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Stoßen auf die EM in Frankreich an: Gastgeberin Geraldine Brunner und Merkur-Redakteurin Stephanie Ebner.

Mein Küchengeheimnis

Zum EM-Start: So kochen die Gastgeber

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Zum Start der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich tischt uns die Wahlmünchnerin Geraldine Brunner (45) ein Menü aus ihrer Heimat auf. Alles lässt sich gut vorbereiten, damit zum Anpfiff garantiert alles fertig ist.

Seit Geraldine Brunner denken kann, war Deutschland ihr Traumland: „Schon als kleines Mädchen sang ich mit Vorliebe deutsche Lieder.“ Warum, weiß die gebürtige Grenoblerin nicht. Die Mutter stammt aus Südfrankreich, der Vater hat Wurzeln in Algerien. Niemand sonst in der riesigen Familie spricht deutsch.

Gut gerüstet: Die gebürtige Französin Geraldine Brunner freut sich auf die Fußball-EM in ihrer Heimat.

Nur in einem Punkt ist die Wahlmünchnerin, die seit über zwei Jahrzehnten an der Isar lebt, in all den Jahren ihrer Heimat Frankreich treu geblieben: beim Kochen. „Ich liebe die französische Küche“, sagt sie. Diese sei feiner, facettenreicher. Jeden Abend kocht die Mutter von zwei Töchtern, das gemeinsame Abendessen ist der Familie heilig. Nur in Ausnahmefällen, wenn die 45-Jährige unterwegs ist, tischt ihr Mann Ferdinand Brotzeit auf. Geraldine Brunner steht in ihrer Küche im Münchner Stadtteil Schwabing und schiebt die Lammkeule ins Rohr. Diese mariniert man am besten am Vortag. Im Rohr schmort sie mehrere Stunden vor sich hin. Wenn die Gäste kommen, muss man die Keule nur noch aufschneiden. Auch das Kartoffelgratin lasse sich ideal vorbereiten, „es schmeckt sogar noch besser, wenn man es am Vortag zubereitet“.

Wenn’s ums Essen geht, ist Geraldine Brunner in ihrem Element. Stundenlang kann sie kochen und backen – am liebsten ist es ihr dann, wenn die Küchentür zu ist und sie ihre Ruhe hat. Höchstens das Radio darf im Hintergrund dudeln. Ist sie im Ausland im Urlaub, ist ihr ein „Supermarkt mit Lebensmitteln allemal lieber als ein Schuhladen“, wie sie mit einem herzlichen Lachen verlebt. Die Leidenschaft zum Kochen hat sie vermutlich vom Vater geerbt. Ebenfalls ein begeisterter Hobbykoch – „von ihm habe ich viel gelernt“. Mit 19 Jahre kam Geraldine Brunner das erste Mal nach München. Als Au-Pair-Mädchen. Statt mit den Kindern zu spielen, hat die junge Französin mit der Tochter des Hauses am liebsten gebacken. So habe sie es auch später mit den eigenen Kindern gehandhabt.

Geraldine Brunner wollte als junge Frau zunächst die Welt entdecken: Sie arbeitete als Animateurin bei „Club Med“, ging später mit einer Freundin nach London zum Englisch lernen. Um sich den Aufenthalt in England finanzieren zu können, arbeitete sie dort in einer französischen Konditorei. Danach wollte Geraldine „zur Ruhe kommen“, wie sie es nennt, ging zurück nach München. Seitdem lebt sie „in dieser traumhaft schönen Stadt“, wie sie von der Isarmetropole schwärmt. Ein leichter französischer Akzent verrät auch nach all den Jahren immer noch ihre Herkunft.

Geraldine Brunner liebt schöne Dinge, das sieht man sofort, wenn man sich an ihren perfekt gedeckten Tisch setzt – das kommt nicht von ungefähr. „Beruflich habe ich meinen Focus auf Einrichtungen und Dekoration gelegt.“ Seit Herbst vergangenen Jahres betreibt sie ein Outlet. Apropos Dekoration: „An Weihnachten haben die Deutschen in diesem Punkt ganz klar die Nase vorn.“ Die Franzosen interessiere nur, was es an Weihnachten zu essen gibt. Geraldine Brunner tischt zum Fest die Lammkeule auf, allerdings verfeinert: „Ich lasse eine Foie Gras (Gänseleber) zum Schluss über der Keule schmelzen. Ein Traum.“

Doch nicht nur mit den schönen Dingen beschäftigt sich die 45-Jährige. Seit zwei Jahren engagiert sie sich in der Flüchtlingshilfe. „Diese Menschen brauchen uns. Ganz nebenbei können wir auch etwas von ihnen lernen.“ Und wenn es nur neue Anregungen in der Küche sind. In diesem Sinne: „Bon Appetit.“ Dazu hebt die Französin ihr Glas und sagt: „Auf eine friedliche EM.“

Vive la France: So essen die Franzosen

Vorspeise

Zucchini Terrine
500 g Zucchini
400g Zwiebel
6 Eier
Olivenöl
Salz und Pfeffer

Zubereitung: Zwiebeln fein würfeln, Zucchini raspeln. Dann zunächst die Zwiebeln glasig anbraten. Die Zucchini dazugeben, salzen und pfeffern, 30 Minuten leicht dünsten. In einem Sieb das restliche Wasser ablassen. Eier schaumig schlagen, zu den abgekühlten Zucchini geben. Das Ganze in eine Kastenform und 30 Minuten bei 180 Grad backen.

