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Neben Bärlauch-Pesto tischt Rosemarie Böswirth  eine Rucolarolle, einen Brezenknödel-Salat und ein Mascarpone-Amaretti-Dessert mit Erdbeeren auf.

Mein Küchengeheimnis

Bärlauch, Rucola und Erdbeeren: Frühling satt!

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Rosemarie Böswirth (53) aus Schwabhausen (Landkreis Dachau) holt den Frühling in die Küche: mit Bärlauch, Rucola und Erdbeeren. Die Bäuerin sagt: „Das sind nicht nur farbenfrohe Gerichte, sie schmecken auch hervorragend.“

„Ich koche und backe saisonal, da ergibt es sich von selbst, dass ich immer wieder etwas Neues ausprobiere.“ Jetzt im Frühling kommt deshalb der Bärlauch bei Rosemarie Böswirth bevorzugt zum Einsatz. „Ich liebe Bärlauch, deshalb habe ich mir vor Jahren ein paar Pflanzen in den Garten gesetzt.“ Jetzt wuchere er, sagt die Hauswirtschafterin. Am liebsten bereitet sie daraus ein klassisches Pesto zu. „Geht schnell und schmeckt immer.“

Bärlauch ist der Inbegriff des Frühlings: Rosemarie Böswirth hat ihn sogar in ihrem Garten wachsen.

Bärlauch hat in den vergangenen zehn Jahren ein großes Revival erlebt. Wer ihn nicht selbst im Garten hat, findet ihn bevorzugt an Bachläufen. Rosemarie Böswirths Tipp: „Wenn er bereits zum Blühen anfängt, kann man den Bärlauch zwar noch verwenden. Er schmeckt dann aber nicht mehr so intensiv.“ Seit sie denken kann, kocht und bäckt Rosemarie Böswirth. „Das war sozusagen mein Schicksal“, lacht sie. Die 53-Jährige wuchs mit drei größeren Brüdern auf dem elterlichen Hof in Rettenbach bei Vierkirchen auf – „da war Kochen und Hosenbügeln für mich angesagt“, erinnert sich Rosemarie Böswirth. Mit der Landwirtschaft hatte sie dagegen wenig zu tun. „Das war auch gut so“ – eigentlich strebte die Rettenbacherin einen Beruf im Büro an. Deshalb erlernte sie auch zunächst Industriekauffrau, wurde aber dann doch Bäuerin. Auf dem Wenger-Hof im 450 Einwohner großen Puchschlagen. „Der Liebe wegen.“

Eine Bäuerin mit Engagement. Vor der Hochzeit setzte sie noch eine Hauswirtschaftsausbildung drauf. Rosemarie Böswirth zog drei Söhne groß, arbeitete auf dem Milchviehbetrieb mit, der jetzt als Rindermastbetrieb geführt wird. Zehn Jahre war Rosemarie Böswirth zudem Kreisbäuerin. Privat buk die Schwabhauserin zunächst leidenschaftlich, rief die „Dachauer Bäuerinnen-Backstube“ mit ins Leben. „Doch irgendwann wollte ich wieder etwas Neues machen.“ Im Frühsommer wird es soweit sein: „Ich eröffne in Karlsfeld einen Laden.“ Dort wird es ausschließlich saisonale und regionale Produkte geben. „Hinter allem steht ein Gesicht.“ Die Idee dazu habe sie schon lange, „Jetzt gelingt es mir, sie in die Tat umzusetzen.“ Rosemarie Böswirth ist überzeugt: „Die ländlichen Produkte müssen zu den Leuten kommen und nicht umgekehrt.“ 25 Erzeuger („Ich kenne jeden persönlich.“) sind am Start.

Gebunden: Der Brezenteig wird verpackt - von Rosemarie Böswirth und Merkur-Redakteurin Stephanie Ebner.

Da bleibt nicht mehr viel Zeit. Daher hat Rosemarie Böswirth ihren Bauerngarten extrem reduziert, „im vergangenen Jahr sind in meinen Beeten fast ausschließlich Kürbisse gewachsen“. Nur im Spätsommer und Herbst, wenn das Obst zuhauf reif wird, geht’s in der Küche von Rosemarie Böswirth stressiger zu. Heute ist das nicht der Fall. Routiniert macht Rosemarie Böswirth den Brezenknödel-Teig – „der ist etwas feiner als normaler Semmelknödelteig“. Idealerweise kocht man die Brezenknödel bereits am Vortag – „dann lassen sie sich dünner aufschneiden“, sagt die erfahrene Köchin. Auch einfrieren ließen sie sich gut, dann „hat man weniger Arbeit, wenn Gäste kommen“.

Nebenbei richtet die 53-Jährige die Rucolarolle her („Nicht erschrecken, der Teig ist vor dem Backen sehr flüssig.“) und schichtet den Mascarpone-Nachtisch, der anders als das Tiramisu ohne Eier hergestellt wird. Dieser sei gerade im Sommer praktisch, weil man so garantiert keine Probleme mit Salmonellen habe. Bärlauchpesto, Rucolarolle, Brezenknödelsalat und Mascarpone-Dessert mit Erdbeeren – „das ist Frühling zum Sattessen“, freut sich die Hauswirtschafterin am weiß-blau gedeckten Tisch. „So hat jede Jahreszeit ihre Besonderheit.“

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Von Stephanie Ebner

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