nicht nur toll aus, die schmeckt auch hervorragend.“ Das Allerbeste aber ist: „Diese Torte geht ganz leicht. Versprochen.“

Elisabeth Mayerhofer liebt die Herausforderung. Ganz simple Kuchen sind normalerweise nichts für sie. Je komplizierter, desto besser. Für uns macht sie eine Ausnahme. Die Erdbeer-Schoko-Torte erfordert wirklich keine Vorkenntnisse, nur etwas Zeit. Doch dazu später.

„Meine aufwendigste Torte war die sechsstöckige Hochzeitstorte für meine Schwester.“ 65 Eier, 13 Liter Sahne, zwei verschiedene Füllungen. „Solche Torten sind mein Geschenk“, sagt die leidenschaftliche Tortenfee. Da stecken nicht nur unheimlich viele Zutaten drin, sondern vor allem auch ganz viel Zeit.“

Kein Backwerk schaut wie das andere aus. In ihrem Küchenbuffet stehen zwei Fotobücher, die ihre Werke für die Ewigkeit festhalten: aufgeschlagene Bücher aus Kuchenteig zur Kommunion, ein Bulldog zum 30. Geburtstag des Sohnes, der Landmaschinenmechaniker ist, eine leuchtend gelbe Glühbirne für einen befreundeten Elektriker. Es gibt eigentlich nichts, was Elisabeth Mayerhofer nicht schon mal in Kuchenform dargestellt hat. Nur ihre Tochter bekommt jedes Jahr zum Geburtstag einfach nur Schneebällchen – „weil sie die sich immer wünscht. Schon seit sie ein kleines Mädchen ist“.

„Beim Backen lasse ich meiner Fantasie freien Lauf“, erzählt die Bäuerin. Weniger beim Tortenboden selbst, „da bevorzuge ich sonst Bisquitboden“. Vielmehr beim Verzieren. Dann ist die Tortenbäckerin voll in ihrem Element – sie liebt es, stundenlang in ihrer großen Küche zu stehen und wahre Kunstwerke zu zaubern.

Für uns bäckt Elisabeth Mayerhofer zu Muttertag eine Erdbeertorte in Herzform. Diese kann man aber auch in einer ganz normalen runden Backform backen. Egal, welche Form verwendet wird, bei Elisabeth Mayerhofer gilt immer folgende Faustregel: Am ersten Tag wird der Boden gebacken, am zweiten Tag die Füllung gemacht. Und am dritten Tag die Verzierung. Wer die Erdbeertorte nachbacken will, muss daher etwas Zeit mitbringen. „Denn wenn man die Ruhezeiten bei der Füllung nicht einhält, verläuft die Vanille-Joghurt-Füllung mit dem Schoko-Topping“, warnt die Hohenbacherin. „Und das wäre schade drum.“

Elisabeth Mayerhofer ist mit Leib und Seele Hauswirtschafterin. Sie wuchs auf einem landwirtschaftlichen Betrieb auf, machte die Ausbildung zur Hauswirtschafterin, als sie ihren späteren Mann Rudolf kennen lernte war die Milchviehhaltung sozusagen inbegriffen. 30 Jahre wohnt sie in Hohenbachern und bewirtschaftet mit ihrem Mann den Hof und ein Gästehaus.

Wann immer ihr Zeit bleibt, denkt sie sich eine neue Kuchen-Kreation aus. Dabei hat sie erst vor kurzem Fondant für sich entdeckt – seltsamerweise hat die Tortenfee davor „immer ein bisschen Respekt gehabt“. Allerdings arbeitet Elisabeth Mayerhofer nach wie vor lieber mit Sahne. Aus zwei Gründen: Sahne ist wesentlich günstiger als Fondant. Außerdem werde die Sahne-Dekoration auch mitgegessen. Fondant-Figuren blieben meist am Tellerrand liegen. Und das findet die Hobbybäckerin schade.

Oft wird sie gefragt, warum sie nicht ihr eigenes Bauernhofcafe aufmacht. Doch da schüttelt Elisabeth Mayerhofer jedes Mal ablehnend den Kopf: „Ich fahre lieber am Wochenende mit meinem Mann Rudolf zum Tortenessen.“ Bis zu 70 Kilometer können es schon mal sein für ein Stück Torte. „Das genieße ich sehr“, sagt die Bäuerin.

Und manchmal lässt sie sich bei solchen Ausflügen auch inspirieren für eine neue eigene Tortenkreation.

von Stephanie Ebner

Mein Küchengeheimnis

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