Langzeitstudie

Volksweisheit widerlegt: Ein Glas Wein pro Tag ist doch nicht gesund

  • Maria Dirschauer
    vonMaria Dirschauer
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Eine beliebte Volksweisheit behauptet, ein Glas Rotwein täglich sei gut für die Gesundheit und fürs Herz. Was wirklich dran ist, erfahren Sie hier.

Schlechte Nachricht für alle Weintrinker, die stets gerne behaupten, ein Glas Rotwein am Tag sei gesund*. Eine Langzeitstudie der Universität Hamburg hat genau das Gegenteil gezeigt: Täglicher Alkoholkonsum erhöht das Risiko für Herzerkrankungen sogar.

Warum galt der Konsum von Rotwein bislang als gesund?

Bisher dachte man, der moderate Konsum von Rotwein, der Antioxidantien enthält, solle die Herzgesundheit fördern. Darüber hinaus soll er den HDL-Cholesterinspiegel (High-Density-Lipoprotein-Wert, das „gute“ Cholesterin) verbessern, den LDL-Cholesterinspiegel (Low-Density-Lipoprotein, das „böse“ Cholesterin) senken und das Risiko für Blutgerinnsel verringern. Der einzig negative Aspekt, vor dem Wissenschaftler im Zusammenhang mit dem täglichen Konsum bisher warnten, war der Alkoholgehalt: Alkohol als Nervengift kann die allgemeine Gesundheit beeinflussen, zum Beispiel die Leber schädigen, Krebsentstehung fördern und abhängig machen.

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Wenn man sich ab und an ein Glas Wein gönnt, sollte dies aber keine schwerwiegenden Konsequenzen auf die Gesundheit haben. Achten Sie auf hervorragende Qualität, wie zum Beispiel bei den internationalen Weinen aus dem Merkur Weinshop.

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Neue Studienergebnisse: Ein Glas Wein pro Tag ist schlecht für die Herzgesundheit

Doch wie eine Studie von Forschern des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf im „European Heart Journal“ ans Tageslicht bringt, ist das tägliche Glas Wein alles andere als gut für die Herzgesundheit – im Gegenteil: Durch täglichen Alkoholkonsum – egal wie gering die Menge ist – bestehe ein um 16 Prozent erhöhtes Herzinfarkt-Risiko im Vergleich zu alkoholabstinenten Menschen.

Schon der Genuss von einem kleinen Glas täglich lasse das Risiko für Vorhofflimmern steigen. Als kleines alkoholisches Getränk gilt dabei eines mit zwölf Gramm Ethanol: Das entspricht einem Achtelliter Wein, einem kleinen Bier oder vier Zentiliter Spirituosen. Das Risiko nehme mit zunehmendem Alkoholkonsum noch weiter zu: Der Genuss von bis zu zwei Getränken pro Tag sei demnach mit einem um 28 Prozent erhöhten Risiko für Vorhofflimmern verbunden, bei mehr als vier Getränken steige das Risiko auf 47 Prozent.

Die Wissenschaftler warnen eindringlich vor der weit verbreiteten Empfehlung, ein Glas Wein pro Tag schütze das Herz. Bei der Langzeitstudie wurden Daten von über 100.000 Personen in fünf Ländern über einen Zeitraum von 28 Jahren (zwischen 1982 und 2010) analysiert. Innerhalb der Nachbeobachtungszeit entwickelten 5.854 Personen Vorhofflimmern. Die genauen Mechanismen, wie geringe Mengen Alkohol Vorhofflimmern auslösen können, sind laut den Forschern aber noch nicht bekannt.

Wie gesagt, beziehen sich die gesundheitlichen Risiken vor allem auf den täglichen Konsum von Alkohol. Bei einem Glas Wein ab und zu sollten keine schwerwiegenden Konsequenzen auf die Gesundheit zu befürchten sein. (mad) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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Das große Wein-ABC für Einsteiger

Anbaugebiet - In Deutschland gibt es 13 Anbaugebiete für Wein. Das größte geschlossene Anbaugebiet für Riesling liegt an der Mosel. Weitere wichtige Weingebiete sind Franken, Rheingau, die Hessische Bergstraße und Sachsen.
Barrique - Das Barrique-Fass (barrique franz. für Fass) besteht aus Eichenholz. In ihm lagert der Wein nach der Gärung und entwickelt so sein typisches Aroma. Barrique-Lagerung lohnt sich aber erst bei Weinen des mittleren Preissegments. Alternativ reifen Weine in herkömmlichen Weinfässern oder Tanks.
Dekantieren - Weinkenner dekantieren Rotwein, um den bitter schmeckenden Bodensatz vom Wein zu trennen. Dazu gießen sie den edlen Tropfen in eine bauchige Karaffe. Ein weiterer Grund: Beim dekantieren entfaltet sich durch Sauerstoff das Aroma des Weins besser.
E wie Etikett - Jeder Weinbehälter unter 60 Litern muss mit den wichtigsten Informationen zum Wein ausgezeichnet sein. Dazu zählen Qualitätsstufe, Alkoholgehalt, Abfüller oder ob Sulfite enthalten sind.
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