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Kann man gefrorenes Fleisch direkt grillen? Ja, aber mit Einschränkungen.

Test

Kann man gefrorenes Fleisch grillen? Expertin gibt eine überraschende Antwort

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Wenn die Zeit knapp und der Hunger groß ist, kommt irgendwann die Frage auf, ob das Fleisch aus dem Gefrierschrank direkt auf den Grill wandern kann. Hier kommt der Test...

Im Internet gibt es bereits etliche Videos mit Tests zum Thema "Gefrorenes Fleisch auf dem Grill", doch die meisten dieser Tests befassen sich mit einer normalen, nicht marinierten Scheibe Rindersteak - bleiben also eher in der Theorie. Wie sieht es aber mit einem ganzen Entrecote aus? Wie verhält es sich bei mariniertem Schweinefleisch oder Hühnchen? Und ergibt es überhaupt Sinn, gefrorenes Fleisch auf den Grill zu legen? Die "Frau am Grill" Anja Auer macht den Test, mit überraschenden Ergebnissen.

Welches Fleisch wurde für den Grill-Test verwendet?

Für den Test hat Anja Auer eine Scheibe Roastbeef (drei Zentimeter dick) und ein ganzes Stück Entrecote (1,2 Kilogramm) verwendet. Beide Stücke vom Rind sind nicht mariniert, da die Grill-Expertin der Meinung ist, dass der tolle Rindfleisch-Geschmack ohne Marinade für sich allein stehen kann. Außerdem im Test: Eine Hühnerbrust, eine Scheibe Schweinebauch sowie ein Nackensteak vom Schwein. Diese drei Fleischstücke wurden vor dem Einfrieren mariniert.

Um gefrorenes Fleisch ohne Auftauen sofort auf den Grill zu legen, benötigt man eine glatte Oberfläche. Auf dem Bild befindet sich ein 1,2 Kilo-Stück Entrecote in Anja Auers "Glättungskonstruktion".

Welche Vorbereitungen sind notwendig, um gefrorenes Fleisch direkt auf den Grill legen zu können?

Wer gefrorenes Fleisch auf den Rost legt, muss auf ein entscheidendes Detail achten: Die Fleischscheiben müssen sehr glatt sein. Uneben eingefrorene Steaks eigenen sich nicht gut, da das Fleisch so nicht waagerecht auf dem Rost aufliegen kann. Das ist aber nötig, damit die Hitze des vorgeheizten Rosts gleichmäßig ans Fleisch abgegeben werden kann.

Aber wie friert man Fleisch möglichst glatt ein? Anja Auer hat folgende Möglichkeiten genutzt:

  1. Bei den Roastbeef-Scheiben: Das ganze Stück Roastbeef für drei bis vier Stunden anfrieren. Dann lassen sich mit einem großen und scharfen Messer ganz glatte Scheiben abschneiden. Diese müssen dann richtig durchgefroren werden.
  2. Bei Hühnchen und Schweinefleisch: Erst marinieren und dann auf einer geraden Unterlage platzieren und eine weitere gerade "Oberlage" daraufsetzen und von oben beschweren. Im vorliegenden Test wurde dies mithilfe von Schraubzwingen (siehe Bild) gemeistert.

Gefrorenes Steak: Aus dem Eisfach direkt auf den Grill – so klappt es

Welche Grillmethode wird verwendet?

Beim Rindfleisch geht Anja Auer ganz normal vor: Sie grillt das Fleisch mit höchster Hitze um die 350 Grad von beiden Seiten für jeweils rund drei Minuten scharf an. Anschließend lässt sie es bei 130 bis 140 Grad in der indirekten Hitze gar ziehen. Dabei wird eine Kerntemperatur von 55 bis 56 Grad (medium) angestrebt. Das können Sie mit einem Grillthermometer prüfen. Das gefrorene Schweinefleisch wurde bei etwa 220 bis 240 Grad in der direkten Hitze gegrillt. Schweinefleisch sollte genauso wie Hühnerfleisch eine Kerntemperatur von 75 Grad erreichen, da es nur durchgebraten gegessen wird.

Weiterlesen: Expertin warnt vor diesen fünf Grill-Gefahren

Großer Test: Gefrorenes Fleisch auf dem Grill - das sind die Ergebnisse

Grillprozess: Hierbei gab es keinerlei Probleme, was allerdings auffiel, aber nicht sonderlich verwunderlich ist: Die Garzeit hat in allen Fällen wesentlich länger gedauert als bei nicht-gefrorenem Fleisch.

Optik: Das Rindfleisch machte von außen einen eher ledrigen Eindruck, was sich aber beim Probieren nicht bestätigte. Teile davon waren sogar kross. Hühnchen und Schweinefleisch hätten sogar noch ein wenig mehr Farbe vertragen können – wurden aber beim Erreichen der Kerntemperatur vom Grill genommen.

Konsistenz: Beim Rindfleisch in beiden Fällen sehr gut: Saftig und zart. Beim Hühnchen ebenso, das Schweinefleisch verfiel teilweise aber ein wenig ins Wässrige. Wer es also übermäßig saftig mag: Bitte sehr.

Zeitaufwand: Übermäßig groß! Zum einen muss beim Einfrieren auf die glatte Oberfläche geachtet werden, was einiges an Arbeitszeit mit sich bringt. Zum anderen die verlängerte Grillzeit.

Energieaufwand: Fleisch einfrieren und eingefroren halten, kostet Energie. Und die längere Grillzeit ebenso. In Zeiten des viel diskutierten Klimawandels und des damit verbundenen Umweltschutzes ist es vielleicht weniger toll, wenn sich nun jeder zwei Kilo Fleisch einfriert, um dies sich oder seinen Gästen bei Nahrungsengpässen (die ja bei uns wohl nicht allzu oft vorkommen) zu kredenzen.

Alternativen: Wer also sonntags Hunger bekommt, und vielleicht auch noch Überraschungsgäste im Haus hat, sollte einfach mal zum Essen gehen. Klar, das kostet ein wenig mehr, ist aber mit weniger Stress verbunden und: Man schont die Umwelt und unterstützt das lokale Gewerbe.

Noch Fragen? Der Grill-Test mit gefrorenem Fleisch im Video

Anja Auer betreibt mit "Die Frau am Grill" den größten YouTube-Kanal zum Thema "Grillen" der im deutschsprachigen Raum von einer Frau produziert wird. Die meisten ihrer Rezepte gelingen aber nicht nur auf dem Grill sondern auch auf dem Herd und im Ofen. Weitere Rezepte finden Sie auf Anja Auers Blog www.die-frau-am-grill.de und ihrem YouTube-Kanal www.youtube.com/diefrauamgrill

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