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Martin Mairhofer in seiner Küche: Wo immer es geht. verwendet er regionale Produkte.

Gasthof Mairhofer: Hauptsache regional

Immer freitags schauen wir im Wechsel Wirten und Hobbyköchen über die Schulter. Heute sind wir zu Gast im Gasthof Mairhofer in Aurach bei Fischbachau.

Sogar die Pfanne ist ein regionales Produkt. Handgemacht vom Dorfschmied. Die hat Martin Mairhofer sich erst im vergangenen Jahr anfertigen lassen. In dem Einzelstück brutzeln die Lammschnitzchen für das Zeitungs-Menü. Auch die – natürlich – regional.

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Rezepte von Martin Mairhofer

Von einem Bauern aus der Gegend. Wie vieles, was beim Gasthof Mairhofer in Aurach bei Fischbachau auf den Teller kommt. Die Wirtsleute des traditionellen Familienbetriebs sind Mitglied der Solidargemeinschaft „Unser Land-Gast-Wirte“ im Miesbacher und Tölzer Land. Ziel der Gemeinschaft ist es, die bayerische Kulturlandschaft zu erhalten, indem von Landwirten erzeugte Pflanzen und Tiere in den angeschlossenen Gasthöfen sorgfältig verarbeitet werden.

Martin Mairhofer: „Wir haben uns damals entschlossen, dort beizutreten, damit wir unseren Gästen etwas Besonderes bieten können und uns von anderen Gasthöfen abheben.“ Von den angeschlossenen Landwirten beziehen die Mairhofers unter anderem Fleisch- und Wurstprodukte, Gemüse, Kartoffeln, Brot, Eis, Eier und Käse.

Früher haben die Mairhofers selbst noch Landwirtschaft betrieben. „Irgendwann“, sagt Martin Mairhofer, „war das aber nicht mehr zu schaffen. Wir mussten uns entscheiden: Entweder du machst das eine gescheit oder das andere.“

Er und Ehefrau Katharina haben sich für den Gasthof entschieden. Der ist eine Wirtschaft mit langer Familientradition. Seit 1805 gehört das Anwesen der Familie, ist der Name „Moarhofer“ ein Begriff in der heimischen Gastronomie.

Die würde Katharina manchmal gerne ganz auf regionale Produkte umstellen. Ohne Einschränkungen. Doch genau die stehen dem Vorhaben entgegen. „Das würde zum Beispiel bedeuten, dass wir im Winter keine frischen Blattsalate anbieten könnten“, sagt Martin Mairhofer. Sondern eben nur im Sommer, wenn die in der Gegend wachsen. „Und auf einen Salat wollen die meisten Gäste eben nicht verzichten.“ Das Ehepaar, Eltern von drei Kindern, ist ein eingespieltes Team in der frisch renovierten Küche. „Ich bin ein Mädchen für alles“, sagt Katharina Mairhofer. Ihr Mann bestätigt: „Meine Frau hält mir hier den Rücken frei.“

Ist der freigeräumt, hat die Wirtin aber auch immer wieder noch Zeit, Selbstgemachtes für den Gasthof zu produzieren. Hollersirup, Marmeladen und einige der Liköre, die auf der Getränkekarte stehen. Ihre Marmeladen bietet sie ebenfalls im Gasthof zum Verkauf an.

Auch Martin Mairhofer macht sich viele der Gewürzmischungen für seine Gerichte selbst. „Ich arbeite gerne mit frischen Käutern.“ Die würde er am liebsten auch noch selbst anbauen. Mairhofer hat erst eine Landwirtschafts-, dann eine Kochlehre gemacht. „Mein Vater hat zwar damals gesagt, Kochen kannst bei der Mutter auch lernen“, er hat sich dann aber doch für die Lehre entschieden. Mit Kräutern arbeitet er auch in den beiden Lammrezepten, die er für unsere Zeitung ausgesucht hat. Und zaubert aus ihnen und ein wenig Senf oder einer Schnitzelpanade zwei Lammgerichte, die einfach, aber trotzdem ausgefallen sind.

Seine Küche beschreibt er als ehrlich und bodenständig. „Bloß nichts Überkandideltes“, lacht er. Und keine Fertigprodukte. „Wir machen unsere Brühen und Saucen alle selbst“. Das einzige Fertigprodukt, das in seine Küche darf, ist der Teig für die Kartoffelknödel. „Der ist so gut, da schmeckt man fast kein Unterschied zum Selbstgemachten.“

Obwohl beim Mairhofer (fast) alles vom Bauernhof kommt, kontrolliert, umwelt- und artgerecht erzeugt wurde, von teuer kann beim Blick auf die Speisekarte keine Rede sein. Den Schweinsbraten mit Knödel und Blaukraut gibt es für 8,30 Euro, den Rahmbraten vom Kalbsschlegel mit hausgemachten Spätzle und Salatteller für 10,30 Euro oder den regionalen Brotzeitteller mit Streichwurst, Rinderpeitsch’n, Bauernkas, Bauernbutter und Bauernbrot für 8,20 Euro.

Preise, bei denen auch Familien satt werden können. Sowieso: Kinder sind im Gasthof Mairhofer willkommen. Im Innenraum ist für sie eine kleine Spielecke eingerichtet und draußen ein schöner Spielplatz.

Welches der Mairhoferkinder aber eines Tages den Gasthof, der bisher immer von Generation an Generation weitergegeben wurde, übernehmen wird, ist derzeit aber noch unklar. Bisher hat nur der Jüngste Interesse angemeldet, die Älteren haben schon andere Pläne. Aber bis diese Frage mal aktuell wird, werden noch viele Jahre ins Land ziehen.

Claudia Muschiol

So kommt man hin

Gasthof Mairhofer, Familie M. Mairhofer, Alpenstraße 2, 83730 Fischbachau/Aurach Telefon (08028) 859, Fax (08028) 2075, E-Mail: gasthof.mairhofer@t-online.de, www.gasthof-mairhofer.de

Mit dem Auto: Ab München auf der Autobahn „München–Salzburg“ bis zur Ausfahrt „Weyarn“ fahren. Ab hier folgt man den Wegweisern nach Miesbach oder Schliersee. In Schliersee angelangt, sind es nur noch ca. 10 Minuten bis nach Aurach (Richtung Bayrischzell).

Mit der Bahn: Ab München mit der Bayerischen Oberlandbahn im Stundentakt zum Bahnhof nach Fischbachau. Von dort sind es nur ca. 10 Minuten Fußweg. Nach Absprache organisiert Fam. Mairhofer auch gerne eine Abholung am Bahnhof.

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