Muss Fertigpizza teuer sein, oder reicht auch das No-Name-Produkt?
+
Muss Fertigpizza teuer sein, oder reicht auch das No-Name-Produkt?

Lohnt sich die Markenpizza?

Billig-Pizza oder teure Marke: Großer Pizza-Test überrascht Skeptiker

Ist billig wirklich schlechter, oder ist der Preis von Markenprodukten gerechtfertigt? Im großen Fertigpizza-Test kommt es zu einem verblüffenden Ergebnis.

Schmecken Markenlebensmittel eigentlich wirklich immer besser? Ist der höhere Preis also gerechtfertigt - oder bezahlen die Kunden eigentlich nur den Namen, eine schönere Verpackung und die Werbung mit?

An dieser Frage scheiden sich die Geister. Für die Doku-Sendung ZDFZeit hat Fernsehkoch Nelson Müller mit einem Vergleich und einer Blindverkostung von Fertigpizza den Test gewagt.

Fertigpizza im Test: Muss es Wagner sein oder reicht eine No-Name-Pizza

Wenn es für den Besuch beim Italiener um die Ecke nicht reicht, greifen viele Deutsche zur Fertigpizza. Dabei kommt vor der Tiefkühltruhe wohl immer wieder die Frage auf, ob es wirklich die teure Pizza sein muss.

In der Sendung ZDFZeit vergleicht Nelson Müller die Steinofen-Pizza von Wagner für 2,69 Euro mit Konkurrenzprodukten von u.a. "Gut & Günstig" und "Alfredo", die nur 1,30 Euro also weniger als die Hälfte kosten.

Auch interessant: Dieser simple Trick macht aus (fast) jeder Pizza eine bessere Pizza

Was rechtfertigt den höheren Preis der Marken-Fertigpizza?

Um der Frage nachzugehen, geht Müller bei Wagner vor Ort auf Spurensuche und macht eine ernüchternde Entdeckung. Der Pizzateig für die Fertigpizza wird aus herkömmlichen Zutaten hergestellt. Hier sucht man vergeblich nach besonderen Rohstoffen und der befragte Wagner-Mitarbeiter gibt sogar zu, dass man sich wohl nicht von der Konkurrenz anhebt.

Sieht es beim Käse anders aus? Bei Wagner kommt statt mildem Mozzarella kräftiger Edamer auf die Fertigpizza. Wagner argumentiert mit dem Geschmack der Kunden. Bei den günstigen Anbietern kommt häufig Gouda zum Einsatz, nur ein Konkurrent sticht hervor: Edeka belegt seine Billig-Fertigpizza zusätzlich mit Mozzarella. Der ist bis zu 30 Prozent teurer als Edamer. Spart Wagner hier also Geld gegenüber der günstigen Fertigpizza, die nur die Hälfte kostet?

Beim Belag ergibt sich ein ähnlich ernüchterndes Bild. Passierte Tomaten, Gewürze, Salami und Schinken kommen auf die Fertigpizza - auch hier zeichnet sich Wagner nicht durch besondere Qualität aus. Beim Vergleich der Gewichtsangeben für den Belag kommt es sogar noch dicker. Wagner gibt 12 Gramm Wurst und 16 Gramm Käse an, also insgesamt 28 Gramm. Bei den Billig-Anbietern werden dagegen 31 Gramm versprochen. Bezahlen Kunden also mehr Geld für weniger Belag?

Beim Nachwiegen im Labor zeigt sich, dass sowohl Wagner als auch Aldi und Edeka die Gewichtsangaben für den Belag übererfüllen. Penny dagegen enttäuscht mit fast 10 Prozent weniger Belag, bei der Lidl-Variante sind es sogar fast 13 Prozent weniger. Ein krasser Mangel, der viele Fertigpizza-Kunden ärgern dürfte.

Weiterlesen: Mann kauft Büffelmozzarella bei Aldi - kurz darauf hagelt es Spott und Häme

Fertigpizza im Test: Marken-Pizza und Billig-Sorte im Geschmacksvergleich

Weniger Belag, keine besonderen Rohstoffe: Die Argumente für die Wagner-Pizza schwinden, aber der Geschmacktest wirft schließlich alles wieder um. Für den Fertigpizza-Test wählte das ZDF-Team die "Speciale Steinofen-Pizza" der Edeka Eigenmarke "Gut & Günstig" als Konkurrent zur Steinofen Speciale von Wagner. 100 Personen verkosteten die Pizzen blind. Das Urteil fiel angesichts der vorherigen Ergebnisse überraschend eindeutig aus: 70 Testesser entschieden sich für die Marken-Pizza von Wagner, 30 Personen schmeckte das No-Name-Produkt von Edeka besser.

Geschmacklich hatte Wagner die Nase vorn. Weniger Belag und günstiger Käse wurden also wettgemacht durch die Rezeptur und das Backverfahren. Ein starkes Argument, für das viele Kunden gerne tiefer in die Tasche greifen.

Fertigpizza von Wagner und Edeka im direkten Vergleich

MarkePreisTeigzutatenKäseBelagBlindverkostung
Wagner 2,69 EuroWasser, Mehl, Hefe, Rapsöl Edamer (16 %) Salami (8 %), Schinken (2 %), Peperoniwurst (2%) 70 Testesser-Stimmen
Edeka 1,30 Euro Wasser, Mehl, Hefe, Rapsöl Edamer (7,%), Mozarella (8%) Salami (8,3 %), Schinken (5,4 %), Peperoniwurst (3,4 %)30 Testesser-Stimmen

Ihre Meinung ist gefragt

Ihre Meinung ist gefragt

Lesen Sie auch: Pizzateig in fünf Minuten? Dieses Rezept müssen Sie ausprobieren!

Das könnte Sie auch interessieren: Mann belegt seine Pizza mit dieser Frucht - und erntet Abscheu.

ante

Ab in die Mikrowelle? Bei diesen Lebensmitteln ist das keine gute Idee

Viele Menschen würden nie auf die Idee kommen, Pizza aufzuwärmen. Sie schmeckt ja auch kalt ganz vorzüglich. Wenn Sie sie doch lieber warm essen wollen, dann nehmen Sie dafür lieber eine Pfanne. So wird der Boden wieder knusprig, der Käse schmilzt schön und Sie können die Pizza wieder genießen.
Sie kennen das: Sie wärmen Lasagne in der Mikrowelle auf und das Ergebnis ist alles andere als lecker. Lavaheiße, totgekochte Stellen liegen direkt neben eiskalten. Lassen Sie das in Zukunft bleiben. Der richtige Ort, um Lasagne aufzuwärmen ist der Backofen. Streuen Sie zusätzlich Käse darauf und geben Sie noch etwas Tomatensoße dazu, dann wird es besonders gut.
Wenn Sie Kartoffelpüree in der Mikrowelle aufwärmen, erreichen Sie nur, dass die Oberfläche austrocknet und unappetitlich wird. Wärmen Sie es stattdessen lieber in einem Wasserbad auf.
Es soll Menschen geben, die kein kaltes Omelett mögen. Deshalb müssen Sie aber noch lange nicht zur Mikrowelle greifen. Viel besser funktioniert es, wenn Sie die Eierspeise in einem feinmaschigen Sieb über einem Topf mit kochendem Wasser aufwärmen.
Ab in die Mikrowelle? Bei diesen Lebensmitteln ist das keine gute Idee

Auch interessant

Kommentare