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Kochen und gut essen: Das lieben Renate Schönert und ihr Lebensgefährte Rudi Schneider. In ihrem Garten hat die pensionierte Lehrerin ein Hochbeet mit Kräutern angelegt. Rudi Schneider schmeckt damit seine Gerichte herzhaft ab. Der gebürtige Münchner liebt von klein auf das Kochen. Seit Jahren sammelt er in einem Ordner seine Lieblingsrezepte. Mit seinem Lammgericht und dem griechischen Joghurtkuchen mit Früchten nimmt uns der 71-Jährige mit auf eine kulinarische Reise nach Griechenland. 

Mein Küchengeheimnis

Griechisches Sommermenü von Rudi Schneider: „Kochen für Freunde ist mir eine Freude“

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Wenn einer eine Reise macht, dann kann er viel erzählen. Ein Spruch, der auf Rudi Schneider zutrifft: Der 71-Jährige ist viel in der Welt herumgekommen. Aus Griechenland hat er das Rezept für einen verführerischen Lammtopf mitgebracht. Der schmeckt nach Sommer.

Wäre es nicht doch besser gewesen, wenn er als junger Bursch nicht auf seinen Vater gehört hätte? Diese Frage hat sich Rudi Schneider oft in seinem Leben gestellt. Er weiß es nicht. „Man kann das Rad nicht zurückdrehen“, sagt der 71-Jährige heute. „So ist es halt.“ Er wirkt nicht unzufrieden, er ist mit sich und seinem Leben im Reinen.

München vor über 50 Jahren: Rudi Schneiders Vater war Metzgermeister in Neuhausen und Vorstand beim Münchner Metzgerverein, doch er wollte partout nicht, dass der einzige Sohn in seine Fußstapfen tritt. Deshalb erlernte Rudi Schneider damals nicht das Metzgerhandwerk wie sein Vater, sondern studierte auf Geheiß seines Vaters Betriebswirtschaftslehre. Später arbeitete er als Geschäftsführer für ein Versicherungsunternehmen.

„Ich war viel im Außendienst unterwegs und hatte so die Gelegenheit, die bayerische Küche in all ihren Facetten kennenzulernen“, sagt er heute. Besonders die fränkische Küche ist dem gebürtigen Münchner so ans Herz gewachsen.

Kochen und Essen ist für Rudi Schneider seit Kindesbeinen an ein wichtiger Bestandteil seines Lebens. „Eben deshalb habe ich mich ja manchmal gefragt, ob ich nicht doch besser Metzger geworden wäre?“

Schon die Eltern liebten es, am Wochenende aufwendig zu kochen. Rudi Schneider teilt diese Liebe. Als Student zelebrierte er mehrgängige Menüs. Egal, dass er nur eine Kochplatte zur Verfügung hatte. „Die heiße Suppe habe ich in Decken verpackt und so warm gehalten“, sagt er heute mit einem Schmunzeln.

Diese Zeiten sind freilich längst vorbei. Die Küche seiner Lebensgefährtin Renate Schönert in Waakirchen ist bestens ausgestattet. Am Wochenende frönt Rudi Schneider der Koch-Leidenschaft – „wenn ich da nicht vier bis fünf Stunden hinterm Herd stehe, fehlt mir etwas“. Rudi Schneider ist ein leidenschaftlicher Koch, liebt es, für Freunde zu kochen. Kochen ist für ihn reinstes Vergnügen, der Kalender ist voll mit Essenseinladungen.

Von Reisen bringt der 71-Jährige gerne kulinarische Eindrücke mit. „Wenn mir etwas gelungen ist, schreibe ich es auf. Das Rezept kommt dann in meine persönliche Rezepte-Sammlung.“ Sein Ordner steht neben rund 300 Kochbüchern, die sich in all den Jahren angesammelt haben.

Aus Griechenland, das er einst mit dem Rucksack bereiste, hat Rudi Schneider das Rezept für den Lammtopf mitgebracht – „ich liebe die griechische Küche“, sagt der Hobbykoch und schenkt sich nebenbei ein Glas Rotwein ein: „So macht Kochen noch mal mehr Spaß.“

Kochen, das ist aber auch soziales Engagement für Rudi Schneider. Einmal in der Woche ist er Suppenkoch bei der Münchner Caritas, dienstags fährt er zudem für die Münchner Tafel in die Großmarkthalle. Nicht nur selbst genießen, sondern auch abgeben. Das ist die Devise von Rudi Schneider.

Und dann ist es wieder soweit: eine Reise steht an. Im August geht’s nach Breslau. Man darf gespannt sein, welche kulinarischen Erkenntnisse der 71-Jährige dann mitbringt.

Griechisches Sommermenü (für 2 Personen)

Zucchini-Mais-Suppe

Gemüsebrühe ca. 1 Liter ( je nach gewünschter

Konsistenz )

6-8 Zucchini

200 g geriebener Gouda

2-3 Kartoffeln

2 Zwiebeln

1 mittelgroße Dose Maiskörner

100 g Butter

200 ml Schlagsahne

1 Becher Kräuter-Creme-Fraiche

etwas klein gehackte Petersilie und

Schnittlauch

Es wird angerichtet: Zuerst gibt es eine Suppe.