Frische Tomatensauce

500 g Strauch-Tomate
1 Knoblauchzehe
1 Bund Basilikum
Salz und Pfeffer

Zubereitung: Tomaten mit kochendem Wasser übergießen, dann abschälen und klein schneiden. Die Tomatenwürfel in Olivenöl anbraten, klein geschnittenen Knoblauch dazu geben. Basilikumblätter dazugeben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Alles pürieren und die Sauce kalt stellen.

Hauptgang

Gratin dauphinois (Kartoffeln Gratin)

500 g gute französische Kartoffeln
600 g Creme fraiche
200 g Sahne
etwas Milch (3,5 %)
1 Knoblauchzehe
Salz und Pfeffer

Zubereitung: Knoblauchzehe schälen, dann die Gratin-Form damit ausreiben. Kartoffeln schälen und in dünne Scheiben schneiden. Die Kartoffelscheiben salzen und in die Auflaufform schlichten, Creme fraiche, Sahne, Milch und zerdrückte Knoblauchzehe mischen, würzen, alles über die Kartoffel geben, so dass die Kartoffeln bedeckt sind. Circa 2 Stunden bei 180 Grad in den Ofen geben. Tipp: Schmeckt auch sehr gut, wenn es einen Tag durchgezogen ist.

Lammkeule Provencale 

2 Kilo Lammkeule
Olivenöl
Thymian und Rosmarinzweige
5 Knoblauchzehen
Salz und Pfeffer

Zubereitung: Die Lammkeule am Vortag mit Olivenöl, Thymian und Rosmarin sowie Salz und Pfeffer einreiben. Mit 5 Knoblauchzehen spicken. In Klarsichtfolie einwickeln und die Keule in den Kühlschrank legen. Am nächsten Tag die Keule in einen Bräter legen und 3 bis 4 Stunden bei 160 Grad im Ofen schmoren lassen.

Käse 

Käse gehört zu den französischen Nationalspeisen. Als Dessert reicht man 50 bis 100 g pro Person. Am besten mischt man Kuh-, Schafsund Ziegenmilchkäse, Hartund Weichkäse und Käse mit unterschiedlicher Geschmacksintensität. Geraldine Brunner reicht eine Platte mit Comté, Roquefort, Saint Felicien, Tomme de Savoie, Roblochon und Camembert.

Wichtig: Während man in Deutschland Trauben und Nüsse zum Käse reicht, wird der Käseteller in Frankreich puristisch nur mit Käse serviert.

Dessert Fondant au chocolat mit Himbeere 

150 g Butter
200 g Bitterschokolade
150 g Zucker
50 g Mehl
3 Eier
1 Schale Himbeeren

Zubereitung: Butter mit Schokolade im Wasserbad schmelzen. Zucker, Mehl und Eier dazugeben. In kleine gebutterte Kastenformen füllen. Himbeeren verteilen. 20 bis 25 Minuten bei 180 Grad backen.

Tarte au Citron 

Teig:
200 g Mehl
100 g Butter
1/2 Glas Wasser

Belag:
200 g Butter
350 g Zucker
6 Eier
4 Zitrone
3 Blatt Gelatine
Zitrone zum Dekorieren

Zubereitung: Zutaten für den Teig gut durchkneten, dann in ein Form rollen. Ruhen lassen. Später ausrollen und auf eine Tarteform legen. Butter mit Zucker im Wasserbad schmelzen, Zitronensaft dazu mischen 3 Blatt Gelatine erst im kalten Wasser einweichen. Ausdrücken und erwärmen. Die flüssige Gelatine und die Butter- Zucker-Zitronenmischung geben. Eier schaumig schlagen und unter die erkaltete Butter-Mischung geben. Alles auf dem ausgerollten Teig vorsichtig teilen. Circa 30-35 Minuten bei 180 Grad backen. Mit Zitronenscheiben dekorieren.

Mein Küchengeheimnis

Haben auch Sie eine Kochgeschichte? Dann melden Sie sich bei uns. Sie erreichen uns per Mail unter gastro@merkur.de.

Von Stephanie Ebner

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