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Wenn draußen die Temperaturen die 30-Grad-Marke knacken, ist ein Gazpacho, eine eiskalte Gemüsesuppe aus ungekochten Tomaten und Paprika, genau das Richtige.

Mein Küchengeheimnis

Eiskalte Suppe für heiße Tage

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Aus ihrer spanischen Heimat hat Nieves Carbó das Rezept für einen eiskalten Gazpacho mitgebracht. Die Erzieherin, die seit über 20 Jahren in München lebt, sagt: „Genau das Richtige für heiße Sommertage.“

„Es existiert nicht das eine Rezept.“ Das schickt Nieves Carbó gleich vorneweg. „Für Gazpacho gibt es so viele Varianten wie es Köche gibt. Jeder bereitet sie anders zu.“ Nieves Carbó macht Gazpacho so, wie „ich es von meiner Mutter gelernt habe“. Im Hause Carbó wird sie pikant, aber nicht scharf serviert. „Wir würzen mit Pfeffer, aber nicht mit Chili.“ Bei den Carbós kommt auch keine Zwiebel in die Suppe – „weil wir das nicht so gut vertragen“. Aber wie gesagt: Bei Gazpacho ist erlaubt, was schmeckt.

Nieves Carbó sagt: „Am besten schmeckt die Suppe, wenn man sie bereits am Vortag zubereitet.“ Dann kann sie im Kühlschrank gut durchziehen. Für Gazpacho benötigt man einen Pürierstab.

Wenn die Spanierin an Gazpacho denkt, dann kommt etwas Wehmut auf. Nieves Carbó erzählt, dass in den heißen Sommermonaten bei ihrer Mama immer eine Flasche Gazpacho im Kühlschrank stand. Gazpacho war dann „ein Genuss. Mit ein paar Schluck Gazpacho löscht man Hunger und Durst in einem. Einfach herrlich“, sagt sie. Nieves Carbó steht in ihrer Küche im Münchner Uni-Viertel. „Hier ist mein zweites Leben“, erzählt die 55-Jährige, die mittlerweile als Erzieherin bei der Landeshauptstadt arbeitet.

Der Essig liefert den würzigen Geschmack. In Spanien wird am liebsten Sherry-Essig für Gazpacho verwendet.

Als junge Studentin kam sie einst nach Deutschland, weil sich hierzulande die meisten Umweltaktivisten engagierten. „Eine Freundin arbeitete für ein Radio und wollte über die deutsche Umweltbewegung eine Geschichte machen.“ Nieves Carbó war damals 27 Jahre alt. Der Liebe wegen kehrte die Spanierin alsbald ihrer Heimatstadt Barcelona den Rücken. Während sie das Gemüse für die Suppe schnippelt, berichtet sie von ihren Anfängen in Deutschland. Eines Tages holte sie ihr Klaus dann nach München. „Seitdem bin ich da“, sagt die 55-Jährige. Nach Barcelona fuhr sie nur noch in die Ferien.

Genießen das sommerliche Essen von Nieves Carbó: Merkur- Redakteurin Stephanie Ebner sowie Emil.

Als ihre beiden Söhne Elias und Jonas größer wurden, suchte die Lehrerin in München eine neue Aufgabe. Zufällig sah sie das Plakat „Erzieher gesucht“ und bewarb sich bei der Stadt München. Seit 2014 arbeitet Nieves Carbó in einem Kindergarten. Eine Aufgabe, die sie mit „Freude und Leidenschaft erfüllt“. Die Drei- bis Sechsjährigen lieben es, wenn sie Geschichten aus Spanien erzählt. Heimweh nach der Iberischen Halbinsel hatte sie in all den Jahren nicht. Nicht mal, wenn der Sommer hierzulande so verregnet ist wie in diesem Jahr. Lediglich an Weihnachten kommt etwas Sehnsucht nach der alten Heimat auf. Aus kulinarischen Gründen: „Wir Spanier kennen zu Heilig Abend keine Plätzchen. Dafür lieben wir Turrón.“ Das sei eine Süßigkeit aus Mandeln, Honig, Zucker und Eiweiß. „Ein Traum.“

So wie der Gazpacho, der mittlerweile fertiggestellt ist. Denn Nieves Carbó hat diesmal eine ultraschnelle Variante gezaubert: Weil Gazpacho eiskalt am besten schmeckt, hat sie fast gefrorenes Wasser für die Suppe verwendet. Schneller kann ein Sommergericht fast nicht zubereitet werden.

