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Viel Salat und Gemüse sollten eigentlich auf unserem Speiseplan stehen.

Tipps für eine gesunde Ernährung

Burger statt Gemüse? So essen wir!

München - Eigentlich wissen wir ja alle, wie es geht: Viel Obst und Gemüse, Eiweiß und Kohlenhydrate, wenig Fett und dazu noch regelmäßig Sport. Aber wie ernähren wir uns wirklich?

Dann kommt halt doch wieder der Stress im Job, der Frust im Alltag oder schlicht der innere Schweinehund dazwischen. Viele Menschen in Deutschland achten eher auf leckeres als auf gesundes Essen. Das geht aus einer am Freitag vorgestellten Forsa-Studie im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) hervor. Insgesamt 1000 deutschsprachige Personen ab 18 Jahren wurden dazu nach ihren Ernährungsgewohnheiten befragt. Für ein selbstgekochtes Mahl am gedeckten Tisch fehlt in der Hälfte der Haushalte die Zeit. Bei einem Drittel der Befragten laufen beim Essen nebenbei Fernseher und Computer. „Ernährung muss in unserem Alltag wieder mehr Raum bekommen“, mahnt TK-Chef Dr. Jens Baas. Wir haben für Sie die wichtigsten Erkenntnisse der Studie zusammengefasst.

Im Alltag

Die täglichen Mahlzeiten sollen nicht nur satt machen und schmecken – sie haben auch viel mit Geselligkeit und Genuss zu tun. So gab die Hälfte der Befragten an, dass das Essen für sie sehr wichtig ist und sie demnach auch bereit sind, Zeit und Geld dafür zu investieren. Beim Essverhalten gibt es aber einen deutlichen Unterschied zwischen Männern und Frauen. Während 74 Prozent der befragten Frauen angaben, sich immer bzw. überwiegend gesund zu ernähren, sind es bei den männlichen Teilnehmern der Studie nur 52 Prozent. 43 Prozent der Männer gaben zu, sich nur „wenig Gedanken“ über ihre Ernährung zu machen. Auch für Jugendliche zwischen 18 und 25 Jahren hat das Essen grundsätzlich keine große Bedeutung. Lecker und schnell lautet bei ihnen die Devise. Auf gesunde Ernährung achten nur 23 Prozent der Befragten. Am gesündesten leben laut Studie die Senioren: 41 Prozent der Befragten legen großen Wert darauf, dass ihre Nahrung nicht so viele Kalorien, dafür aber ausreichend Vitamine und Mineralstoffe enthält.

Einkommen

Bildungsstand und Einkommen spielen beim Essverhalten im Alltag eine Rolle. Je mehr jemand verdient, desto mehr Gedanken und Geld investiert er laut Studie auch in gesunde Ernährung. Haushalte mit einem Einkommen von über 4000 Euro im Monat ernähren sich demnach zu zwei Dritteln überwiegend gesund. Bei den Geringverdienern mit einem Einkommen bis maximal 1500 Euro sind es 61 Prozent der Befragten. Jeder Fünfte aus dieser Gehaltsgruppe macht sich aber nach eigenen Angaben gar keine Gedanken über seine Ernährung.

Essverhalten

Wenig Fett, dafür mehr Kohlenhydrate, Eiweiß und Vitamine - theoretisch wissen wir alle, worauf man bei der Ernährung achten sollte. Doch wie sieht es mit der Umsetzung in der Praxis aus? Die gute Nachricht vorweg: Für die meisten Befragten (fast zwei Drittel aller Männer und Frauen) gehören Obst und Gemüse auf den täglichen Speiseplan. Brot ist unangefochten das Grundnahrungsmittel der Deutschen. 95 Prozent essen fast jeden Tag bzw. dreibis fünfmal die Woche Brot oder Brötchen. Fleisch kommt bei 59 Prozent regelmäßig auf den Tisch. Vor allem in Haushalten mit einem Monatseinkommen von maximal 1500 Euro gehört ein Stück Fleisch täglich auf den Teller. Dabei sind es vor allem die Jüngeren und die Männer, die zugreifen. Für 65 Prozent aller 18- bis 25-Jährigen gehört ein Stück Fleisch zu einem guten Essen dazu.

Sechs von zehn Männern wollen täglich zumindest eine Scheibe Wurst auf dem Frühstücksbrot, bei den Frauen sind es nur vier von zehn. Dafür sind Frauen die größeren Frustesser. Einerseits kaufen sie zwar deutlich mehr Bioprodukte und essen mehr Obst als die Männer. Bei akutem Frust werden die guten Ernährungsvorsätze allerdings konsequent über den Haufen geworfen. Je fetter und süßer, desto besser, lautet dann die Devise. 40 Prozent der Befragten hauen bei Problemen so richtig rein, bei den Männern tun dies nur halb so viele.

Disziplin

Der Geist ist willig, aber der innere Schweinehund noch stärker: Vier von zehn Befragten geben zu, dass es ihnen beim Thema gesunde Ernährung schlicht an der nötigen Disziplin mangelt.

