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Jetzt kann sie wieder das Leben in vollen Zügen genießen: Nach einer Krebs-Erkrankung achtet Claudia Geyer auf gesunde Ernährung.

Küchengeheimnis

"Gesund kochen macht Spaß!"

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Claudia Geyer aus Oberding nimmt uns mit auf eine kulinarische Reise nach Sri Lanka. Die 45-Jährige hat nach einer Krebserkrankung ihre Ernährung radikal umgestellt. Gesundes Essen, das schmeckt.

Die Diagnose Krebs kommt meistens plötzlich und unerwartet: Claudia Geyer ist 39 Jahre alt, Mutter von zwei süßen Mädels, glücklich verheiratet. Sie führt „ein Leben auf der Überholspur“, wie die heute 45-Jährige sagt, als sie selbst einen Knoten an der Brust ertastet. „Ein Schock, ich war zunächst wie gelähmt.“ Der Arzt diagnostiziert aggressiven Brustkrebs.

Die Krankheit ändert schlagartig ihr Leben. Sie hat Angst, will sich aber nichts anmerken lassen. Allein der beiden Kinder wegen. Claudia Geyer übersteht Operation, Chemotherapie und Bestrahlung. Doch nichts ist mehr, wie es vorher war. Die Familie hält zu ihr, ist ihr ganzer Rückhalt. „In der Zeit habe ich angefangen, mein Leben zu überdenken“, erzählt die ehemalige Stewardess. Sie überlegt: „Was kann ich selber tun, um meine Heilungschancen und den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen?“

„Der Genuss darf aber trotzdem nicht zu kurz kommen“, sagt die 45-Jährige.

Claudia Geyer fängt an, sich bewusst zu ernähren. „Ich habe zwar auch schon früher auf gesunde Ernährung geachtet“, doch durch die Diagnose Krebs stellt sie die Ernährung der Familie komplett um, damit der Krebs keine Chance hat. So verbannt sie unter anderem weißen Zucker völlig aus ihrer Küche, sie will „den Krebs nicht füttern“. Sie reduziert den Fleischkonsum – „wir ernähren uns überwiegend vegetarisch“. Wenn die 45-Jährige heute ein Gericht mit Fleisch kocht, dann stammt es aus artgerechter Haltung.

Claudia Geyer kocht am liebsten mit Zutaten, die biologisch und regional erzeugt wurden. Viele ihrer Rezepte stammen aus der ayurvedischen Küche.

2012 geht Claudia Geyer für eine Zeit nach Sri Lanka, befasst sich mit der ayurvedischen Ernährung. „Ich habe viel gelernt.“ Kurkuma beispielsweise verleihe den Gerichten nicht nur eine intensive Farbe, es ist auch gesund. Besonders wenn es nicht in Pulverform, sondern als frische Wurzel verwendet wird. Claudia Geyer: „Kurkumin wirkt auf den Stoffwechsel krebserregender Substanzen. Durch seine hohe antioxidative Wirkung ist Kurkumin Vorreiter im Kampf gegen Krebs.“

Mit ihrem indischen Hühnchen sowie der Power Granola tritt sie den Beweis an: „Gesund kochen macht Spaß.“

Kurkuma darf auch heute nicht fehlen. Damit würzt die Hobbyköchin die Sauce für das Hähnchen. Schon bald duftet es in der großen Wohnküche von Claudia Geyer. Selbstbewusst steht sie am Herd. Sie hat sich von der Krankheit nicht unterkriegen lassen. Trotz eines Rückfalls 2013. „Doch zum Glück hat der Krebs nicht gestreut“, sagt sie. „Inzwischen habe ich gelernt, damit zu leben.“ Sogar positive Seiten kann sie der Krankheit heute abgewinnen: „Seither lebe ich viel bewusster. Nichts ist mehr selbstverständlich.“

Unterhalten sich über gesunde Ernährung: Claudia Geyer und Merkur-Redakteurin Stephanie Ebner (r.)

Claudia Geyer kocht nicht nur leidenschaftlich gerne. Regelmäßig nimmt sie sich eine Auszeit. Ihr großer Traum ist, in naher Zukunft zu Fuß die Alpen zu überqueren. Dafür muss sie noch etwas trainieren. Mit ihrem Hund Rocky, den sie zu ihren Touren im Tegernseer Tal mitnimmt. „Ich genieße die Ruhe in den Bergen.“ Auch beruflich geht die 45-Jährige neue Wege. Den Job als Flugbegleiterin hat sie an den Nagel gehängt – „obwohl ich es geliebt habe, auf Reisen zu gehen“. Claudia Geyer hat sich zur Ernährungsberaterin ausbilden lassen, ihr Schwerpunkt: Ernährung bei Krankheiten. Ihre Facharbeit hat sie über „Ernährung bei Krebs“ geschrieben.

