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Sellerie verbrennt mehr Kalorien, als er hat? Bitte einmal die rosarote Brille absetzen: Minuskalorien gibt es nicht.

Diät oder Mythos?

Minuskalorien - gibt es sie wirklich?

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Zu schön, um wahr zu sein: Lebensmittel, die bei der Verdauung mehr Kalorien verbrennen, als sie dem Körper zuführen. Gibt es solche "Minuskalorien" wirklich?

Die Theorie: Einige Obst- und Gemüsesorten sollen so kalorienarm, aber gleichzeitig so aufwändig zu verdauen sein, dass dem Körper durch das Essen weniger Kalorien zugeführt werden, als er beim Essen verbrennt. Mit diesem Trick - so die Verfechter der Minuskalorien-Diät - würden die Pfunde quasi beim Essen purzeln.

Minuskalorien oder negative Kalorien - hier sollen sie enthalten sein

Mi nuskalorien oder negative Kalorien sollen vor allem in bestimmten Obst- und Gemüsesorten enthalten sein. Im Internet kursieren diverse Listen, die diese Lebensmittel aufzählen. Dazu zählen angeblich Artischocken, Spargel, Sellerie, Chicorée, Rettich und Kohl. Bei den Obstsorten werden je nach Quelle Ananas, Äpfel, Erdbeeren, Grapefruit, Wassermelone und Papaya dieselbe wundersame Eigenschaft zugeschrieben. Wer sich nur von diesen Lebensmitteln ernährt, würde demnach an Gewicht verlieren.

Verfechter wie der amerikanische Koch Rocco DiSpirito verdienen gut an der Propagierung dieser Diät-Methode - drei von DiSpiritos Kochbüchern sind in Amerika Bestseller, nun ist auch in Deutschland ein Werk mit dem Titel "Schlemm dich schlank" erschienen, das "70 leckere Minuskalorien-Rezepte" enthalten soll. Auch in Deutschland gibt es einige Verfechter der Methode.

Es gibt keinen Nachweis für die Existenz von Minuskalorien

Das Problem dabei ist: Minuskalorien sind ein Mythos. "Es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis für die Existenz von Minuskalorien", sagt Dr. Aniko Dobos, Ärztin in der Fachklinik Gaissach. Richtig ist, dass die Verdauung und Speicherung von Lebensmitteln den Körper Energie kostet. Der Fachbegriff hierzu heißt Thermogenese. Richtig ist auch, dass es Lebensmittel gibt, die wenige Kalorien enthalten und gleichzeitig durch einen hohen Anteil an Ballaststoffen die Verdauung ankurbeln. Dennoch kann die Energiebilanz niemals negativ sein.

Etwa zehn Prozent der Energie braucht die Thermogenese

Bei normaler Mischkost geht man davon aus, dass etwa acht bis zehn Prozent der eingebrachten Energie für die Thermogenese aufgewendet wird. Bei einer Stange Sellerie sind es rund 20 Prozent - bleiben immer noch 80 Prozent Kalorien, die dem Körper als Energie zugeführt werden. Von einer negativen Energiebilanz kann also keine Rede sein. Seriöse Ernährungswissenschaftler warnen daher von Negativ- oder Minuskalorien-Diät: Am Ende handele es sich dabei um reine Geschäftemacherei.

jba

Fallen Sie nicht auf diese 10  Ernährungsmythen rein

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