KATWARN ausgelöst! Schwere Unwetter in Bayern

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Schnaps, das ist bei ihnen nicht das letzte Wort: Carsten Driendl und Günter Michler bei der Messe.

GENUSS- UND KUNSTHANDWERKERMARKT

Wo Hochprozentiges auf Filigranes trifft

Seit fünf Jahren findet auf der Tenne im Veranstaltungsforum der Genuss- und Kunsthandwerkermarkt KeKuKa (Ketten, Kunst und Kaviar) statt. Nun wurde auf zwei Stockwerken von kunsthandwerklichen Einzelstücken bis zu regionalen Schmankerln wieder vieles geboten.

Wer als neugieriger Besucher am Wochenende die Tenne betrat, kam am Stand einer Obstbrennerei nicht vorbei. Bereitwillig schenken Carsten Driendl und Günter Michler Proben ihrer Spezialitäten vom Bayerischen Wald aus. Ob ein belebender Ingwer-Likör oder der klassische Obstler besser zum Geschmack des Kunden passt? Alle Schnäpse sind nachhaltig produziert und aus hochwertigen Zutaten hergestellt.

Driendl und Michler sind schon das zweite Mal für die Obstbrennerei aus Niederbayern angereist. „Es macht einfach Spaß hier in Bruck“, erklärt Carsten Driendl und weist mit einer ausholenden Handbewegung auf die Traube aus interessierten Besuchern um den Stand hin. Zu den vom Hochprozentigen begeisterten Besuchern zählte am Wochenende auch Andreas Ströhle. Der Stadtrat der Piraten-Partei war schon voriges Jahr mal am Kunsthandwerkermarkt. „Damals bin ich ohne große Erwartungen gekommen.“ Von der Atmosphäre und den vielfältigen Ständen damals schon begeistert, ist er dieses Jahr ganz bewusst gekommen. „Außerdem ist mein Vorrat an Schnaps aufgebraucht“, fügt der 37-Jährige grinsend hinzu. Eine Flasche Schlehengeist steht auf jeden Fall auf dem Einkaufszettel.

Etwas ruhiger geht es am Stand von Tanja Mews zu. Sie verkauft vielfältig gestaltete Pappmaché-Figuren, die „Trullas“. Immer wieder bleiben Besucher vor den detailgetreu zurechtgemachten neckischen Zimmermädchen und verträumten Feen stehen und betrachten die Figuren ausgiebig. Trotz dieses Zuspruchs ist die Münchnerin bisher vom Verlauf der Messe enttäuscht. „Die Räumlichkeiten sind wunderschön und das Ambiente passt, aber es ist einfach zu wenig los“, fasst die 35-Jährige die Situation zusammen. Dabei sei die Standmiete recht hoch.

Antje Drehmann ist da etwas optimistischer eingestellt. Die Goldschmiedin ist für die Kunsthandwerkmesse 800 Kilometer aus Bremerhaven angereist und äußert sich über die Räumlichkeiten begeistert. „Es ist ein Traum, in einer solchen Atmosphäre ausstellen zu können“, so die 39-Jährige. Die Messe hat sie zufällig übers Internet entdeckt. „Kunst, Ketten und Kaviar“ – wenn das nicht zu ihren Schmuckkreationen passe, dachte sie und machte sich auf die weite Reise. Ihr Stand beeindruckt nicht nur durch die filigranen und kreativen Schmuckkreationen, sondern auch durch aufwändige Dekoration, die viel Liebe zum Detail verrät. Vom Konzept der Messe ist die Goldschmiedin aus dem hohen Norden begeistert.

Über ein paar Besuche mehr hätte sich auch Heike Falkham gefreut. An ihrem Stand konnten Besucher nicht nur elegant vergoldete Isarkiesel erwerben, sondern auch selber ihre kreative Ader ausleben. Gerade sitzt Flor Puppia am Tisch und bemalt konzentriert einen Isarkiesel mit einem Unendlichkeitszeichen, das seitlich das Wort Love bildet. Die 39-Jährige ist zum ersten Mal bei der Kunsthandwerkmesse und besonders von der schlichten Eleganz der Räumlichkeiten begeistert („Das findet man nicht überall“). Dann wendet sie sich wieder ihrem Isarkiesel zu, auf dem nun eine milchige Flüssigkeit schimmert. Wenn diese so genannte Anlegemilch trocken ist, kann sie ihr Kunstwerk mit Blattgold überziehen und mit nach Hause nehmen. Einen guten Platz für ihren eigens gestalteten Kiesel muss sich die 39-Jährige noch überlegen, nach langem Nachdenken fasst sie das Schlafzimmer ins Auge: „Da braucht es etwas Deko.“

Falls es ihr nach dem Kreativ- Workshop immer noch an Deko mangeln sollte, bieten die zahlreichen Stände voll mit bunten Lampenschirmen und handgefertigten Vasen ausreichend Material für eine ausgedehnte Einkaustour. Es gibt in Fürstenfeld wohl selten eine bessere Gelegenheit besondere Objekte zu erwerben, als beim etwas anderen Kunsthandwerkermarkt, der inzwischen sogar bis Bremerhaven bekannt ist.

Von Franziska Stadlmeyer

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