Zubereitung:

1. Die Zwiebeln hacken und in Butter anschwitzen. Gemüsebrühe dazugeben. Die Zucchini (mit Schale) und die Kartoffeln in kleine Würfel schneiden und zur Brühe geben. Die Zucchini-Zwiebel-Kartoffel-Mischung weich kochen, den Käse zugeben, alles sämig pürieren. Die Sahne zugeben und würzen – je nach Geschmack noch mit etwas Muskat.

2. Ein oder zwei Zucchini (je nach Größe) in ganz kleine Würfel schneiden und in Butter knackig schmoren. Zum Schluss die Maiskörner in die Pfanne beigeben.

3. Kurz vor dem Servieren die kleinen Zucchiniwürfel und den Mais über die Suppe streuen. Anschließend die Petersilie-Schnittlauch-Mischung mit der Creme Fraiche vermischen und auf die Suppe geben.

Griechischer Lammtopf

150 bis 200 g Kritharaki-Nudeln

300 bis 400 g Lammfleisch aus der Keule oder Lammlachse

1 Paprikaschote

1 Aubergine oder Zucchini

3 bis 4 Knoblauch-Zehen

getrocknete Tomaten

geriebener, kräftiger Käse und Mozzarella oder Feta

gutes Olivenöl

eventuell Lammgewürz

Salz, Pfeffer, Tomatenmark, Oregano und

Thymian

etwas Rotwein und etwas Brühe

Ein Glas Kochwein gehört für Rudi Schneider dazu: „Ohne ein Glaserl Wein ist das Kochen nur die halbe Freude.“

Zubereitung:

1. Die Nudeln circa 8 - 10 Minuten kochen (wichtig: nicht zu weich, da diese ja im Backofen noch nachgaren), anschließend kalt abgießen.

2. Das Fleisch in mundgerechte Stücke schneiden, mit Tomatenmark, den Gewürzen und dem Knoblauch würzen und mindestens 2 Stunden darin einlegen.

3. Das Fleisch kräftig anbraten und mit  Rotwein und etwas Brühe aufgießen, alles einkochen lassen.

4. In der Zwischenzeit Paprika in kleine Stücke schneiden und kurz anbraten, zum Schluss die getrockneten Tomaten zugeben. Die Auberginen oder Zucchini in dicke Scheiben schneiden und mit viel Knoblauch in Olivenöl so lange anbraten, bis sie etwas Farbe angenommen haben.

5. Dann das Fleisch mit den Paprikastücken und den Nudeln zusammen mischen und nochmals mit allen Gewürzen, die zur Hand sind, würzen. Ggf. noch etwas Rotwein und/oder Brühe zugeben und kurz erwärmen. In eine flache Auflaufform geben und obenauf mit den Gemüsescheiben belegen.

6. Dann den geriebenen Käse, vermischt mit Thymian und/oder Oregano, darüber streuen und alles bei circa 200 Grad 15 Minuten im Ofen überbacken. Je nach Geschmack in den letzten fünf Minuten Feta oder Mozzarella-Würfel darauflegen.

Griechischer Joghurtkuchen mit Beeren

150 g Mehl

1 guter TL Backpulver

120 g Butter und etwas Butter zum Einfetten der Form

100 g Zucker

3 Eier

Mark von einer Vanilleschote

200 g griechischer Joghurt

40 g Zucker

200 g Himbeeren

Zubereitung:

1. In einer Schüssel Mehl und Backpulver gut verrühren. Butter bei mittlerer Hitze langsam zerlassen und mit Zucker und Eiern in einer anderen Schüssel vermengen. Vanillemark oder Vanillezucker dazugeben. Die Mehlmischung in die Zucker/Eier-Schüssel hineinstreuen und mit dem Rührgerät alles verrühren. Die Form buttern und den Teig hinein geben.

2. Joghurt mit Zucker (40 g) vermengen und auf den Teig in der Form gießen. Achtung: nicht mit dem Teig verrühren. Evtl. mit einem Pinsel vorsichtig verstreichen. Die Beeren gleichmäßig auf dem Kuchen verteilen und vorsichtig eindrücken. 30 bis 40 Minuten lang bei 180˚ Umluft backen. 

3. Vor dem Servieren evtl. mit Puderzucker bestreuen.

Mein Küchengeheimnis

Haben auch Sie ein Lieblingsrezept, das Sie besonders gerne kochen? Dann melden Sie sich bei uns. Sie erreichen uns per Mail unter gastro@merkur.de

Wir freuen uns auf eine Küchenplauderei mit Ihnen. Für jedes Rezept bedanken wir uns mit einem Kochbuch.

Gäste sind bei den beiden immer willkommen – diesmal darf Redakteurin Stephanie Ebner (l.) Platz nehmen.

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