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Mein Küchengeheimnis

Zum Frühstück nach Australien

In unserer Freitags-Serie verraten Menschen ihr Küchengeheimnis. Zum Start in die Pfingstferien begeben wir uns kulinarisch nach Down Under: Linda Bond (50), die erst seit Februar von Australien nach München gezogen ist, bereitet für uns ein typisch australisches Frühstück vor.

Oft wird den Australiern ja vorgeworfen, sie hätten gar keine eigene Küche. „Eigentlich stimmt das auch“, sagt Linda Bond, die selbst aus Down Under stammt. Und doch gebe es eine spezielle Art sich zu ernähren: „Alle Einwanderer haben ihre eigenen Rezepte mitgebracht.“ So sei eine Mischung aus asiatischer und kontinentaler Küche entstanden. „Wir Aussies haben oft Variationen daraus gemacht, es vereinfacht oder mit anderen Zutaten neu erfunden.“ Typisch australisch.

So ist auch das Frühstück, das Linda Bond serviert, ein spannender Mix aus Avocado, Feta, Eiern und Speck. „Frühstück ist für uns eine wichtige Mahlzeit, sagt die gebürtige Melbournerin. „Bei uns ist es üblich, sich am Wochenende mit Freunden zum Frühstück zu verabreden.“

Deshalb hat sich die Buchhalterin auch für ein Frühstück entschieden. Dass sie Avocados auf den Toast („gesünder ist Pumpernickel, und wir Australier legen Wert auf gesunde Kost“) schmiert, sei eine Besonderheit aus Down Under. „Die Avocados wachsen in Nord-Australien und an der Ostküste. Typisch für ihr Land sind auch die Macadamia-Nüsse und der Speck. „Am Speck erkennt man unsere Vorfahren aus England.“ Und nicht nur der Name verbindet Linda mit James Bond – „wir beide lieben Rührei mit viel Butter. Es gibt nichts Besseres.“

Linda Bond ist nicht nur kulinarisch in der Welt zu Hause, die Familie über alle Kontinente verstreut. Ihre Mutter stammt ursprünglich aus Ungarn, floh aber 1956 aus ihrem Heimatland nach Australien. Auch der Vater wanderte einst von China nach Down Under aus. Linda wuchs in Melbourne auf, ihre Eltern betrieben in ihrer Kindheit ein chinesisches Lokal in der Innenstadt. In Deutschland war die 50-Jährige schon öfters – zum Beweis öffnet sie die Kleiderschranktür und holt einen Trachtenjanker heraus. „Diesen Sommer will ich mir dazu noch ein Dirndl kaufen“, erzählt Linda Bond. „Ein schönes“, fügt sie hinzu. „Ich liebe besondere Stoffe.“ Von ihrer letzten Japanreise zu Weihnachten hat sich die Weltenbummlerin bedruckte Stoffe mitgebracht, mit denen sie die möblierte Wohnung in Giesing dekoriert.

Die Australierin will nicht wie ein Tourist die Metropole an der Isar erobern, sondern hier für ein paar Jahre Fuß fassen – „vorausgesetzt ich finde hier nicht nur eine Wohnung, sondern auch einen Job als Buchhalterin“. Deshalb lernt sie schon fleißig Deutsch – „ich besuche derzeit einen Intensivkurs am Goethe-Institut“.

Linda Bond hat schon einmal ein paar Jahre in Europa gelebt. „Als junge Frau war ich für sechs Jahre in Florenz.“ In dieser Zeit hat sie vor allem die Kultur lieben gelernt – „die Geschichte der Australier ist ja vergleichsweise jung“. Nicht zu vergessen das Essen in Italien: „Selbst einfache Nudelgerichte sind dort ein Traum. Die Toskaner können kochen.“

Von ihren vorherigen Deutschland-Besuchen kennt die 50-Jährige die Mentalität der Deutschen bereits. Besonders beeindruckt hat sie in den 1980er Jahren das Recyceln. „Das ist bei uns erst um die Jahrtausendwende angekommen.“ Für ihre Zeit in München hat sich Linda schon einiges vorgenommen: „Ich will mich mit der Geschichte, insbesondere mit den Weltkriegen befassen.“ Außerdem ist die Australierin schon ganz heiß auf die Fußball-Europameisterschaft – „wir Australier lieben Sport“, fügt sie hinzu. Dazu wird sie sicher das eine oder andere Weißbier trinken. „Ich liebe Weißbier“, sagt die Hobbyköchin. „Hoffentlich schießen die Deutschen ein paar Tore, dann habe ich Grund, mit den Münchnern anzustoßen.“

von Stephanie Ebner

So frühstückt man in Australien

Die australische Küche ist auf den ersten Blick wenig speziell. Die klassischen australischen Gerichte erinnern vielmehr an die britische Küche.

Typisch australisches Frühstücksbrot

Zutaten (2 Personen):

Für das Avocadomus

  • 1 große Avocado
  • 75 g Feta
  • 1/2 Zitrone

Für die Rühreier

  • 6 Eier
  • 70 g Butter

Serviert mit

  • 4 Scheiben Bacon
  • 4 Scheiben Toast
  • Macadamia-Nüssen
  • Radieschen-Scheiben
  • Salz
  • Pfeffer
  • Chili nach Geschmack

Zubereitung:

1. Die Avocado halbieren, das Fruchtfleisch herauslösen. Den Feta in Würfel schneiden. Beides mit der Gabel zerdrücken und mit Zitronensaft beträufeln.

2. In einer Pfanne Speck kross anbraten.

3. In einem Topf die Butter zerlassen, dann die Eier in einer Schüssel geben, mit einer Gabeln verkleppern und salzen. Die Eiermasse in die Butter geben und ständig rühren. Sobald das Ei stockt, ist es fertig.

4. Mit Macadamianüssen (eventuell diese hacken) und Radieschenscheiben (insbesondere wegen der roten Farbe) anrichten.

Alternativ schmeckt statt kross gebratenem Speck dazu auch geräucherter Lachs.

Außerdem typisch australisch ist der Brotaufstrich Vegemite. Er wird aus Hefeextrakt gewonnen und schmeckt nach hochkonzentrierter Brühe – außerhalb der Grenzen Australiens gilt der Geschmack von Vegemite eher als befremdlich. Während Vegemite in Deutschland, der Schweiz und in Österreich sehr rar ist, stellt es Australiens Brotaufstrich Nr. 1 dar. Bei keinem australischen Frühstückstisch darf das so beliebte Hefeextrakt fehlen. In Australien gehört es genau so zum Frühstück, wie bei den Deutschen Wurst, Käse oder ein Nuss-Nougat-Aufstrich und bei den Amerikanern die Erdnussbutter.

Mein Küchengeheimnis

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