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Inzwischen gibt eine Vielzahl von Siegeln für Fisch. Doch welches ist zu empfehlen?

Nachhaltige Fischerei

Das bedeuten Siegel für Fisch - und so empfehlenswert sind sie

Ernährung wird nachhaltiger - auch bei Fisch. Inzwischen gibt es viele Siegel für Fisch. Doch was bedeuten diese eigentlich und wie empfehlenswert sind sie?

Fisch ist nicht nur lecker, sondern auch gesund. An einigen Feiertagen ist er bei vielen Familien sogar Tradition. Immer mehr Menschen achten dabei auch auf eine nachhaltige Ernährung, wobei eine Zertifizierung der Lebensmittel helfen kann. Auch bei Fisch gibt es inzwischen viele verschiedene Siegel. Doch was bedeuten diese eigentlich und welches hat die strengsten Regeln?

Fisch-Siegel: Marine Stewardship Council (MSC)

Das bekannteste und am weitesten verbreitete Fisch-Siegel ist das MSC-Siegel. Die Organisation Marine Stewardship Council wurde im Jahr 1997 von der World Wide Foundation (WWF) und dem Lebensmittelkonzern Unilever gegründet, ist inzwischen aber unabhängig. Fischereien, sie zertifiziert werden wollen, müssen nachweisen, dass sie nicht überfischen. Die Bestände müssen sich also immer wieder erholen können. Der Lebensraum der Fische soll zudem so wenig wie möglich beeinflusst werden. Das Siegel ist oval und zeigt einen stilisierten Fisch auf einem blauen Hintergrund.

Am MSC-Siegel gibt es allerdings bereits seit längerer Zeit Kritik. Vor allem die Umweltorganisation Greenpeace bemängelt, dass zum Beispiel für das Ökosystem schädliche Fangmethoden akzeptiert sind und auch hohe Beifangquoten geduldet werden. Im Jahr 2018 wandten sich schließlich insgesamt 66 Organisationen, darunter auch der WWF, in einem offenen Brief an den MSC und forderten eine Reform der Regelungen. 

Fisch-Siegel: Aquaculture Stewardship Council (ASC)

Der Aquaculture Stewardship Council wurde vom WWF und The Sustainable Trade Initiative gegründet. Im Fokus der Organisation steht die Fischzucht in Aquakulturen. Nach den Standards des ASC muss sich der Ort der Aquakultur für eine solche eignen. Außerdem sollen Antibiotika nur kranken Fischen zugefüttert werden. Zudem muss der Weg des Fischfutters nachvollziehbar sein. Das Siegel ist türkis und zeigt einen stilisierten Fisch neben dem Schriftzug "ASC".

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Auch Am ASC-Siegel gibt es allerdings Kritik. Zum Beispiel bemängelt der Naturschutzbund Nabu, dass der Einsatz von gentechnischem Soja als Futter erlaubt ist und dass das Siegel bereits während der Umstellungsphase genutzt werden darf. 

Fisch-Siegel: Friends of the Sea (FOS)

Die unabhängige Organisation Friends of the Sea (FOS) wurde im Jahr 2006 gegründet. Das Siegel zertifiziert sowohl Wildfang als auch Aquakulturen. Die Regelungen umfassen unter anderem, dass nur nicht überfischte Arten gefangen werden dürfen und der Meeresboden so wenig wie möglich geschädigt werden soll. Außerdem darf die Beifangquote höchstens acht Prozent der Gesamtmasse betragen. Das Siegel ist rund und zeigt ein Boot auf blauem Hintergrund. Darum befindet sich ein roter Kreis mit dem Schriftzug "Friends of the Sea".

Vor allem Letzteres stößt bei Umweltorganisationen auf Kritik. Es wurde bereits eine Reduzierung auf maximal drei Prozent der Beifangquote gefordert. Allerdings sieht zum Beispiel Greenpeace beim FOS-Siegel gegenüber MSC und ASC einige Vorteile.

Fisch-Siegel: Dolphin Safe

Das Siegel Dolphin Safe wurde speziell für die Fischerei von Thunfisch entwickelt. Es soll sicherstellen, dass bei der Fischerei der Beifang von Delfinen durch bestimmte Fangmethoden vermieden wird. Speziell darauf bezogen unterstützen Umweltorganisation das Siegel. Es sagt allerdings nichts darüber aus, ob die Fischerei nachhaltig ist und wie es um den Bestand von Thunfisch bestellt ist. Das Siegel ist rund, zeigt einen Delfin und darunter das Wort "Safe".

Fisch-Siegel: Naturland Aquakulturen und Wildfischerei

Auch vom Bio-Verband Naturland gibt es zwei verschiedene Fisch-Siegel - eins für Aquakulturen und eins für Wildfischerei. Anders als bei vielen anderen Siegeln berücksichtigt Naturland auch soziale Kriterien für Fischer und deren Angestellte. Umweltschädliche Fangmethoden sind verboten und die Betriebe werden einmal im Jahr geprüft. In Aquakulturen sind außerdem Hormone zur Stimulierung verboten - die Fische sollen sich natürlich fortpflanzen. Das Logo sieht genauso aus wie die bekannten Naturland-Logos, lediglich mit den Zusätzen "Wildfang" oder "Aquakulturen".

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Obwohl die Kriterien von Naturland recht streng sind, gibt es Kritik unter anderem vom Nabu. Demnach würden in einigen Gebieten Fangmethoden akzeptiert werden, die einen hohen Beifang erzeugen. Dennoch sind die Regelungen von Naturland strenger als beispielsweise das europäische Öko-Siegel.

Gesetzliche Bio-Fisch-Siegel für Aquakulturen

Auch vom EU-Biosiegel gibt es eine Variante für die Fischerei in Aquakulturen. Fische aus Wildfang werden nicht zertifiziert. Medikamente und künstliche Hormone sind verboten und es gibt eine maximale Besatzungszahl der Kulturen. Außerdem muss das Futter ökologisch sein. Das Siegel entspricht dem bekannten EU-Bio-Siegel.

Grundsätzlich ist nach Ansicht mehrerer Naturverbände das Bio-Siegel für Aquakulturen zwar empfehlenswert, geht in einigen Punkten allerdings nicht weit genug. Zum Beispiel gehen die Regelungen für den Chemikalieneinsatz laut des Nabus nicht weit genug.

Fisch-Siegel: Welches ist zu empfehlen?

Umweltverbände sind sich einig, dass derzeit keines der Fisch-Siegel uneingeschränkt empfehlenswert ist. Generell sei eine Zertifizierung allerdings besser als gar keine. Einige der Verbände stellen auch Einkaufsratgeber zur Verfügung, an denen man sich orientieren kann:

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Von Michaela Schaal

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