Mittlerweile ist das Hühnchen fertig. Es lohnt sich nachzukochen. Und wer Claudia Geyer beim Kochen zuschaut, hegt keinen Zweifel mehr: "Gesund kochen macht Spaß!" - Und schmeckt auch noch gut.

Lauter gesunde Sachen: Indisches Hühnchen und Power Granola

Indisches Hühnchen

Zutaten: 

  • 500 g Hähnchenbrust

Marinade für Hähnchenbrust:

  • 1 TL Paprikapulver
  • 1 TL Salz
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 Becher Joghurt (150 g)
  • 1 Stück geriebene Ingwerwurzel, daumengroß
  • 1 TL Cayennepfeffer
  • 1 EL Garam masala
  • 1 Knoblauchzehe, fein gehackt

Für die Sauce:

  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 EL Ghee oder Butterschmalz
  • 2 – 3 Schoten rote Paprika
  • 500 g Tomaten, passiert
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Zimt
  • 2 TL Cayennepfeffer
  • 1 Stück Ingwerwurzel
  • 1 Stück Kurkumawurzel
  • 2 EL Butter
  • 1 EL Honig
  • 150 ml Sahne
  • Pfeffer
  • frischer Koriander

Zubereitung:

  1. Die Hähnchenbrust in Stücke schneiden. Aus den anderen Zutaten eine Marinade herstellen und das Fleisch mit der Marinade mischen. Für mindestens eine Stunde einziehen lassen. Besser über Nacht marinieren.
  2. Den Ofen auf 200 Grad vorheizen und dann das Fleisch in einer Auflaufform ca. 25 Minuten garen.
  3. In der Zwischenzeit Zwiebel und Knoblauchzehe fein hacken und in Ghee oder Butterschmalz anschwitzen. In Streifen geschnittene Paprika zugeben und kurz mit anschwitzen. Die passierten Tomaten, Zimt, Salz, Cayennepfeffer hinzugeben. Ingwer und Kurkumawurzel reiben und zugeben. Alles ca. 20 Minuten zugedeckt köcheln lassen. Gelegentlich umrühren. Danach Butter, Honig und Sahne hinzufügen und weitere 3 Minuten köcheln. Das Fleisch aus der Marinade nehmen, in die Sauce geben vermengen und ein paar Minuten ziehen lassen. Zum Schluss mit frisch gemahlenem Pfeffer und frischem Koriander würzen. Dazu passt Reis.

Nachspeise: Naturjoghurt mit Frucht und als Topping selbst gemachte Power Granola Power Granola

Zutaten: 

  • 3 - 4 EL Agavendicksaft
  • 1 EL Kokosöl
  • 2 EL Apfelmus, ungesüßt
  • 2 EL Erdnussmus (oder andern Nussmus)
  • 1/3 Tasse brauner Zucker
  • 2,5 Tassen Haferflocken
  • 1 Tasse Mandeln, grob zerkleinert
  • 0,5 Tasse Walnüsse, grob zerkleinert
  • 0,5 Tasse Sonnenblumenkerne
  • 0,5 Tasse Sesam
  • 200 g Mandelmus
  • 2 gehäufte EL Leinsamen, zerkleinert
  • 2 gehäufte EL Kokosflocken
  • 2 EL Kürbiskerne
  • 1 TL gemahlener Zimt
  • 1 Prise Muskatnuss
  • 3/4 TL Salz

Zubereitung: 

  1. Agavendicksaft, Kokosöl, Apfelmus, Erdnussmus und braunen Zucker in einem Topf erhitzen und langsam aufkochen. Nach dem Aufkochen bei niedriger Hitze ca. 5 - 10 Minuten köcheln lassen, dabei regelmäßig umrühren. Etwas abkühlen lassen. Alle anderen Zutaten in einer großen Schüssel vermischen und die noch warme Masse daruntermischen, bis alles gleichmäßig vermengt ist.
  2. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und im Ofen bei ca. 130 Grad C ca. 45 Minuten backen. Dabei alle 10 Minuten umrühren.
  3. Entweder mit Milch (auch Hafermilch, Mandelmilch, Kokosmilch,...) genießen. Oder auf Joghurt oder Quarkspeisen als Topping zusammen mit Früchten servieren.

Tipps: 

  • Granola wird fest, wenn es auskühlt. In einem luftdichten Müslibehältnis ist es gut 2 bis 3 Wochen haltbar.
  • Schmeckt auch gut zum Frühstück.

Mein Küchengeheimnis

Können auch Sie zu einem Rezept eine Geschichte erzählen, dann melden Sie sich bei uns. Sie erreichen uns per Mail unter gastro@merkur.de. Wir freuen uns auf eine Küchenplauderei mit Ihnen.

Von Stephanie Ebner

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