"Hauptsache, den Damen gefällt´s"

München - Freitags schauen wir im Wechsel Hobbyköchen und Wirten über die Schulter. Heute sind wir zu Gast im "Ocui", einem Selbstbedienungs-Restaurant in München. Betreiber sind die Gastronomen Uli Springer, Simi Berst und Marc Uebelherr.

Das "Gast im Gasteig" hat Nachwuchs: Seit Mitte September haben seine Betreiber in dem neu entstandenen Gebäudekomplex "Angerhof" eine neue Heimat: das "ocui". Wobei "ocui" für "Open Cuisine" steht. Der Name ist kein Zufall, sondern Programm: An zwei verschiedenen Kochinseln bereiten die Köche das gewünschte Gericht vor den Augen der Gäste zu. "Mehr Parmesan, mehr Nüsse, mehr Salz - der Gast kann bei uns mitbestimmen", sagt Simi Berst, der im "ocui" für Aufbau und Personalbeschaffung zuständig ist.

Egal ob Pasta oder asiatische Gerichte - gebraten wird alles im Wok. "Wir bieten den Gästen frische und vitaminreiche Kost, die nach zweieinhalb Minuten fertig auf dem Teller ist", verspricht Berst.

Damit das möglich ist, ist die meiste Arbeit bereits erledigt, wenn die ersten Gäste ab 11 Uhr das Lokal betreten: Die Soßen sind vorgekocht, die hausgemachten Nudeln garbereit, Gemüse und Fleisch klein geschnitten.

Die Speisekarte und die teils zweisprachige Beschriftung der Theken lässt vermuten, dass Italiener und Asiaten hinter dem "ocui" stecken - doch weit gefehlt. Selbst der exotisch klingende Name Simi Berst entpuppt sich als deutsch - dahinter steckt ein waschechter Pfälzer.

Die Speisekarte, so erläutert Berst den italienisch-asiatischen Einschlag, orientiere sich an den Vorlieben der Deutschen. Neben der Auswahl an Pasta, Pizza und asiatischen Reis- und Nudelgerichten stehen vor allem Salate und Suppen auf dem Plan. Dabei kombiniert die Karte klassische Gerichte mit ungewöhnlichen Einschlägen, wie etwa Pizza oder Pasta mit Wirsing oder Zuckerschoten.

"Wir sind nicht billig, aber günstig", sagt Berst und weist darauf hin, dass jedes Gericht auf der Karte weniger als 10 Euro kostet. "Sogar inklusive Getränk und Espresso kann man hier leicht unter dieser Grenze bleiben."

Mit diesen Preisen hofft Berst, Angestellte umliegender Firmen, Kanzleien und Praxen mittags zu sich zu locken. Nebenan zieht Linde mit 270 Mitarbeitern ein - ohne Kantine. Um seinen Gästen Rangeleien um die 140 Sitzplätze und langes Anstehen an den Kücheninseln zu ersparen, plant Berst ein Videosystem, mit dem sich die Gäste vorab via Internet ein Bild davon machen können, ob der Zeitpunkt gerade günstig ist. Und bevor ein kritisches Nachhaken möglich gewesen wäre, schiebt der gelernte Restaurantfachmann und Hotelbetriebswirt nach: "Gesichter von Gästen oder Köchen sind nicht erkennbar - dafür sind die Bilder absichtlich zu unscharf."

Auf die gut verdienende Klientel will sich Berst aber nicht festlegen: "Ich habe keine Zielgruppe, ich freue mich über jeden Gast." Eine Spielecke für Kinder sei zudem in naher Zukunft geplant, die Spielsachen sogar schon gekauft. Nur der ideale Platz sei noch nicht gefunden.

Frisch, feminin, lässig - so bezeichnet Berst das Ambiente des "ocui". Die Damen fühlten sich auf den karierten Sitzbezügen und den roten, grünen und gelben Lounge-Sesseln besonders wohl, das habe er in der ersten Betriebswoche schon beobachten können. Mit großer Freude, denn: "Kommen viele Damen, ziehen die Herren automatisch hinterher. Dieser Kreislauf funktioniert immer."

"Ocui"

Ocui: Oberanger 31 bis 33 in München,

Telefon: (089) 45 22 60 01

Öffnungszeiten:

montags bis freitags von 11 bis 1 Uhr, samstags von 10 bis 1 Uhr, sonntags von 12 bis 22 Uhr.

Hinkommen:

U-Bahnen 3/6, 4/5 Haltestelle Sendlinger Tor oder alle S-Bahnen Haltestelle Marienplatz.

Sonstiges:

Das Selbstbedienungsrestaurant wirbt mit einer schnellen Küche, die trotzdem nur frische Zutaten verwendet. Zweieinhalb Minuten nach der Bestellung an der Kücheninsel soll das Gericht auf dem Teller sein.

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