Kochkompetenz

Gekocht wird auf allen Fernsehkanälen. Während es im TV vor allem junge Männer sind, die am Herd stehen, ist das Kochen im trauten Heim noch immer überwiegend Frauensache. 80 Prozent der Frauen schwingen zu Hause den Kochlöffel, bei den Männern sind es bescheidene 35 Prozent. Als gut oder sehr gut schätzen 93 Prozent der befragten Köchinnen ihre Künste ein. Dennoch kommt nur in der Hälfte aller Haushalte täglich eine selbstgekochte Mahlzeit auf den Tisch. Hauptgrund für die kalte Küche: Zeitmangel. Bei 17 Prozent der Befragten siegt die Trägheit über den Appetit.

Schneller Happen

Je jünger, desto häufiger, lautet hier die Erkenntnis: 60 Prozent der unter 25-Jährigen essen mindestens einmal die Woche bis zu täglich ein Fertigessen. Tiefkühlpizza und Tütensuppen stehen demnach hoch im Kurs. Außerdem gab jeder Fünfte der unter 35-Jährigen zu, ein- bis zweimal die Woche Burger, Pommes oder Currywurst zu essen. Übrigens greifen laut Studie nicht nur Singles, sondern auch Familien öfter mal beim Fast Food zu.

Zeitmangel

Fehlende Ruhe nennt die Hälfte der Befragten als Hauptgrund für die regelmäßigen kleinen Sünden beim Essen. Vor allem bei Familien siegt oft der Stress über die Vernunft. Je mehr Kinder in einer Familie leben, desto weniger Zeit bleibt demnach, sich in Ruhe ums Essen zu kümmern

Nebensache

Essen Eine Mahlzeit in geselliger Runde am schön gedeckten Tisch – Fehlanzeige! Jeder Dritte beschäftigt sich beim Essen nebenher. Während vor allem die Generation 50 plus gepflegt am Tisch speist, gaben 39 Prozent der 18- bis 25 Jährigen an, sich während des Essens mit dem Fernseher, Computer Smartphone oder einer Zeitschrift zu beschäftigen. Auch liegt beim Fernsehen oder Surfen im Internet gerne die Schokolade oder die Chipstüte griffbereit: Hier sind es vor allem die Jüngeren (33 Prozent der 18- bis 25-Jährigen)undGeringverdiener, die beherzt zugreifen.

Am Arbeitsplatz

Ein Drittel aller Berufstätigen beklagt, dass eine gesunde Ernährung am Arbeitsplatz schlichtweg nicht möglich ist. Vier von zehn Befragten gaben an, dass das Angebot an gesunden Speisen in der Kantine oder in der Nähe des Unternehmens unzureichend ist. Jeder Zweite bekannte außerdem, dass in den Arbeitspausen die Zeit für eine Mahlzeit in Ruhe fehle. Gut jeder Zehnte gibt zu, bei der Arbeit zu naschen.

Gesundheit

Jeder Sechste der Befragten ist von Nahrungsmittelallergien oder -unverträglichkeiten betroffen. Allerdings hat die Studie auch gezeigt, dass Kranke nicht automatisch besser essen als Gesunde: Demnach bekannten auffallendvieleder Befragten mit Herz-Kreislauf- Problemen oder Stoffwechselerkrankungen, dass Fett für sie zu einem leckeren Essen dazugehöre. Auch Menschen mit Bluthochdruck, Kopfschmerzen oder starker Erschöpfungachtenkaummehr auf gesunde Ernährung als die übrigen Befragten. Dabei hätten sie es in der Hand: Sieben von zehn der Erkrankten sagen, dass sie in ihrem Haushalt am Herd stehen.

7 Tipps von der Expertin

Es ist gar nicht so schwer, sich gesünder zu ernähren. Annette Bleher, Ernährungswissenschaftlerin und Präventionsberaterin bei der Techniker Krankenkasse, rät:

- Lieber Vollkorn statt Weißmehlprodukte: Vollkornbrot und -nudeln sättigen besser und beugen Heißhunger vor.

- Ausreichend und abwechslungsreich Obst und Gemüse essen, am besten mehrmals täglich und dabei eigene Vorlieben berücksichtigen

Viel trinken – rund 1,5 Liter am Tag, viel Wasser, Früchteund Kräutertees sowie selbst gemischte Fruchtsaftschorlen.

- Wenig Süßes essen. Und wenn es doch sein muss, dann bitte mit Genuss!

- Auf versteckte Fette in Lebensmitteln achten (z.B. in Wurst). Hochwertige pflanzliche (z.B. kaltgepresste) Öle verwenden.

Ausreichend Bewegung und ausgewogene Ernährung in Kombination sind besser als einseitige Diäten.

Lebensmittel möglichst frisch kaufen. Wenn es doch mal schnell gehen soll, kann ungewürztes Tiefkühlgemüse eine gute Alternative sein

Sabine Schwinde

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