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Hübsche Frau in Dirndl im Arm I: Thomas Harms, Bereichsleiter Süd bei Block House, posiert mit Janina Weschta, der amtierenden Miss Bayern. Sie werben für die Eröffnung des neuen Steak-Restaurants im Elisenhof.

Gastronomie

Szene-Wirte entdecken das Bahnhofsviertel

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Dönerbuden und Fast-Food-Ketten dominieren das gastronomische Angebot rund um den Hauptbahnhof. Doch auch immer mehr Groß-Gastronomen zieht es nun hierher.

Gastronomen sagen, die Gegend werde attraktiver – selbst wenn der Umbau des Bahnhofs auf sich warten lässt.

Hübsche Frau in Dirndl im Arm II: Kathrin Wickenhäuser und Alexander Egger vor der „Münchner Stubn“.

Mit Spaten in der Hand und der amtierenden Miss Bayern im Arm posiert Block-House-Bereichsleiter Thomas Harms für die Fotografen. Ein bisschen Werbung für die neue Filiale. Am 28. April wird das 38. Steak-Restaurant der inhabergeführten Gastronomie-Kette in Deutschland offiziell eröffnet, gerade befindet es sich in der Testphase. Es ist erst die zweite Filiale in München, das Block House an der Leopoldstraße gibt es schon seit 1987. Interessant ist vor allem der Standort, den sich die Block-Gruppe nun ausgesucht hat: im Elisenhof, direkt gegenüber vom Hauptbahnhof. Eine Ecke, die man sonst mit Imbissbuden, Bettlern und Stripbars in Verbindung bringt. Und jetzt steht da die rausgeputzte Miss Bayern und bald ein rausgeputztes Steak-Restaurant. Thomas Harms sagt: „Diese Schmuddeligkeit, die hier war, wird verschwinden.“

Im Hauptbahnhof hat im Dezember die Pizza-und-Pasta- Kette L’Osteria eine weitere Filiale eröffnet.

Ja, gastronomisch tut sich was rund um den Hauptbahnhof. Im September eröffnete Kathrin Wickenhäuser, die aus einer alteingesessenen Münchner Unternehmerfamilie stammt, mit ihrem Mann Alexander Egger die „Münchner Stubn“ an der Bayerstraße. Ein bayerisches Wirtshaus, wo das Helle 4,30 Euro kostet. Im Dezember machte die angesagte Pizza-und-Pasta-Kette L’Osteria eine neue Filiale im Hauptbahnhof auf – die bisherigen befinden sich in besten Lagen: am Lenbachplatz und in unmittelbarer Nachbarschaft zum ersten Block House in Schwabing. Zuletzt wagte sich Gastronomin Sandra Forster („Kismet“, „Charlie“) tief ins Bahnhofsviertel hinein: Seit Februar begrüßt sie ihre Gäste im „Kiss“ an der Landwehrstraße, mitten in „Münchens Klein-Istanbul“ zwischen türkischen Lebensmittelmärkten und Hinterhof-Moscheen.

Thomas Harms von Block House sagt: „Das Bahnhofsviertel wird attraktiver.“ Er verweist auf den geplanten Umbau des Bahnhofs. Zudem ist Harms überzeugt: „Unsere neue Filiale wertet das Viertel auf.“ In Hamburg und Stuttgart betreibe man bereits Filialen gegenüber der Hauptbahnhöfe. „Diese Standorte laufen exorbitant gut“, sagt er.

Auch wenn es in München bereits einen Architektenwettbewerb für ein neues Bahnhofsgebäude gegeben hat und Entwürfe vorliegen: Wann die Bagger anrollen, steht in den Sternen. Der Bau des vollverglasten neuen Hauptgebäudes soll drei Jahre vor Inbetriebnahme der zweiten S-Bahn-Stammstrecke beginnen, hieß es jüngst. Ein genauer Zeitplan existiert also nicht, weil nach wie vor unklar ist, wie lange die Realisierung der neuen Stammstrecke noch auf sich warten lässt – es heißt frühestens 2025.

Bei der L’Osteria stört man sich nicht am in die Jahre gekommenen Nachkriegsbau. Zumal das Lokal im denkmalgeschützten Teil des Bahnhofs liegt. „Wir haben es trotzdem geschafft, das für uns typische Flair reinzubringen“, sagt Marketing-Chefin Sybille Kastler. „Dann spricht auch nichts gegen einen Bahnhof.“ Da man ein vielfältiges Publikum – Geschäftsleute, Familien, Studenten – anspreche, sei die zentrale Lage attraktiv.

Obwohl L’Osteria-Gründer Friedemann Findeis zunächst skeptisch war, wie er bei der Eröffnung gestand: „Ich tu’ mich schwer mit der Bahnhofsgegend. Ich habe sogar überlegt, ob uns das schadet.“ Lizenznehmer Karlheinz Reindl, der auch für den „Donisl“ am Marienplatz und die „Rubenbauer“-Gastronomie im Bahnhof verantwortlich zeichnet, konnte Findeis am Ende aber doch überzeugen. Reindl sagt: „Der Bahnhof ist ein spannendes Thema. Man betrachtet ihn immer nur von innen – aber es sind viele Büros drum herum, Arztpraxen, schöne Hotels wie das Sofitel oder das Le Méridien.“ Zudem sei das Viertel sauberer und sicherer geworden, findet Reindl.

Das sieht auch Alexander Egger von der „Münchner Stubn“ an der Bayerstraße so. „Viele Fassaden sind saniert worden, und der Multikulti-Charme des Viertels stört die Touristen nicht, weil sie das aus ihren Städten kennen“, sagt der Gastronom. „Hier fühlen sich viele wohler als in der sterilen Maximilianstraße.“ Zur Wickenhäuser & Egger AG gehört auch das Hotel Cristal an der Schwanthalerstraße. „Viele unserer Hotelgäste möchten gerne in der Umgebung Essen gehen, wollen aber nicht nur Pizza, Pasta und Döner.“ Hochwertige Gastronomie mit langer Verweildauer sei da gefragt.

„Der Münchner sieht das Viertel mit anderen Augen“, sagt Alexander Egger. „Aber vielleicht muss er es einfach neu entdecken.“

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