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„Wir kommen mit der Karaffe an den Tisch“, sagt Oskar Wolf (Mitte). Zusammen mit seinem Bruder Michael Wolf (links) und Kompagnon Waldemar Moor hat er das Restaurant „Mas y Mas“ eröffnet.

GASTRONOMIE

Sangria aus Karaffen statt aus Eimern

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Das Tex-Mex-Restaurant „Joe Peña’s“ an der Buttermelcherstraße war vielen Münchnern ein Begriff. Drei ehemalige Mitarbeiter haben das Lokal nun unter neuem Namen, aber mit ähnlichem Konzept wiedereröffnet: Die "Mas y Mas – Cocina & Bar".

Vom Tellerwäscher zum Millionär. Geschichten vom sozialen Aufstieg werden gerne so betitelt. In der Riege der Millionäre ist der Münchner Oskar Wolf, 44, noch nicht angekommen, aber eine hübsche Überschrift für seine Biographie hat er schon: vom Gläserspüler zum Restaurantbetreiber. Immerhin. Im selben Laden, in dem er vor zwanzig Jahren in der Küche knechtete, hat er nun das Sagen. Am Freitag hat Oskar Wolf zusammen mit seinem Bruder Michael Wolf, 39, und seinem Kompagnon Waldemar Moor, 34, das „Mas y Mas – Cocina & Bar“ eröffnet. Alle Drei haben früher einmal im Tex-Mex-Restaurant „Joe Peña’s“ gearbeitet, das bis April 2015 in den Räumen an der Buttermelchestraße 17 zu finden war. Oskar Wolf erzählt: „Ich war sonntags immer noch oft zum frühstücken hier, doch vergangenes Jahr stand ich auf einmal vor verschlossenen Türen.“ Keine Erklärung, nichts.

Als die Türen im Oktober noch immer verschlossen waren, nahm Wolf Kontakt zum Vermieter auf. „Denn wenn ein Laden so lange dicht hat, macht er auch nicht wieder auf.“ Und tatsächlich: das Joe Peña’s war Geschichte. Wolf wagt den Neuanfang. Viel verändert hat er nicht: die Wände haben einen frischen Anstrich („Havanna-farben in Wischtechnik“) bekommen, ein paar neue Holztische sind hinzugekommen. „Wir wollten das alte Flair bewahren“, sagt Oskar Wolf. „Bloß nicht zu Etepetete.“ In München ist das durchaus eine Ansage.

So besticht das Lokal optisch durch seine Schlichtheit – mit Leben füllen es die Gäste. Die wollen die Betreiber aber nicht wie früher mit billigen Cocktails abfüllen, sondern mit gutem Sangria. Sangria – ist das nicht diese Wein-Misch-Plörre, die Jugendliche mit Strohhalmen aus Eimern saufen? „Ja, Sangria ist verpönt“, gesteht Oskar Wolf. Seiner Meinung nach jedoch zu Unrecht. Die spanische Bowle zu mischen sei eine Kunst – die er vor 15 Jahren in Barcelona gelernt habe. Um die Wertigkeit zu vermitteln, serviert Wolf das Getränk in Karaffen. Und was ist drin in einer guten Sangria? (Angeberwissen: „sangría“ heißt auf Spanisch „Aderlass“ und kommt von „sangre“ = Blut) Als Basis braucht es guten Wein, dazu Limettensaft, Orangenlikör, Martini, Zitronenlimo und Früchte. Sehr süffig schmeckt das – und verleitet, viel davon zu trinken. Als Basis ist da etwas zu Essen gut: Auf der Karte stehen iberoamerikanische Speisen, also Köstlichkeiten aus Ländern, die früher Kolonien von Spanien oder Portugal waren. „Die Tex-Mex-Küche war zu fett und nicht nicht mehr zeitgemäß“, sagt Wolf. Tapas wie Hünchen-Poulade mit Olivenpaste (4,50 Euro), gebratene Chilischoten (3,90 Euro) und Pilzsalat mit Knoblauch (4,20) passen auch besser zur Sangria.

„Mas y Mas – Cocina & Bar“ an der Buttermelcherstraße 17 hat täglich von 17.30 bis 1 Uhr geöffnet.

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