Spezialität aus Andalusien: eiskalter Gazpacho

Gazpacho – im Deutschen heißt es übrigens „der“ – stammt aus Andalusien. Die Suppe geht auf die Mauren zurück und war zunächst eine weiße Knoblauchsuppe aus Gurken, Brot, Knoblauch, Olivenöl, Essig, Salz und Wasser. Die Zutaten wurden einst in einem Mörser zerkleinert. Tomaten und Paprika wurden erst von Christoph Kolumbus aus Amerika nach Europa eingeführt und waren bis zum 18. Jahrhundert nicht Bestandteil dieser Suppe.

Zutaten für Gazpacho:
1 kg Tomaten
1 (oder mehrere) Knoblauchzehe(n)
1 grüne Paprika
1 Salatgurke, geschält
3 Scheiben altbackenes Baguette-Brot
nach Belieben eine Zwiebel
1 Liter Wasser
3 EL Olivenöl
2 EL (Sherry)-Essig
Salz und Pfeffer

Zubereitung: 

1. Die Tomaten mit kochend heißem Wasser überbrühen, dann die Tomatenhaut schälen.

2. Die Gurke mit einem Sparschäler von der Haut befreien, von der Paprika den weißen Strunk entfernen.

3. Tomaten, Gurke und Paprika in Würfel schneiden und in eine Schüssel geben.

4. Knoblauchzehe schälen, ebenso die Zwiebel. Beides würfeln und zum Gemüse geben.

5. Das altbackene Brot von der Rinde befreien, mit etwas Wasser übergießen. Kurz einweichen lassen. Das restliche Wasser zum Gemüse geben. Alles mit dem Pürierstab bearbeiten.

6. Mit Salz und Pfeffer sowie Essig und Olivenöl abschmecken und die Suppe im Kühlschrank durchziehen lassen. Am besten füllt man die Suppe in verschließbare Flaschen. So kann man sie auch gut zu einem Picknick mitnehmen.

Tipps: 

  • Die Konsistenz von Gazpacho kann nach Geschmack variieren: Von einer sehr dünnflüssigen Suppe bis zu einer sämigen Variante, die zudem auch noch weniger püriert ist.
  • Serviert wird Gazpacho eiskalt mit Beilagen. Dabei handelt es sich üblicherweise um in sehr klein geschnittenes Gemüse, das auch in der Suppe verwendet wurde. Dieses wird am Tisch auf die Suppe gegeben. Manchmal wird auch ein Kännchen Olivenöl sowie geröstete Weißbrotwürfel dazu gereicht.
  • Im Gegensatz zu Gazpacho kommt eine Salmorejos ohne Paprika und Gurke aus. Sie ist deutlich dickflüssiger, was auch an dem größeren Brotanteil liegt. Zum Abschluss bestreut man die Salmorejos mit einer Mischung aus in kleine Würfel geschnittenem, hartgekochten Ei, Serrano-Schinken und beträufelt ihn mit etwas Olivenöl. Auch die Salmorejos wird eiskalt serviert.

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Bayern macht Urlaub: Für viele geht’s in diesen Wochen in die Ferien. Wer will, bringt uns aus der Ferne ein Rezept mit. Mitmachen lohnt sich. Das beste Rezept gewinnt eine Reise nach Südtirol in ein bezauberndes Traditionshotel: In der „Goldenen Rose“, einem Vier-Sterne- Hotel in Schnals Südtirol, kann unser(e) Gewinner(in) mit einer Begleitperson ein Wochenende seiner/ihrer Wahl in dezentem Luxus verbringen.

Einsendeschluss für die Ferien- Rezepte ist Dienstag, 13. September. Diese bitte per Mail an gastro@merkur.de schicken. Wer uns sein Rezept per Post zukommen lässt, verwendet folgende Adresse: Münchner Merkur, Redaktion „Mein Küchengeheimnis“, Paul-Heyse-Straße 2 bis 4 in 80336 München. Noch eine Bitte: Schön wäre es, wenn Sie uns zu Ihrem Ferien- Rezept noch schreiben würden, wo Sie es entdeckt haben.

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Haben auch Sie ein Rezept für uns, das Sie gerne vorstellen wollen? Dann melden Sie sich. Sie erreichen uns per Mail unter gastro@merkur.de. Oder rufen Sie an: Telefonnummer (089)5306-419. Wir freuen uns, auf Ihr Küchengeheimnis.

Von Stephanie Ebner

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