"Ich verwöhne meine Männer gerne"

München - Immer freitags schauen wir im Wechsel Wirten und Hobbyköchen über die Schulter. Heute sind wir zu Gast bei Brigitte Hofmann (57) in Haar.

Wenn Brigitte Hofmann in ihrer Küche steht und zu kochen beginnt, sieht es beinahe aus wie in einer Fernseh-Show: Alle Zutaten sind bereits abgewogen und in Schälchen auf dem Küchentisch bereitgestellt. Und das ist nicht nur heute so - "das mache ich immer", sagt die 57-Jährige. Denn sie hasst es, wenn sie beim Kochen die Zutaten noch zusammensuchen muss. Überhaupt: Unordnung darf nicht sein. Immer wieder räumt sie die benutzten Schüsseln in die Spülmaschine, wäscht zwischendurch ab. Denn eigentlich entspannt Brigitte Hofmann zwischen Gambas, Lammfilet und Schmand-Waffelteig, da stört Chaos. Diese Ordnung hält die Hobbyköchin bis zum Schluss durch: Als das Vier-Gänge-Menü serviert ist, sieht ihre Küche immer noch ordentlich aus. Beneidenswert.

Normalerweise herrscht in der Küche der Hofmanns Stille. Kein Radio dudelt, niemand kommt zum Unterhalten rein. "So ist mir das am liebsten. Da kann ich völlig ungestört meinen Gedanken nachhängen." Ehemann Klaus (63) hält sich meist der Küche fern. Nur manchmal ruf ihn Brigitte Hofmann, um ihn in den Keller zu schicken. "Ich habe kaum Platz in meiner Küche, deshalb lagern die Küchengeräte im Keller."

Während Brigitte Hofmann die Datteln mit Gorgonzola füllt und in einen Speckmantel hüllt, erzählt sie von früher: Als die Söhne Lars (35) und Ralf (33) klein waren, hat sie täglich gekocht. Jetzt - solange sie noch zur Arbeit geht - gibt es nur am Wochenende warme Kost. Früher hat sie bis zu drei verschiedene Essen zubereitet, für jeden etwas anderes. "Ich verwöhn' meine Männer gerne."

Für die Familie gab's die Klassiker: "Mein Mann und die Söhne lieben Hausmannskost." Brigitte Hofmanns Leidenschaft jedoch ist die feine Küche. "Ich probiere wahnsinnig gern Rezepte aus." Manchmal kocht sie auch Dinge nach, die sie im Restaurant gegessen hat. So wie die gefüllten Lammfilets. "Von denen war ich so begeistert, dass ich sie unbedingt in mein Repertoire aufnehmen wollte." Sie haben mittlerweile einen festen Platz in Hofmanns Rezeptbuch. "Viele rümpfen bei Lamm erst einmal die Nase", hat die Hobbyköchin die Erfahrung gemacht. "Wenn sie aber mein Lamm gegessen haben, sind sie ganz begeistert." Brigitte Hofmann nennt deshalb ihre Kreation aus Lammfilet "Lamm für Einsteiger". Dazu schneidet sie die Lammlende mit einem scharfen Messer auseinander und füllt sie mit Minze, Schinken und Käse. Die Beilagen, die Rosmarin-Kartoffeln und die Cocktail-Tomaten, schmoren unterdessen bereits im Ofen vor sich hin.

Der Arbeit wegen kamen die beiden Norddeutschen vor über 35 Jahren nach München. Doch die Liebe zur See ist all die Jahre geblieben. Regelmäßig fährt das Ehepaar Richtung Norden, wo beide Mütter noch leben. Entsprechend darf Fisch auf dem Speiseplan nicht fehlen: "Ich koche lieber Fisch statt Schweinebraten." Auch an diesem Tag. An die bayerischen Spezialitäten hat sich Brigitte Hofmann in all den Jahren nicht herangetraut - "das überlass ich lieber den Profis in den bayerischen Wirtshäusern." Lediglich einen Leberkäse hat sie im Ofen mal aufgebacken.

Zum Jahresende geht die zweifache Mutter in Pension. Ihr erstes Projekt in Rente wird eine neue Küche sein. "Meine ist 35 Jahre alt und hat dann endgültig ausgedient." Viel Stauraum und eine helle Farbe sind die Vorgaben der Hausherrin, ihr Mann besteht darauf, dass die Eckbank in der Küche bleibt. "Für die schnellen Mahlzeiten ist die so praktisch."

Mit 57 Jahren fühlt sich Brigitte Hofmann fürs Nichtstun zu jung. Während ihr Mann, ein begeisterter Historiker, sein Hobby ausgebaut hat und mittlerweile regelmäßig durch die Münchner Innenstadt führt, möchte sie selbst etwas mit Kochen machen. Aus ihrem ursprünglichen Traum, ein "Bed & Breakfast" in Südafrika wird nichts. Jetzt steht "irgendwas mit Kochen" im Raum.

Gut vorstellbar. Denn an Brigitte Hofmanns Tisch nimmt man gerne Platz. Heute ist er liebevoll im Garten eingedeckt. Im mediterranen Stil, passend zum Essen. Muscheln, Holzboote und ein Fischernetz vermitteln einen Hauch von Süden. "Ich liebe das Dekorieren", erklärt die Köchin und ihre Besucher fühlen sich wie in einem Kurzurlaub.

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