Jürgen Koch: Da steckt viel Liebe drin (Atlas Café)

München - Diesmal lassen wir das Atlas-Wirte-Paar Veronika Kleeblatt und Jürgen Koch aus München Ungewöhnliches aus Rhabarber zaubern.

Jürgen Koch konnte gar nichts anderes als Koch werden. Allein schon des Namens wegen. Und dann hatte er noch eine Großmutter, die in den Goldenen Zwanzigern in den Wiener Kaffeehäusern den Kochlöffel schwang. Ihr Mohnstrudel soll legendär gewesen sein. Über den sagt der gebürtige Münchner selbstkritisch: "Ich hab ihn oft probiert nachzumachen, aber nie erreicht." Seine Spezialität: neue, ungewöhnliche Gerichte entwerfen.

Gabriel Levy hat das Atlas 1994 gegründet

Seit gut einem Jahr führt der 38-Jährige zusammen mit seiner Lebensgefährtin Veronika Kleeblatt das "Atlas" an der Inneren Wiener Straße. 1994 von Gabriel Levy (Partner von Iris Berben) gegründet, ist es das erste eigene Projekt des jungen Wirte-Paares.

"Es war immer mein Traum, ein Lokal zu führen", sagt Veronika Kleeblatt. Die 27-Jährige hat im großelterlichen Betrieb erste Erfahrungen in der Gastronomie gesammelt. Von da an stand fest, dass sie nichts anderes wollte. Nach der Ausbildung im Hotel "Bayerischer Hof" arbeitete die Brünette unter anderem für Dallmayr und die Haberl-Gastronomie.

Aus der Szene-Kneipe ist ein feines Restaurant geworden

Dass ihr Lokal im Herzen Haidhausens, zwischen Gasteig und Max-Weber-Platz liegt, "das haben wir uns zwar immer erträumt, aber nie zu hoffen gewagt", sagt Veronika Kleeblatt. Denn beide sind ausgesprochene Haidhausen-Fans. Jürgen Koch sagt schwärmerisch: "Haidhausen ist wie ein kleines Dorf, in dem jeder jeden kennt und doch liegt es mitten in der Stadt." Über die Isar ist man von hier in knapp einer viertel Stunde zum Marienplatz und dem Rathaus gelaufen.

Entsprechend bunt gemischt ist das Atlas-Publikum - "jung und alt, hübsch und hässlich, arm und reich", sagt Veronika Kleeblatt, die dieses bunte Völkchen "sehr genießt" und hinzufügt: "Wir wollen ein Lokal für alle sein."

So geht es in der Früh um 9 Uhr mit einer großen Frühstückskarte los - viele Familien und Studenten genießen dann die ersten Sonnenstrahlen auf der Terrasse. Dass die Marmeladen je nach Saison frisch eingekocht sind für die junge Wirtin "eine Selbstverständlichkeit".

Mittags muss es schnell gehen, wenn die Angestellten aus den umliegenden Büros zum Essen kommen. Nachmittags, zu Kaffee und Kuchen, geht es dann wieder gemächlicher zu. Seit Jahren ein Klassiker auf der Speisekarte: der Cheese-Cake. Den hat das Duo Koch-Kleeblatt weiter behalten. Es soll sogar Leute geben, die deswegen durch die ganze Stadt fahren.

Den größten Wandel hat das "Atlas" mit den neuen Betreibern wohl im Abendgeschäft erlebt - die Szene-Kneipe hat sich zu einem feinen Restaurant gemausert.

"Wir legen Wert, dass wir für jeden Geschmack etwas auf der Karte haben", sagt Jürgen Koch. Dafür stellt sich der gelernte Koch oft zum Experimentieren in die Küche. Sein jüngstes Steckenpferd: der Rhabarber. Das Gemüse ist "gesund, g'schmackig und variabel".

Kennen gelernt hat Koch die sauren Stangen als Kompott zum Kaiserschmarrn. So gab's den Rhabarber bei seiner Großmutter. Doch "in den Stangen steckt mehr" - Kochs jüngste Kreation sind Wan-Tan-Teigtaschen gefüllt mit einer salzigen Rhabarberfüllung. Der Wirt "spielt" gerne in der Küche, wie er es nennt - wichtig ist ihm dabei frische, saisonale Zutaten. Wenn das Ergebnis dann auch noch "überrascht", zeigt sich Koch zufrieden. Mit einem strahlenden Lächeln fügt Veronika Kleeblatt hinzu: "Da steckt viel Liebe drin."

Atlas Café - Restaurant - Bar

Adresse:

Innere Wiener Straße 2

München

Telefon: (089) 4 80 29 97

Fax: (089) 44 90 04 66

Internet: www.atlasmunich.de

Hinkommen:

S-Bahn-Haltestelle Rosenheimer Platz, U-Bahn-Haltestelle Max-Weber-Platz.

Öffnungszeiten:

täglich von 9 bis 1 Uhr, warme Küche von 9 bis 0.30 Uhr.

Sonstiges:

zum Aperitiv zwischen 17 und 20 Uhr gibt es Longdrinks à la Spritzz. Dazu werden an der Bar Antipasti gereicht.

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